CH-Schluss: SMI gewinnt 0,5% auf 8’037 Punkte

CH-Schluss: SMI gewinnt 0,5% auf 8’037 Punkte

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den ersten Handelstag der Woche mit einem Plus beendet. In einem schwachen Auftakt sank der Leitindex SMI zunächst klar unter die 8’000-Punkte-Marke, bevor er mit einer deutlichen Erholung um mehr als 100 Punkte am Mittag das Tageshoch bei 8’074 Punkten erreichte, dass nach Konjunkturdaten jedoch nicht gehalten werden konnte. Gestützt wurde der SMI von Schwergewicht Novartis, während die Uhrenwerte im Vorfeld der am Dienstag anstehenden Aussenhandelszahlen einmal mehr klar abgaben. Die Spekulationen um eine baldige Leitzinserhöhung in den USA würden derzeit die Gewinnchancen des SMI deckeln, hiess es im Handel.

Unterstützung kam von der Währungsseite: Der US-Dollar kostet wieder mehr als 99 Rappen und der Euro hält sich über 1,11 Franken. An den meisten Börsen Europas überwogen jedoch die Minuszeichen, nachdem sich die Unternehmensstimmung im Euroraum im Mai leicht eingetrübt hatte. Daran konnte auch ein besser als erwartetes Konsumentenvertrauen nichts ändern. Zudem hatte Japan aufgrund der schwachen Nachfrage auch China schwache Exportzahlen geliefert. Die Daten zum Markit-PMI Industrie aus den USA wurden ebenfalls verhalten aufgenommen

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,41% höher auf 8’038,46 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewann 0,19% auf 1’224,31 Punkte hinzu, während der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,52% auf 8’709,57 Zähler zulegte. Bei den 30 Blue Chips schlossen 21 im Plus und neun im Minus.

Die grosskapitalisierten Novartis-Aktien schoben den Gesamtmarkt mit einem Aufschlag von 2,6% an. Der Basler Pharmakonzern kann auf einen Nachfrageschub bei seinem Herzmedikament Entresto hoffen: Kardiologen aus den USA und Europa legten am Freitag neue Richtlinien vor, die den Gebrauch des Mittels unterstützen. Bisher hatte der Novartis-Hoffnungsträger die hohen Umsatzerwartungen nicht erfüllt. Das könnte sich nun ändern, meinen Experten.

Die anderen beiden Pharmawerte im SMI – Roche (+0,3%) und Actelion (+0,1%) – gewannen nur wenig hinzu. Die japanische Roche-Tochter Chugai hat für das Mittel Avastin eine Zulassungserweiterung für Gebärmutterhalskrebs erhalten. Das dritte defensive Schwergewicht Nestlé gewann 0,3%.

Zu den Gewinnern zählten zudem Galenica (+0,5%), die von der Nachricht profitierten, dass die europäische Gesellschaft der Herzspezialisten (ESC) eine positive Empfehlung für dessen Eisenmedikament Ferinject ausgesprochen hat. Auch Aryzta (+1,2%), Sonova (+0,9%), ABB (+0,8%) oder Adecco (+0,8%) legten deutlicher zu.

Unsicherheiten über die Lage in China belasten die Uhrenwerte. Mit Richemont ging es um 3,5% nach unten; im Nachgang zu den am letzten Freitag präsentierten, schwachen Jahreszahlen hagelt es nun Rating- und Kurszielsenkungen. So stufen JPMorgan wie Citigroup die Papiere nur noch mit «Neutral» ein, Baader Helvea reduzierte das Kursziel klar.

Auch Swatch (-2,3%) gaben deutlich ab. Kepler hatte das Rating für den Titel von «Buy» direkt auf «Reduce» gesenkt; der zuständige Analyst nennt die rapide Verschlechterung des Handelsumfeldes als Grund dafür. Der Experte vermutet, dass Swatch Marktanteile verlieren könnte. Grössere Abgaben zeigten auch auf LafargeHolcim (-1,0%) und Swisscom (-2,0%), wobei Händler bei letzterer auf die Service-Public-Abstimmung Anfang Juni als Unsicherheitsfaktor verweisen.

Die Finanzwerte können nicht weiter von den Aussichten auf höhere Zinsen profitieren. Die Assekuranzen Zurich (-0,6%), Baloise (-0,1%) und Swiss Re (-0,4%) gaben ab, während Swiss Life (+0,3%) und die Banken UBS (+0,3%) CS (+1,1%), Julius Bär (+0,4%) im Plus schlossen.

Die Megaofferte im Agrochemiemarkt, die deutsche Bayer will Monsanto für 62 Mrd USD schlucken, ist auch hierzulande ein Thema. Die Aktien von Syngenta (-0,3%) zeigten sich allerdings kaum von der News bewegt, liegt doch für die Titel der Basler ein Übernahmeangebot von ChemChina auf dem Tisch.

Im breiten Markt fielen Ams mit +4,8% auf. Im Handel ist von einer baldigen Ankündigung des iPhone8 durch den Kunden Apple die Rede. Wisekey (-6,1%) fielen derweil ins alte Fahrwasser zurück, nachdem am Freitag noch eine Grossakquisition die Papiere um 22% nach oben getrieben hatte. Newron stiegen um 2,1%, nachdem der Marketingpartner Zambon das Medikament Xadago nun auch in Grossbritannien eingeführt hat.

Das Segment könnte zudem bald Zuwachs erhalten: Die Westschweizer Immobiliengesellschaft Investis steht Medienberichten zufolge kurz vor dem Börsengang an der SIX Swiss Exchange. Die Erstnotiz an der SIX sei noch vor dem Sommer vorgesehen, schrieb die «Finanz und Wirtschaft».(awp/mc/cs)

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