Aktienfokus: Swiss Re bauen Verluste aus

Swiss Re

Zürich – Die Aktien der Swiss Re sind schwach in die neue Börsenwoche gestartet und haben die Abgaben in der Folge sogar noch ausgebaut. Am Montag hat CEO Stefan Lippe seinen Rücktritt angekündigt. Er wird im Laufe des kommenden Jahres in den vorzeitigen Ruhestand treten und sein Amt an einen Nachfolger übergeben. Analysten zeigten sich über die Rücktrittsankündigung kaum überrascht und sehen den aktuellen Rückversicherungs-Chef Christian Mumenthaler als Kronfavoriten für den CEO-Posten.

Swiss Re geben bis um 12.10 Uhr um 2,6% auf 48,18 CHF nach und stehen damit nahe am Tagestiefstwert.

Bislang wurden rund 535’000 Titel gehandelt. Das durchschnittliche Tagesvolumen der vergangenen Woche liegt hingegen bei knapp 1,4 Mio. Der Gesamtmarkt SMI verliert zum Berichtszeitpunkt 0,14%.

Interner Nachfolger erwartet
Die Rücktrittsankündigung von Stefan Lippe überrasche nicht, komme aber früher als erwartet, meint Stefan Schürmann von der Bank Vontobel. Lippe habe das Vertrauen der Anleger in die Swiss Re zurückgewonnen, nun brauche es einen CEO mit profunden Einblicken und Kenntnissen in alle Geschäftsbereiche. Schürmann geht davon aus, dass ein interner Kandidat das Rennen machen wird. Swiss Re verfüge über zahlreiche Kandidaten in der Geschäftsleitung, die dazu fähig wären. Ausserdem ergebe sich dadurch die Möglichkeit, die Konzernleitung zu verschlanken.

Mumenthaler meistgenannter CEO-Kandidat
Auch Georg Marti von der ZKB erwartet einen internen CEO-Nachfolger, womit Swiss Re in der Ernennung eines CEO die Tradition der vergangenen Jahre fortsetzen würde. Ein Kandidat sei Christian Mumenthaler, der wie Lippe seit vielen Jahren bei der Swiss Re arbeite und diverse wichtige Funktionen inne gehabt habe. Unter anderem sei er für die Division Life & Health verantwortlich und als Chief Risk Officer tätig gewesen. In der auf drei Bereiche ausgerichteten, neuen Unternehmensstruktur ist er aktuell der Chef des wichtigsten Bereichs Rückversicherung.

Konzentration auf Kerngeschäft Rückversicherung

Für Fabrizio Croce von Kepler ist Mumenthaler ebenfalls ein heisser Kandidat auf den CEO-Posten. Die Ernennung Mumenthalers stelle eine Chance für den Konzern dar, denn möglicherweise werde die Swiss Re sich dann aus dem Admin-Re-Geschäft (Kauf und Abwicklung von Versicherungsportfolios) und aus dem Geschäft mit grossen Unternehmenskunden (Corporate Solutions) zurückziehen und sich voll und ganz auf das Kerngeschäft Rückversicherung konzentrieren, spekuliert Croce.

Lippes Abgang «grosser Verlust»
Laut den Analysten von Silvia Quandt Research ist der Abgang von Lippe ein grosser Verlust für die Swiss Re. Allerdings sei davon auszugehen, dass es dem Unternehmen gelingen wird, einen qualifizierten und überzeugenden Nachfolger zu finden. Kurzfristig könne der geplante Abgang von Stefan Lippe an der Börse zu leicht erhöhter Unsicherheit führen, heisst es im Helvea-Kommentar. Allerdings bleibe dem Rückversicherer genügend Zeit, um nach einer geeigneten Nachfolgelösung zu suchen. Swiss Re habe gute Talente in den eigenen Reihen und könne auch externe Kandidaten anziehen. (awp/mc/upd/ps)

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