Aktienfokus: Givaudan trotz guter Zahlen mit Abgaben

Givaudan

Zürich – Die Givaudan-Aktien notieren am Donnerstag nach Jahreszahlen etwas tiefer. Allerdings ist der Rückgang weniger den vorgelegten Zahlen geschuldet, denn die wussten zu überzeugen, sondern dem schwachen Gesamtmarkt. Dementsprechend fallen die Abgaben in Givaudan vergleichsweise moderat aus. Besonders hervorgehoben wird von den Experten die Wachstumsbeschleunigung im letzten Jahresviertel.

Givaudan werden um 10.50 Uhr 0,6% tiefer auf 882,50 CHF gehandelt, derweil der Gesamtmarkt gemessen am SMI um 0,32% zurückgeht. Ohne den Einfluss der starken Nestlé-Valoren würde der SMI allerdings erheblich deutlicher sinken. Bis zum Berichtszeitpunkt wurde mit rund 10’000 Givaudan-Aktien schon fast die Hälfte eines üblichen Tagesvolumens umgesetzt. Trotz übler Zutaten wie einem starken Schweizer Franken und gestiegenen Rohstoffpreisen ein immer noch ziemlich «dufter» Ausweis des Aromen- und Riechstoffherstellers, urteilt die Bank Notenstein mit gewohnt blumiger Note.

Starke Entwicklung im letzten Jahresviertel

Etwas konkreter wird es bei der Bank Vontobel, die insbesondere die starke Entwicklung im letzten Jahresviertel lobt. Dies betreffe das Wachstum, als auch die Profitabilität. Vor allem die Sparte «Flavours» habe stark abgeschnitten, urteilt Analyst Jean-Philippe Bertschy. Daniel Bürki von der ZKB zufolge hat Givaudan ein operativ «starkes» Jahresergebnis präsentiert. Das Unternehmen habe damit eindrücklich bewiesen, dass das magere Ergebnis des ersten Semesters ein «Ausrutscher» war.

Konkurrenz verliert im Vergleich zu Givaudan an Momentum
Die starke Entwicklung im Schlussquartal ist nach Ansicht von Bertschy wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass das chinesische Neujahrsfest früher stattgefunden hat als im Vorjahr. Dieses zusätzliche Volumenwachstum habe zu einer besseren Operating Leverage und höheren Margen als erwartet geführt. Arne Rautenberg von Kepler Capital Markets spricht ebenfalls von einer «sehr überzeugenden» Leistung im vierten Quartal 2011 mit einem beschleunigten Wachstum und einer verbesserten Profitabilität. Das Gezeigte sei noch mehr zu würdigen, wenn man berücksichtige, dass verschiedene Mitbewerber von Givaudan zuletzt auf Geschäft verzichtet hatten, um die Marge zu verteidigen. Die Konkurrenz habe im Vergleich zu Givaudan an Momentum verloren.

Givaudan klarer «Industry-Leader»
Doch die Margenexpansion bei Givaudan sei nicht nur das Resultat höherer Verkaufspreise, betont Rautenberg. Es sei auch das Ergebnis einer strikten Kostenkontrolle. Dies sollte die Profitabilität auch in Zukunft stützen. Givaudan sei klarer «Industry-Leader», so der Analyst. Er will nun seine Gewinnschätzungen erhöhen und bestätigt sein «Buy»-Rating mit einem Kursziel von 900 CHF. Die Bank Vontobel wird ihre Schätzungen auch um 4-5% erhöhen, bleibt aber mit Verweis auf die hohe Bewertung der Valoren bei ihrem «Hold»-Rating mit Kursziel 800 CHF. «Neutral» mit Kursziel 870 CHF heisst es bei der UBS und ZKB bleibt ebenfalls bei der Empfehlung «Marktgewichten». (awp/mc/ps)

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