CH-Schluss: SMI schliesst 0,3% tiefer bei 8880,29 Punkten

CH-Schluss: SMI schliesst 0,3% tiefer bei 8880,29 Punkten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt verharrte den ganzen Donnerstag im roten Bereich und schloss wie schon am Vortag im Minus. Der Leitindex SMI konnte allerdings am Nachmittag die vorübergehend starken Verlusten etwas eindämmen und schloss auf Tageshoch. Als Grund für die leichte Erholung nannten Händler die neusten Konjunktursignale aus den USA, die am frühen Nachmittag publiziert wurden: Diese unterstützten die am Vorabend veröffentlichte Absicht der US-Notenbank, das Tempo bei der Straffung der Geldpolitik moderat zu halten, hiess es dazu.

Gleichwohl verhinderte die Griechenlandkrise eine weitergehende Erholung des Schweizer Marktes – dies im Unterschied zu anderen, konjunktursensitiven Börsen. Die Aussagen im Vorfeld des Euro-Finanzminister-Treffens waren widersprüchlich und liessen keine baldige Einigung erwarten. Keine grossen Wellen warf im übrigen die Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB).

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,30% tiefer auf 8’880,29 Punkten und damit auf Tageshoch; das Tagestief wurde bei gut 8’740 Zählern markiert. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab um 0,35% auf 1’329,55 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,31% auf 9’020,48 Punkte nach. Von den 30 wichtigsten Aktien lagen zu Handelsschluss 18 im Minus, elf im Plus und Actelion unverändert.

Die grössten Verluste unter den Blue Chips erlitten die volatilen Papiere des Ölserviceunternehmens Transocean (-4,6%), ohne dass Nachrichten vorlagen. Schwach entwickelten sich nach negativen Analystenkommentaren ausserdem ABB (-3,2%) und Geberit (-2,4%). So haben die UBS-Analysten ihre Gewinnschätzungen für ABB für die kommenden Jahre nach unten korrigiert und empfehlen neuerdings den Investoren, sich von den Titel zu trennen. Bei Geberit hat das UBS-Research zwar das Kursziel gesenkt, hält aber am „Neutral“-Rating fest.

Verluste von über 1% wiesen am Schluss des Tages ausserdem Kühne+Nagel (-1,6%), Aryzta (-1,4%) und Schindler (-1,3%) aus.

Schlechter als der Gesamtmarkt gingen auch die beiden Uhrenwerte Swatch (-0,8%) und Richemont (-0,6%) aus dem Handel. Am Vormittag war bekannt geworden, dass die Schweizer Uhrenexporte im Mai stark rückläufig waren. Damit weise der Mai im Vorjahresvergleich die schwächste Veränderungsrate seit 2009 auf, kommentierten dies die Analysten der ZKB. Swatch und Richemont gehören mit Verlusten von -18% und -14% seit Anfang Jahr zu den Hauptverlierern im Feld der Blue Chips.

Etwas belastet wurden die Indizes auch von den Grossbankentitel von CS (-0,6%) und UBS (-0,5%). Sie wurden von der SNB in dem am Donnerstagmorgen veröffentlichten Stabilitätsbericht angehalten, ihre Widerstandsfähigkeit weiter zu verbessern – auch wenn sie die meisten ab 2019 voll geltenden Anforderungen bereits erfüllten.

Unterschiedlich entwickelten sich die Schwergewichte. Novartis gaben um 0,5% nach. Der Pharmakonzern hielt am Donnerstag in Boston einen Investorentag ab. Die Manager sahen dabei das Unternehmen auf Kurs: Die Kernmarge werde sich im laufenden Jahr trotz Frankendruck im Rahmen der Guidance weiter verbessern. Roche und Nestlé legten hingegen um je 0,1% zu. Nestlé-Konzernchef Paul Bulcke hofft auf eine schnelle Klärung in der Nudelaffäre in Indien, wie er vor Journalisten sagte.

Klar im Plus schlossen Lonza (+1,9%) sowie Syngenta (+1,8%). Obschon Syngenta die Avancen Monsantos bereits zwei Mal abgewiesen hat, setzten wieder mehr Marktteilnehmer auf eine erfolgreiche Übernahme, hiess es am Markt. Als Auslöser galt die Aussage eines „Gründervaters“ von Syngenta in einer Wirtschaftszeitung. Pierre Landolt, Präsident der Sandoz-Stiftung und bis 2012 Verwaltungsrat von Syngenta, geht demnach davon aus, dass Monsanto mit der Übernahmeinitiative erfolgreich sein wird.

Am breiten Markt legten die Aktien des Lagerlogistik-Unternehmens Interroll (+2,6%) nach einer positiven Gewinnwarnung und jene der Liechtensteiner VP Bank (+3,2%) nach der Ankündigung eines Aktienrückkaufs zu.

Die Schweizer Börse erhält zudem bald Zuwachs: Der Börsengang der Immobiliengesellschaft Plazza, die von der Industriegruppe Conzzeta (Namenaktie A +1,7%) abgespalten wird, soll am 26. Juni erfolgen. (awp/mc/pg)

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