Andreas Thommen (Geschäftsführer Ecopop) zur Personenfreizügigkeit

Andreas Thommen (Geschäftsführer Ecopop) zur Personenfreizügigkeit

Andreas Thommen, Geschäftsführer Ecopop (Bild: Aargauerzeitung.ch)

Von Helmuth Fuchs

Moneycab: Mit der Ecopop-Initiative «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» wollen Sie die jährliche Nettozuwanderung auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung begrenzen. Neu werden Sie bei Ihrem Ziel von der AUNS (Aktion unabhängige und neutrale Schweiz) dabei unterstützt. Linke Grüne im selben Boot mit einer Gruppierung rechts der SVP. Wie glauben Sie, wird sich diese Allianz auf die Erfolgschancen Ihrer Initiative und das Image der Grünen auswirken?

Andreas Thommen: Ecopop tritt als parteiunabhängige Umweltvereinigung zusammen mit AUNS gegen jene Linken/Grünen an, welche sich mit Economie-Suisse kurzgeschlossen haben. Zwei «unheilige» Allianzen stehen sich gegenüber. Sie unterscheiden sich dadurch, dass die einen die Personenfreizügigkeit mit der EU um jeden Preis erhalten wollen. AUNS und Ecopop nehmen eine Kündigung der Personenfreizügigkit in Kauf, wenn die EU nicht bereit ist, diese neu zu verhandeln. Die Schweiz steht vor der Entscheidung, ob sich die Bevölkerung künftig bei neun Millionen Menschen stabilisiert, oder sie im Jahr 2050 zwölf Millionen Einwohner hat.

«Der Bedarf an Arbeitskräften mit höherer Wertschöpfung (ca. 23’000 Jahr) kann auch mit Ecopop (mögliche Bruttozuwanderung bis zu 100’000 /Jahr) weiterhin problemlos gedeckt werden.» Andreas Thommen, Geschäftsführer Ecopop

Unserer Meinung nach überwiegen die wirtschaftlichen Nachteile eines unkontrollierten Bevölkerungswachstums (steigende Steuern durch starken Nachholbedarf bei den Infrastrukturbauten, Gefahr von hoher Arbeitslosigkeit bei Konjunkturflaute, Gefährdung der Sozialwerke, hohe Kosten der Integration) bei weitem die Vorteile, welche uns eine unlimitierte Personenfreizügigkeit mit der EU bringt. Der Bedarf an Arbeitskräften mit höherer Wertschöpfung (ca. 23’000 Jahr) kann auch mit Ecopop (mögliche Bruttozuwanderung bis zu 100’000 /Jahr) weiterhin problemlos gedeckt werden.

Abgesehen von den wirtschaftlichen Gefahren beeinträchtigt das starke Bevölkerungswachstum, und damit verbunden die enorme Bautätigkeit, die Natur, aber auch die Lebensqualität der Menschen. Die Grüne Partei tut so, als spiele der Faktor Bevölkerungszahl für die Umweltbelastung keine Rolle. Dies schadet ihrer Glaubwürdigkeit. Die Quittung wird bei den nächsten Wahlen folgen.

 

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