CH-Schluss: SMI steigt 1,7% auf 8861 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch die deutliche Erholungsbewegung vom Vortag fortgesetzt. Nach einem verhaltenen Handelsbeginn zog der Leitindex SMI den ganzen Tag über kontinuierlich an und überschritt am frühen Nachmittag auch wieder die Marke von 8’800 Punkten. Im Handel wurde die positive Stimmung vor allem mit möglichen Fortschritten im Handelsstreit zwischen den USA und China begründet.

US-Präsident Trump hatte in einem Interview erklärt, dass Gespräche mit China im Gang seien und über Treffen auf höchster Ebene nachgedacht werde. Zudem berichtete eine Nachrichtenagentur über mögliche Senkungen der chinesischen Zölle auf US-amerikanischen Autos. Zur aufgehellten Stimmung trugen auch Signale über eine Entspannung im Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU bei. Zudem verwiesen Händler auf Hoffnungen, dass die US-Notenbank Fed kommende Woche die Leitzinsen doch nicht erhöhen könnte.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 1,68 Prozent im Plus bei 8’861,08 Punkten und damit nahe an seinem Tageshoch von 8’879 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewann 1,86 Prozent auf 1’361,78 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,61 Prozent auf 10’346,57 Zähler. Von den 30 SMI/SLI-Werten schlossen deren 29 im Plus.

Klar im Plus gingen die ABB-Titel (+4,0%) aus dem Handel. Der Industriekonzern bestätigte am Mittwochvormittag Medienberichte, wonach er in Gesprächen mit der japanischen Hitachi über die Zukunft der Stromnetzsparte steht. Gemäss dem Bericht könnte die Stromnetzsparte in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert werden, das mit der Zeit ganz in den Besitz der Japaner übergehen soll. Ein möglicher Verkauf der Sparte steht bereits seit längerer Zeit im Zentrum von Diskussionen.

Noch stärker legten am Mittwoch Temenos (+5,5%) zu. Der Bankensoftware-Anbieter gab die Übernahme einer Firma in den USA für 245 Millionen Dollar bekannt. Analysten äusserten sich in ersten Kommentaren positiv über den Kauf des Anbieters von Produkten zur digitalen Kundengewinnung – das Unternehmen sei bisher in den USA untervertreten gewesen, hiess es etwa.

Die Titel der Credit Suisse (+2,5%) schlossen ebenfalls klar fester. Das Unternehmen führte am Mittwoch seinem mit Spannung erwarteten Investorentag durch, wartete dabei aber nicht mit grossen Überraschungen auf. Insbesondere fiel das für die kommenden zwei Jahre geplante Aktienrückkauf-Programm etwa im Rahmen der Analystenerwartungen aus. Auch die UBS-Aktien (+2,3%) und auch die zuletzt stark gebeutelten Julius Bär (+2,9%) konnten zulegen.

Gefragt waren auch weitere typische Zykliker wie Schindler oder Sika (je +3,3%) ebenso wie die Uhrenwerte Swatch (+3,3%) und Richemont (+1,5%). Auch die volatilen Titel des Chipherstellers AMS (+3,0%) lagen bei Börsenschluss klar im Plus, nachdem sie zu Handelsbeginn noch im Minus notiert hatten.

Etwas unter dem Markt entwickelten sich die Schwergewichte Nestlé (+0,9%) und Novartis (+1,3%), während Roche (+2,2%) deutlich anzogen. Auch die als defensiv geltenden Swisscom (+1,1%) lagen am unteren Ende der Tabelle. Einzige Verlierer im SMI/SLI waren die Titel des Riechstoff- und Aromenherstellers Givaudan (-0,1%), für die Morgan Stanley am Vortag das Rating herunterstuft hatte.

Am breiten Markt legten Siegfried (+6,7%) stark zu. Die Papiere des Pharmazulieferers profitieren von einer positiven Analysteneinschätzung, zudem stellte sich der hierzulande bekannte Investor René Braginsky als Siegfried-Aktionär heraus. Klar im Plus schlossen auch Orascom (+5,2%) nach der Bekanntgabe eines Projektstart für Wohnbauten in Kairo.

Dagegen sackten die Titel des Pharmaunternehmens Santhera nach Zahlen und der Platzierung von Aktien um 10 Prozent ab. Auch Leclanché (-4,1%) schlossen schwächer, nachdem die Aktionäre am Vorabend grünes Licht für eine Umwandlung von Schulden in Aktien und damit zu einer beträchtlichen Verwässerung gegeben hatten. (awp/mc/pg)

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