Aktienfokus Richemont: Fester

Richemont

Zürich – Die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont sind gut in die neue Börsenwoche gestartet und stehen mit einem Plus von rund 1,3% an der Spitze des Schweizer Bluechips-Segment SMI. Richemont überzeugte die Anleger mit guten Umsatzzahlen. Das Wachstum hat sich in dem im Dezember endenden dritten Quartal gegenüber dem Halbjahresausweis zwar leicht abgeschwächt. Die Verlangsamung sei aber deutlich geringer ausgefallen als erwartet, heisst es in Analystenkreisen.

Bis um 12.15 Uhr klettern Richemont mit 2,0% auf den Tageshöchststand von 51,70 CHF. Bis zum Berichtszeitpunkt haben rund 810’000 Titel die Hand gewechselt, dies bei einem durchschnittlichen Tagesvolumen von 1,6 Mio in den letzten Wochen. Mit dem heutigen Plus setzen Richemont den Aufwärtstrend im laufenden Jahr fort. Seit Jahresbeginn liegen die Titel nun mit 8,7% im Plus. Die Aktien des Branchennachbars Swatch Group, welcher in der Vorwoche überzeugende Umsatzzahlen vorgelegt hatte, stehen zu Wochenbeginn mit 0,9% (+6,9% seit Jahresbeginn) im Plus, der Gesamtmarkt (SMI) steigt um 0,32% (+1,36% seit Jahresbeginn).

Glänzende Umsatzzahlen
Richemont habe im dritten Quartal geglänzt, schreibt die Bank Wegelin. Ausser der Bereich Schreib-Utensilien hätten alle Divisionen überzeugt. Der Rückgang der Wachstumsrate sei mit der hohen Vorjahresbasis und dem schwierigeren Konjunkturumfeld zu begründen. Das Wachstum im Monat Dezember sei mit 21% jedoch immer noch beachtlich. Die Wegelin-Kommentatoren sehen aufgrund des unsicheren Wirtschaftsausblicks Risiken, welche die Kursentwicklung von Richemont hemmen könnten. Längerfristig dürften die Luxusgüterkonzerne aber von den steigenden Einkommen und der wachsenden konsumfreudigen Mittelschicht in den aufstrebenden Märkte Asiens oder Südamerikas profitieren.

Überraschend gut in Europa
René Weber von der Bank Vontobel streicht in seinem Kommentar das nach wie vor starke Wachstum in der Region Asia-Pacific heraus, wo Richemont von der anhaltend starken Nachfrage in Hongkong und dem chinesischen Festland profitiert habe. Zudem habe sich der Luxusgüterkonzern in der separat geführten Region Japan überraschend gut entwickelt und die Nachfrage in Europa sei dank starken Käufen von Reisenden auf erfreulich hohem Niveau geblieben. Auch Jon Cox von Kepler hat die Entwicklung in Europa und der Region Amerika stark überrascht. Er geht davon aus, dass etwa die Hälfte der Käufe in Europa von Touristen getätigt wurden.

Wachstumsdynamik immer noch hoch
Die Wachstumsdynamik habe im dritten Quartal bei Richemont etwas nachgelassen, sei aber immer noch hoch, meint Patrik Schwendimann von der ZKB. Bereits im Monat Oktober habe sich mit einem Wachstum von 26% (in LW) die Verlangsamung gezeigt, im Dezember sei trotz allem noch ein Plus von 21% erzielt worden. Schwendimann zieht zum Vergleich den US-Schmuckproduzenten Tiffany heran, der in den Monaten November und Dezember um 6% gewachsen ist nach einem Plus von 17% in dem im Oktober zu Ende gegangenen dritten Quartal.

Unsichere Konjunkturlage bleibt ein Risiko
Richemont habe ein weiteres solides Quartal abgeschlossen, schreibt die Credit Suisse. Die unsichere Konjunkturlage in Europa sowie ein möglicher konjunktureller Gegenwind in den Wachstumsmärkten dürften für die Kursentwicklung jedoch bestimmend bleiben. Auch Alessandro Migliorini von Helvea schreibt von soliden Zahlen. Nebst guten Schmuck- und Uhrenverkäufen habe vor allem der Bereich Übrige mit dem Online-Portal Net-a-Porter überraschend gut abgeschnitten. In den kommenden Monaten werde sich das Wachstumsmomentum aber weiter abschwächen, wobei die Uhrenhändler beim Aufstocken ihrer Lager vorsichtiger agieren dürften.

Kepler bekräftigt das «Buy»-Rating
Vontobel-Analyst Weber rechnet im kommenden Geschäftsjahr 2012/13 bei Richemont weiterhin mit einem Umsatzwachstum von 10% und hält an der «Kauf»-Empfehlung mit einem Kursziel von 60 CHF fest. Auch Helvea sieht mit einem Rating von «Accumulate» (Kursziel 60 CHF) Steigerungspotential und Kepler bekräftigt das «Buy»-Rating (60 CHF). Derweil bestätigt die CS ihre Einschätzung mit «Neutral» (54 CHF). Die ZKB hatte Richemont – wie den gesamten Luxusgütersektor – im vergangenen Jahr auf «Untergewichten» abgestuft. Dies nachdem die Luxusgütertitel in den vergangenen Jahren einen deutlichen Kursanstieg verzeichnet hatten und die Konjunkturrisiken im laufenden Jahr gestiegen sind. (awp/mc/upd/ps)

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