Zürcher Start-up lanciert OpenStack-Cloud

Zürcher Start-up lanciert OpenStack-Cloud
(Bild: Fotolia #70822601 © Natalia Merzlyakova)

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Zürich – IaaS ohne Hürden: Die virtuellen Server von cloudscale.ch können mit drei Mausklicks konfiguriert werden und sind in weniger als 10 Sekunden startklar. Nachdem die Nutzung bisher eine Einladung erforderte, ist das ausschliesslich in der Schweiz betriebene Public-Cloud-Angebot ab sofort für jedermann verfügbar.

Mit dem Stichwort «Cloud» wurden bisher vorwiegend die grossen amerikanischen Anbieter in Verbindung gebracht, allen voran Amazon mit AWS. Jetzt macht die cloudscale.ch AG, ein Jungunternehmen aus Zürich-Oerlikon, den Branchengrössen den Markt streitig. Für das neue Schweizer Angebot spreche vor allem die Benutzerfreundlichkeit, hält cloudscale.ch in einer Mitteilung fest: «Mit unserem Control-Panel setzen wir neue Massstäbe», erklärt Gründer und CEO Manuel Schweizer. «Wir haben es von Grund auf selber entwickelt und konnten dank enger Zusammenarbeit mit unseren Benutzern die Arbeitsabläufe perfektionieren.»

Bewusster Verzicht auf NAT
Dass cloudscale.ch im Hintergrund auf OpenStack setzt, liegt für Schweizer auf der Hand: «Durch die Reife, Modularität und Offenheit von OpenStack können wir uns einerseits auf ein solides System verlassen und andererseits genau dort Anpassungen vornehmen, wo dies für unsere Nutzer einen Mehrwert schafft.» Als Beispiele nennt er die transparente Abrechnung der bezogenen Dienstleistungen auf Tagesbasis sowie den bewussten Verzicht auf NAT – eine Technologie, welche im Serverumfeld immer wieder für Ärger sorgt.

Beim Storage-Cluster kommt mit Ceph ein weiteres führendes Open-Source-Projekt zum Einsatz. Disk-Zugriffe werden parallel auf eine Vielzahl von blitzschnellen SSDs verteilt, um einen beeindruckenden Durchsatz zu erreichen; die automatische Replikation der Daten sorgt für Sicherheit und fängt einen möglichen Hardware-Defekt unterbruchsfrei auf. Bei jedem virtuellen Server sind 10 GB SSD-Speicherplatz kostenlos mit dabei, bei Bedarf lässt sich die Kapazität bis in den Terabyte-Bereich erweitern.

Doppelte Leistung der Systeme von etablierten Anbietern
Bereits im Testbetrieb punkteten die Cloud-Server von cloudscale.ch mit einer Top-Performance – bei unabhängigen Benchmarks von Nutzern erreichten sie teils fast die doppelte Leistung der Systeme von etablierten Anbietern. Dies wurde möglich durch die Kooperation mit Herstellern und Lieferanten wie Intel, Brocade und Dalco, welche dazu beitrugen, die eingesetzten Komponenten ideal aufeinander abzustimmen. Dass die Vernetzung jedes einzelnen Servers mit redundanten 10-Gbps-Links grosszügig dimensioniert wurde, ist da nur konsequent.

Indem sämtliche Systeme ausschliesslich in der Schweiz stehen, wird die Cloud auch für Kunden interessant, die bisher noch gezögert haben. «Viele KMU wollen nicht, dass ihre Daten um die halbe Welt gestreut werden», weiss Schweizer. «Hier schaffen wir Vertrauen und Rechtssicherheit, damit auch Anwender mit hohen Anforderungen an den Datenschutz die Vorteile von Cloud-Computing nutzen können.»

Ein komplettes Paket erhält man ab 1 Franken pro Tag, versteckte Kosten gibt es keine. Sollte der Bedarf im Laufe der Zeit steigen, kann man Serverleistung und Speicherplatz unabhängig voneinander und im Handumdrehen «skalieren». (mc)

Über die cloudscale.ch AG
Die cloudscale.ch AG mit Sitz in Zürich wurde im September 2014 von Manuel Schweizer gegründet. Der studierte Informatiker setzte sich zum Ziel, eine klaffende Lücke im stark wachsenden Cloud-Umfeld zu schliessen: eine IaaS-Plattform (Infrastructure-as-a-Service) welche einfach und zuverlässig zu nutzen ist sowie den hohen Datenschutz-Anforderungen von Schweizer Kunden entspricht. Die heute vorgestellte Lösung wurde in rund 15 Monaten entwickelt. Zentral waren und sind dabei Rückmeldungen von echten Benutzern, die seit Mai 2015 im Rahmen einer Closed Beta mitgewirkt haben. Im August 2015 wurde die cloudscale.ch AG zudem in das Innovations-Förderprogramm «CTI Start-up» des Bundes aufgenommen. cloudscale.ch nutzt weitgehend Open-Source-Software (mit OpenStack und Ceph zwei der führenden Projekte in ihrem jeweiligen Bereich) und engagiert sich aktiv in den entsprechenden Communities.

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