CH-Ausblick: Fester erwartet

CH-Ausblick: Fester erwartet

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Donnerstag fester eröffnen, nachdem er am Vortag noch leicht im Minus geschlossen hatte. Als Stütze wirken die Vorgaben aus den USA: Der Dow Jones-Future hat seit dem europäischen Börsenschluss zugelegt. Klar im Zentrum des Handelstages stehen allerdings der nahende EU-Gipfel sowie die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Nachmittag stehen. Die kommenden 24 Stunden könnten eine Weggabelung in der Schuldenkrise markieren, hiess es von Analystenseite.

Von der EZB erwarten die meisten Ökonomen eine Senkung des Leitzins um 0,25 Punkte auf 1,0 Prozent. Daneben wird am Markt auch über weitere Unterstützungsmassnahmen für die wegen der Schuldenkrise angeschlagenen Banken spekuliert. Als weniger wahrscheinlich gilt eine Ausweitung der EZB-Käufe von Staatsanleihen oder gar Signale zur Einführung einer Zinsobergrenze im Euroraum. Dass den Politikern an dem am Abend beginnenden EU-Gipfel ein Befreiungsschlag in der Schuldenkrise gelingt bezweifeln allerdings viele Marktteilnehmer.

Der vorbörslich von Clariden Leu berechnete SMI steht um 08.25 Uhr um 0,59% höher auf 5’800,39 Punkten. Dabei notieren alle Titel zwischen 0,5% und 0,7% im Plus.

Im Zentrum des Interesses dürfte nicht zuletzt der Bankensektor stehen, nachdem Standard & Poor’s am späten Mittwochabend etliche grosse europäische Kreditinstitute unter verschärfte Beobachtung gestellt hat. Weitere Banken sollen folgen, hiess es. Allerdings sei dies die logische Folge aus der Ankündigung von S&P vom Montag, die Ratingeinstufung von 15 Euroländern wegen der schwelenden Schuldenkrise zu überprüfen, sagten Beobachter. UBS und CS notieren vorbörslich im Marktdurchschnitt fester.

Die Pharmaunternehmen Roche und Novartis haben in der Nacht auf Donnerstag positive Phase III-Studiendaten zu ihren Brustkrebsmitteln Pertuzumab respektive Afinitor vorgelegt, die sie an einem Symposium im amerikanischen San Antonio vorgestellt haben. Die Studien zu Afinitor haben laut Novartis den Nutzen des Medikaments im Zusammenhang mit einer Hormontherapie gezeigt. Der Pharmakonzern will die Zulassungsgesuche basierend auf der Studie noch Ende dieses Jahres einreichen.

Das Medikament Pertuzumab verlängere das progressionsfreie Überleben für Patientinnen mit HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs in einer Kombination mit Herceptin und Chemotherapie um 38%, teilte ihrerseits Roche mit. Unterstützung könnten die Roche-Titel auch von einer Studie von Barclays erhalten. Die Analysten fühlen sich durch die Studiendaten zu Pertuzumab darin bestätigt, dass Roche seine Herceptin-Lizenz ausweiten kann.

ABB erhalten Unterstützung durch Analystenstudien. So bleibt BNP Paribas beim Rating Outperform für die Titel des Elektrotechnikkonzerns und sieht für die Aktien weiterhin ein Aufwärtspotenzial von 15%. Für die ebenfalls zyklischen Adecco bleiben die Morgan Stanley-Analysten dagegen bei der Empfehlung «Underweight». So hätten sich die Aussichten für die Stellenvermittlungsbranche generell verschlechtert, zudem zögen sie die Konkurrenten Michael Page und Hays vor, schreiben sie. Für Holcim bleibt Morgan Stanley bei einem «Equalweight» bei einem leicht tieferen Kursziel.

Sonova könnten dagegen von den Citigroup-Experten Unterstützung erhalten, die nach einer Überarbeitung ihrer Prognosen die Titel des Hörgeräteherstellers auf «Buy» von bisher «Hold» heraufstufen. Am breiten Markt hat die BKW über einen Ausbau ihrer Aktivitäten im Bereich erneuerbare Energien informiert: Der Energiekonzern kauft in Deutschland zwei Windparks. (awp/mc/ps)

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