CH-Ausblick: Erneut fester erwartet

CH-Ausblick: Erneut fester erwartet

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstag im vorbörslichen Geschäft leicht fester. Die Vorgaben sowohl aus den USA als auch aus Asien sind klar positiv, nachdem am Vortag die Märkte weltweit von der konzertierten Aktion verschiedener wichtiger Zentralbanken profitiert hatten. Die Aktion der Notenbanken der USA, Europas, Grossbritanniens, Japans, Kanadas und der Schweiz verfolgt die Absicht, die Liquidität in dem zurzeit angespannten globalen Banken- und Finanzsystem zu erhöhen, was beispielsweise den Dow Jones zu einem Plus von über 4% trieb.

Ob dies bereits genügt, um die angeschlagene Stimmung und die Vertrauenskrise im Zusammenhang mit den politischen Problemen zur Lösung der Staatsschuldenkrise nachhaltig zu verbessern, darf bezweifelt werden. Viele Marktteilnehmer gehen nach einer Ersteinschätzung davon aus, dass die Märkte bald wieder unter Druck geraten werden, sollte sich nicht eine baldige Lösung der europäischen Schuldenkrise abzeichnen. So lautet für den Donnerstag die Frage, ob Anschlusskäufe folgen werden.

Der vorbörslich von Clariden Leu berechnete SMI steht um 08.25 Uhr 0,56% höher bei 5’683,74 Punkten. Am Mittwoch hatte der SMI im internationalen Vergleich «bescheidene» 2,2% zugelegt.

Gemäss Aussagen des EU-Währungskommissars Olli Rehn vom Vortag befinden sich die Bemühungen zur Lösung der Euro-Schuldenkrise in einer entscheidenden Phase. Es stünden zehn kritische Tage bevor, sagte er am Mittwoch anlässlich des Ratstreffens der EU-Finanzminister in Brüssel. In dieser Zeitspanne müsse die Antwort auf die Schuldenkrise in der EU zum Abschluss gebracht «und beschlossen werden».

Am Nachmittag stehen aus den USA mit dem ISM-Index und den Bauausgaben weitere Konjunkturdaten an, welche die weitere Entwicklung beeinflussen könnten. Am Morgen hatte das Seco bereits die jüngsten BIP-Daten zum dritten Quartal in der Schweiz vorgelegt, welche wie erwartet eine weitere Verlangsamung des Wachstums angezeigt hatten.

An Unternehmensnews bleibt der Tag eher arm. Etwas im Rampenlicht stehen am Donnerstag ZFS, welche vorbörslich mit einem Plus von 0,3% etwas hinter dem Gesamtmarkt herhinken. Das Unternehmen hat anlässlich des heute stattfindenden Investorentages das langfristige, operative Eigenkapitalrendite-Ziel von 16% bestätigt. Sollten jedoch die Wirtschaftsperspektiven auf dem derzeitigen Stand bleiben, erscheine die Realisierung einer Rendite von rund 2 Prozentpunkten unter dem Zielwert realistischer, hiess es. Weiter sieht sich ZFS auf Kurs, die Gesamtkosten bis 2013 um 500 Mio CHF zu senken.

UBS (+0,5%) stehen im breiten Mittelfeld. Die Bank hat am Morgen verschiedene Wechsel in der obersten Geschäftsleitung kommuniziert. So werde Philip Lofts neuer Group Chief Risk Officer (CRO) und löse in dieser Funktion Maureen Miskovic ab, hiess es. Lofts, der im Januar 2011 zum CEO UBS Group Americas ernannt wurde, war bereits von November 2008 bis Dezember 2010 als CRO der Gruppe tätig. Weiter übernimmt Ulrich Körner die Position des CEO UBS Group Europe, Middle East and Africa zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben als Group Chief Operating Officer und CEO Corporate Center.

Am meisten legen bis anhin Adecco (+0,8%) zu. Der Titel erhält von einer Aufstufung durch die ING auf «Buy» von «Hold» und einer klaren Kurszielerhöhung Auftrieb. Laut ING erfolgte die Aufstufung vor allem aus Bewertungsgründen.

Je 0,8% legen etwa auch Givaudan und Holcim zu, mit einem Plus von 0,7% folgen ABB, CS und Synthes.

Transocean (+0,1%) befinden sich am Ende der Tabelle. Das Unternehmen hatte am Morgen die Aufnahme von 2,5 Mrd USD neuer Mittel über Neuemissionen von 3 Senior Notes bekanntgegeben. Weiter teilte der Tiefseeölbohr-Konzern am späten Mittwochabend mit, dass die beiden an der am Vortag angekündigten Kapitalerhöhung beteiligten Banken (Barclays, CS) ihre Option zur Platzierung weiterer Aktien ausgeübt haben.

Im breiten Markt sorgen Publigroupe mit einer Gewinnwarnung und der Ankündigung einer weiteren Umstrukturierung des Bereichs Media Sales für Aufsehen. Kleinere Akquisitionen haben Georg Fischer und Sika angekündigt. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

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