Heinz Karrer (Präsident economiesuisse) zu Freihandelsabkommen mit den USA und der EU

Heinz Karrer

Heinz Karrer, Präsident economiesuisse.

Von Helmuth Fuchs

Moneycab: Die Verhandlungen mit der EU sind blockiert, mit den USA hat die Schweiz als eines der wenigen Länder der Welt kein Freihandelsabkommen, zum aktuell in Verhandlung stehenden Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP) hat die Schweiz keine Stimme. Wie wirkt sich das auf die Schweizer Wirtschaft aus, wie kann der Zugang zu diesen zwei Märkten, die rund zwei Drittel der Schweizer Exporte aufnehmen, gesichert werden?

Heinz Karrer: Beide Märkte sind für die Schweiz als Exportnation zentral! Seit der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative ist unser Verhältnis mit der EU tatsächlich einer Belastungsprobe ausgesetzt. Doch aus Sicht der Wirtschaft gibt es auch positive News, daher würde ich auch nicht von einer Blockade sprechen: So konnte für die Schweizer Beteiligung am EU-Forschungsprogramm Horizon 2020 eine Zwischenlösung gefunden werden. Mit einer zukunftsgerichteten Unternehmenssteuerreform III haben wir die Möglichkeit, den seit Jahren schwelenden Steuerstreit mit der EU zu lösen.

„Bei beiden Märkten hat es die Schweiz in der Hand, die Grundlage für gute Marktzutrittsbedingungen zu schaffen.“ Heinz Karrer, Präsident economiesuisse.

Ebenso gibt es auch beim EU-amerikanischen Freihandelsabkommen TTIP interessante Entwicklungen. So beobachtet die Schweiz den Verhandlungsverlauf sehr genau und steht mit beiden Seiten in Kontakt. Sowohl die EU wie auch die USA wollen eine offene Freihandelszone schaffen, an der sich Drittstaaten beteiligen können. Bei beiden Märkten hat es die Schweiz in der Hand, die Grundlage für gute Marktzutrittsbedingungen zu schaffen. Im Falle der EU durch eine vernünftige Migrationspolitik und im Falle von TTIP durch eine Reform des heute übermässig abgeschotteten Agrarmarktes.

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