Aktienfokus: Transocean steigen trotz Q4-Verlust

Steven Newman

Transocean-CEO Steven Newman.

Zürich – Die Aktien des Ölbohrkonzerns Transocean sind am Montag kaum verändert in den Handel gestartet und legen nun in einem schwachen Gesamtmarkt um beinahe 1,5% zu. Die Gruppe hat im vierten Quartal des abgelaufenen Jahres sehr hohe Abschreibungen auf dem Goodwill sowie Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Unfall im Golf von Mexiko vorgenommen und so einen grossen Verlust ausgewiesen. Transocean hatte jedoch die Anleger bereits vor einer Woche vor Goodwill-Abschreibungen gewarnt, nur die Höhe war noch nicht klar. Ausserdem seien die Rückstellungen für die Ereignisse im Golf von Mexiko tiefer als erwartet ausgefallen.

Bis um 09.40 Uhr steigen Transocean um 1,4% auf 46,51 CHF während der Gesamtmarkt (SPI) um 0,37% nachgibt. Nach der Ankündigung zum Abschreiber vor gut einer Woche hatten Transocean an einem Tag um rund 5% eingebüsst, was allerdings während der Woche wieder aufgeholt wurde. Die Rückstellung zum Macondo-Unfall (Golf von Mexiko) von 1 Mrd USD könnte positiv aufgenommen werden, meint Vontobel-Analyst Fabian Haecki in einem Kurzkommentar. Die nun getätigte Rückstellung weise auf mögliche Bussgelder oder einen Vergleich mit BP hin und könnte der Schlusspunkt in diesem Rechtsstreit bedeuten.

Aussergerichtliche Einigung denkbar
Die Analysten der LUKB halten angesichts der Komplexität des Falls eine aussergerichtliche Einigung für einige oder alle involvierten Parteien für denkbar. Ob und wann es zu einem Vergleich komme, sei aber weiterhin offen. Nebst Transocean als Besitzerin der Ölplattform, stehen BP und die für die Zementierungsarbeiten am Bohrloch verantwortliche Halliburton auf der Anklagebank. Der ursprünglich für heute Montag vorgesehene Prozessbeginn in dieser Angelegenheit ist vom zuständigen Richter um eine Woche verschoben worden.

Wertberichtigung des Goodwills über Erwarten hoch
Die Wertberichtigung des Goodwills um 5,2 Mrd USD sei dagegen über Erwarten hoch ausgefallen, so die Bank Vontobel weiter. Die Anpassung werde auf dem Gesamt-Goodwill von insgesamt 8,2 Mrd aus der Fusion mit GFS getätigt und lasse darauf schliessen, dass der Markt für leistungsschwächere Offshore-Bohrinseln (ältere Hubbohrinseln) weit von einer deutlichen Erholung entfernt ist. Die ZKB bewertet die am (heutigen) Montag publizierten Zahlen als «leicht kursnegativ». Der Umsatz sei zwar im Schlussquartal etwas stärker als erwartet gestiegen. Dies sei aber in erster Linie stark durch externe Wachstumsfaktoren getrieben, wie der Übernahme der norwegischen Aker Drilling. Die Gewinnzahlen seien derweil durch diverse Sonderfaktoren negativ tangiert worden, so der Kommentar. (awp/mc/ps)

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