Aktienfokus: Vögele nach CEO-Abgang stark

Vögele-Markenbotschafterinnen Monica (l.) und Penélope Cruz.

Zürich – Die Aktien des Bekleidungskonzerns Charles Vögele reagieren mit kräftigen Kursgewinnen auf den überraschenden Wechsel an der Spitze. Der bisherige CEO, André Maeder, verlässt per sofort das Unternehmen «aufgrund unterschiedlicher Auffassung betreffend die Umsetzung der Unternehmensstrategie». In die Fussstapfen tritt Frank Beeck, der bislang den Posten des Chefeinkäufers innehatte. Nun kommen erste Übernahmefantasien auf.

Gegen 9.30 Uhr klettern die Titel von Vögele um 6,3% auf 27,00 CHF, zum Handelsstart stand sogar ein Plus von 8,1% zu Buche. Bislang sind gut 6’000 Stücke gehandelt bei einem durchschnittlichen Tagesvolumen von rund 36’000 Aktien. Der Gesamtmarkt (SPI) zeigt sich mit plus 1,1% freundlich.

Übernahmefantasien
Für die ZKB kommt der Wechsel auf dem Chefsessel nicht ganz unerwartet, da die Umsetzung der neuen Strategie doch länger hingezogen habe als geplant. Neben dem neuen CEO Beeck übernehme mit Hans Ziegler ein erfahrener Turnaround-Manager das Verwaltungsratspräsidium. Ziegler soll zudem mit 50% Pensum die Konzernleitung unterstützen. Durch diese Rochade an der Spitze komme wieder Fantasie bezüglich der Selbständigkeit von Vögele auf – die Migros-Gruppe hält über 20%. Von Seiten des Detailhandelskonzerns war allerdings kein Kommentar zu erhalten. Vögele sei ein reines Finanzengagement, hiess es wie üblich bei der Migros.

Sprungbrett für die Migros in weitere Länder?
Auch bei Kepler wird nun von erneut aufflammenden Übernahmefantasien ausgegangen. Vögele könne für die Migros ein Sprungbrett für die Expansion in weitere Länder sein, so Analyst Jon Cox. Der Bekleidungskonzern weise eine starke Bilanz und ein interessantes Immobilienportfolio auf, die für die Migros von Interesse sein könnten.

Vontobel: Vögele auf dem richtigen Weg
Vontobel-Experte Rene Weber bedauert den Rückzug von Maeder. Mit der Strategie sei Vögele auf dem richtigen Weg zur Modernisierung gewesen, so der Experte. Zwar dürfte der neue CEO den begonnenen Weg weitergehen, der Wechsel führe aber zu zusätzlicher Unsicherheit über den Turnaround und dessen Zeitplan. Weber hält an seiner Einstufung Hold fest. (awp/mc/pg)

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