Aktienfokus: Synthes-Aktie gibt Startgewinne wieder ab

Firmenstandort Synthes

Zürich – Die Valoren der Synthes Inc haben am Mittwoch nach der Publikation der Jahreszahlen 2010 Anfangsgewinne abgegeben und stehen mittlerweile im Minus. Fundamentale Gründe sieht man am Markt für den Kursverlust nicht. Möglicherweise dürften einige Anleger Gewinne mitgenommen haben, nachdem man sich am Markt noch ein etwas besseres Ergebnis erhofft habe, kommentierte ein Händler. Das könnte auch der Grund für den starken Anstieg in den letzten Handelsstunden vom Dienstag gewesen sein.

Bis um 11.35 Uhr stehen Synthes um 1,0% im Minus auf 129,60 CHF. Der SMI liegt derweil 0,04% im Plus. Das Medizinaltechnikunternehmen hatte am Morgen eine Umsatzsteigerung für 2010 von 8,6% auf 3’687 Mio USD bekanntgeben. Noch deutlicher stiegen die Gewinnzahlen: Der Betriebsgewinn erhöhte sich um 10,4% auf 1’283,4 Mio USD und der Reingewinn um 10,2% auf 907,7 Mio USD. Die Betriebsgewinnmarge konnte um 0,5 Prozentpunkte auf 34,8% zulegen. Damit konnte Synthes die Erwartungen übertreffen.

Hohe Rentabilität trotz Preisdruck
Die Resultate werden entsprechend in Analystenkommentaren vom Mittwochmorgen mehrheitlich gelobt: Das Unternehmen habe trotz dem Preisdruck eine hohe Rentabilität erhalten können, schreibt die Bank Vontobel. Im vierten Quartal habe sogar eine «fantastische Profitabilität» mit einer EBIT-Marge von 36% resultiert. Auch für die Bank Sarasin bildet die Betriebsgewinnmarge die «wichtigste positive Überraschung.»

Flache Umsatzentwicklung im Wirbelsäulenbereich
Bei den Umsätzen habe der Wirbelsäulenbereich im vierten Quartal zwar eine flache Entwicklung gezeigt, die Volumen hätten aber die Preisrückgänge, die sich global im mittleren einstelligen Bereich bewegten, kompensieren können, schreibt der zuständige Analyst von Nomura. Die Credit Suisse sieht nach den Resultaten von Synthes und zuvor von Smith&Nephew die europäische Orthopädieindustrie stabilisiert und erachtet die Unternehmen derzeit als nicht anspruchsvoll bewertet.

Ausblick «wie immer wenig konkret»
Als eher «vage» wird der Ausblick der Synthes-Führung beurteilt: Dieser unterscheide sich nicht generell gegenüber dem Ausblick von 2010, bemerkt der Helvea-Analyst. Auch die ZKB beurteilt den Ausblick als «wie immer wenig konkret». Der Abschlag von rund 10% bei der Marktbewertung gegenüber der Konkurrenz sei durch den Preisdruck im Trauma-Bereich und die schwierigen Bedingungen im Bereich Wirbelsäule gerechtfertigt, meint Synthes.

Verbesserungen der Produktivität erwartet
Die Credit Suisse erwartet dagegen trotz der anhaltend schwierigen Marktbedingungen Verbesserungen der Produktivität. Auch die Bank Wegelin erhofft sich Impulse für das Unternehmen, die vom steigenden Wohlstand in den Schwellenländern ausgehen sollen wie auch von der generellen Konjunkturerholung, welche die Menschen vermehrt zu riskanten Freizeitaktivitäten verleite. (awp/mc/ss)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.