Brent-Ölpreis fällt zwischenzeitlich unter 50 Dollar

Ölfässer

London – Die Ölpreise haben am Mittwoch ihre Talfahrt der vergangenen Tage zunächst fortgesetzt. Gerüchte um den Tod des saudischen Königs stützten die Preise im weiteren Handelsverlauf allerdings. Am Mittag kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent 51,14 Dollar und damit fünf Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 38 Cent auf 48,33 Dollar.

Am Vormittag war der Preis Brent-Öl aus der Nordsee erstmals seit fünfeinhalb Jahren unter die Marke von 50 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mai 2009 gefallen. Seit dem vergangenen Sommer haben sich die Ölpreise wegen eines zu hohes Angebots auf dem Weltmarkt mehr als halbiert. Analysten halten es für möglich, dass die Preise bis auf die Marke von 40 Dollar fallen. Laut Experten der Commerzbank dürften die Preise bis zur zweiten Jahreshälfte unter Druck bleiben. Erst dann mache sich bemerkbar, dass die Produktion von Schieferöl und die Verarbeitung von Ölsanden bei den aktuellen Preisen nicht profitabel sei und daher eingeschränkt werden dürfte. Zudem sei in der zweiten Jahreshälfte die Nachfrage nach Öl saisonbedingt grösser.

Preiskampf zwischen Saudi-Arabien und den USA
Der wichtige Ölproduzent Saudi Arabien führt derzeit einen Preiskampf gegen die Schieferölindustrie in den USA und hat daher nicht mit einer Produktionskürzung auf den Ölpreisverfall reagiert. Die Märkte blicken jedoch zunehmend auf den Gesundheitszustand des saudischen Königs Abdullah, der in der vergangenen Woche zur Behandlung einer Lungenentzündung in ein Krankenhaus eingeliefert wurde.

Falschmeldungen über den Tod des saudischen Königs
Zur Erklärung der zwischenzeitlich deutlichen Preiserholung am späten Vormittag verwiesen Händler auch auf eine offensichtlich gefälschte Nachricht auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, laut der der König von Saudi-Arabien verstorben sei. Die Nachfolge für den 90-jährigen Monarchen ist im Grunde klar geregelt. Einige Experten halten es aber für möglich, dass das Königreich zur Vermeidung von inneren Spannungen in der Übergangszeit seine sozialen Ausgaben deutlich verstärken wird und damit wieder ein stärkeres Interesse an höheren Ölpreisen hat. Experten erwarten für dieses Jahr bereits ein Budgetdefizit.

Am Nachmittag werden in den USA noch offizielle Daten zu den Ölvorräten der grössten Volkswirtschaft der Welt erwartet. (awp/mc/pg)

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