Aktienfokus: Richemont deutlich fester

Richemont

Zürich – Die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont haben den Handel am Mittwoch in einem freundlich tendierenden Gesamtmarkt mit klar festeren Kursen aufgenommen. Die Gruppe übertraf mit den Angaben zum Umsatz der ersten fünf Monaten 2011/12 die Markterwartungen deutlich. Im Ausblick äusserte sich das Management in gewohnt vorsichtigen Tönen.

Bis um 09.55 Uhr gewinnen Richemont 4,7% auf 45,94 CHF dazu. Gleich zum Börsenstart lagen die Aktien sogar mit 6% im Plus. Demgegenüber steigen die Aktien des Branchennachbars Swatch Group mit 3,8% in die Höhe. Der Gesamtmarkt (SMI) kann sich ebenfalls weiter erholen und gewinnt derzeit 1,6%.

Alle Erwartungen übertroffen
Richemont habe mit den Angaben zum Umsatz alle Erwartungen übertroffen, schreibt René Weber von der Bank Vontobel. Das Wachstum sei von der Entwicklung in Asien (ohne Japan) beflügelt worden. Zudem hätten alle Bereiche positiv überrascht.

Allmähliche Verlangsamung zeichnet sich ab
Das Trading Statement sei wie erwartet sehr stark ausgefallen, meint Patrik Schwendimann von der ZKB. In den kommenden Quartalen sei aber von einer allmählichen Verlangsamung des hohen Wachstums auszugehen. Auch in der Finanzkrise 2007/08 habe die Luxusgüterbranche mit einem Jahr Verzögerung schlechtere Zahlen ausgewiesen.

Konkurrenz hinter sich gelassen
Die derzeit robuste Geschäftsentwicklung komme nicht von ungefähr, nachdem wichtige Konkurrenten wie Hermes und Tiffany zuletzt gute Wachstumszahlen ausgewiesen haben und auch Daten zur Luxusgüterindustrie etwa aus Hong Kong oder den USA erfreulich ausgefallen seien, schreiben die Analysten der Credit Suisse. Dennoch sei es Richemont gelungen, die Konkurrenz – zumindest beim Umsatzwachstum – zu schlagen.

SNB-Intervention dürfte Kurs stützen
Das Management habe im Ausblick wohlbekannte Risiken wie die befürchtete Abschwächung der Weltwirtschaft, die hohe Vorjahresbasis oder den starken Franken erwähnt, so die CS weiter. Allerdings dürfte die gestern angekündigte Intervention der SNB, die eine Abschwächung des Schweizer Frankens zum Ziel hat, den Richemont-Kurs zumindest kurzfristig unterstützen. Langfristig werde die steigende Zahl vermögender Menschen in den Wachstumsmärkten die Nachfrage nach Luxusgütern stärken.

Schwierige Neubewertung
Aufgrund der bestehenden Risiken sei es derzeit aber schwierig eine Neubewertung von Richemont vorzunehmen und so belässt die CS das Rating auf «Neutral». Demgegenüber wird René Weber sein Rating mit «Hold» und das Kursziel von 50 CHF überprüfen. Die aktuellen Gewinnschätzung der Bank Vontobel basierten auf einem Euro-Franken-Kurs von 1,10. Neu werde dafür 1,20 eingesetzt, was eine Anhebungen der Schätzung von mehr als 10% zur Folge haben werde. Auch die ZKB wird die Gewinnschätzung anheben, belässt aber das Rating auf «Untergewichten». (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.