Aktiefokus: Novartis legen deutlich zu

Aktiefokus: Novartis legen deutlich zu

Zürich – Die Aktien des Pharma-Konzerns Novartis legen am Montag deutlich zu. Der Pharmakonzern habe über das Wochenende und bereits am Freitag gute Studienergebnisse vorgelegt und eine Zulassungsempfehlung für das Blutdruckmedikament Rasitrio erhalten, begründen Marktbeobachter die höheren Notierungen. U.a. hat Novartis für Glivec bei pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH) in einer Phase-III-Studie den primären Endpunkt erreicht. Konkurrenzängste haben indessen phasenweise Actelion leicht belastet, dessen Hauptprodukt Tracleer bei PAH zugelassen ist, hiess es weiter.

Bis gegen 10.40 Uhr steigen die Novartis-Aktien um 1,2% auf 49,10 CHF.

Die Actelion-Titel legen um 0,7% auf 29,80 CHF zu. Der SMI gewinnt derweil um 1,5%; Roche notieren um 2,1% höher.

«Good news» am Freitag noch verpufft
Am vergangenen Freitag verpufften die guten News für Novartis in der Form einer Zulassungsempfehlung des vorberatenden EU-Ausschusses CHMP für den Blutdrucksenker Rasitrio und eines erfolgreichen Studienabschlusses für Afinitor bei Nierenkrebs noch. Über das Wochenende hat Novartis weitere «good news» vorgelegt für Afinitor bei Brustkrebs und das Krebsmedikament Glivec bei PAH. In Glivec sehen Analysten allerdings keine Konkurrenz zu Tracleer von Actelion, da sich das Novartis-Medikament als Begleittherapie eignet.

«Beeindruckende Ergebnisse»
Die jüngsten Forschungsergebnisse von Novartis werden durchs Band positiv beurteilt. «Beeindruckende Ergebnisse» für Afinitor bei Brustkrebs, schreibt beispielsweise Andrew Weiss von der Bank Vontobel. Er werde die Schätzungen für den Afinitor-Umsatz in der Indikation Brustkrebs um 300 Mio auf neu 1,8 Mrd USD erhöhen. Insgesamt schätzt Weiss den Produktumsatz auf 3,5 Mrd USD. Zu Glivec bei PAH schreibt Weiss, dass er nicht davon ausgehe, das Medikament den Behandlungsstandard verändere. Er erwarte, dass das Novartis-Medikament als Begleittherapie zu Tracleer von Actelion angewendet werde. Daher dürfte gemäss Weiss kein Druck auf die Actelion-Franchise ausgeübt werden. Weiss veranschlagt den Spitzenumsatz von Glivec in der Indikation PAH auf 400 Mio USD.

Synergistischer Erfolg für Glivec möglich
Die PAH-Therapie werde weltweit von Tracleer dominiert, schreiben die Analysten der Zürcher Kantonalbank. Über einen anderen Wirkmechanismus kann nun Glivec womöglich einen synergistischen Erfolg erzielen. Grosses Potenzial sieht die ZKB für die Blutdrucksenker-Dreifachkombination Rasitrio. Damit vervollständige Novartis die Blutdrucksenker-Franchise mit Mehrfachkombinationen in einer einzigen Pille. Der in Europa nun zur Zulassung empfohlene Dreifach-Kombo ist in den USA bereits seit Ende 2010 unter dem Namen Aturnide zugelassen. «Wir sehen mit allen Tekturna-Kombinationen von Novartis eine der besten Blutdrucksenker-Franchisen überhaupt», so die ZKB weiter.

Vontobel bekräftigt «Buy»-Empfehlung
Weltweit würden geschätzten 1 Milliarde Menschen an hohem Blutdruck leiden und sich damit auch mit den Folgekrankheiten an Herz, Hirn (Schlaganfall) und Niere konfrontiert sehen. Bei weiter geschätzten 85% aller Bluthochdruck-Patienten, die für eine richtige Blutdruckeinstellung eine Kombination aus mehreren Medikamenten benötigen, dürfte aus Sicht der ZKB selbst nach dem Patentablauf von Diovan ab Ende 2011 in Europa und ab Ende 2012 in den USA ein Umsatzausfall aufzufangen helfen. Die Bank Vontobel bewertet die Novartis-Aktie mit «Buy» (Kursziel: 60 CHF). Auch der Actelion-Titel wird mit «Buy» (58 CHF) eingestuft. (awp/mc/ps)

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