CH-Schluss: Deutliche Gegenbewegung zu Vortagesverlusten

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Woche mit starken Gewinnen beendet. Nachdem der hiesige Markt am Vortag starke Verluste erlitten hatte, machte er am Freitag einen guten Teil dieser Verluste wieder wett. Der SMI als wichtigster Schweizer Aktienindex hatte bereits im Plus eröffnet, legte aber – mit der starken Eröffnung der Wall Street – am Nachmittag zumindest phasenweise nochmals klar an Tempo zu. Am Morgen war vor allem von einer technischen Gegenbewegung auf die Vortagesverluste die Rede, am Nachmittag wurde dann vor allem auf die US-Märkte bzw. Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff sowie gute Konjunkturdaten verwiesen.

So hatte etwa das US-Pharmaunternehmen Pfizer angekündigt, dass es im November in den USA eine Notfallzulassung seines Corona-Impfstoffes beantragen werde. Voraussetzung seien positive Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit bei der laufenden Erprobung. Mit einer Notfallzulassung der amerikanischen Behörden könnten Teile der US-Bevölkerung – zum Beispiel medizinisches Personal oder ältere Menschen – bereits vor der offiziellen Zulassung geimpft werden. Diverse Konjunkturzahlen seien ausserdem besser als erwartet ausgefallen, hiess es im Markt, so etwa Daten zum US-Detailhandel im September oder zum Konsumklima Michigan im Oktober.

Der SMI notierte zum Handelsschluss um 1,38 Prozent höher bei 10’207,13 Punkten und damit rund 45 Punkte unter Tageshoch. Vor allem wegen des starken Kursrückgangs am Donnerstag ergab sich aber trotzdem ein Wochenminus von 1,1 Prozent. Der SLI, der die 30 wichtigsten Werte einschliesst, stieg am Freitag ebenfalls um 1,38 Prozent auf 1568,33 und der umfassende SPI immerhin um 1,17 Prozent auf 12’737,19 Zähler. Von den 30 Blue Chips schlossen 27 höher und nur drei tiefer.

Viele Marktteilnehmer sind aber weiterhin eher zurückhaltend, was die Perspektiven der Aktienmärkte in den nächsten Wochen angeht. Die rasant steigenden Corona-Fallzahlen in vielen Ländern und die anstehenden US-Präsidentschaftswahlen würden den Risikoappetit vieler Anleger dämpfen, heisst es etwa am Markt. Bis zu den US-Wahlen sei jedenfalls damit zu rechnen, dass sich der SMI in seiner seit Wochen geltenden Handelsspanne zwischen 10’000 und 10’600 Punkten auf und ab bewege.

Klarer Spitzenreiter den ganzen Tag waren Lonza (+5,1%). Die Aktien des Basler Pharmazulieferers, der seit längerem von Aufträgen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie profitiert, waren bereits am Vortag – nach einem Strategie-Update – einziger Gewinner im SMI gewesen.

Dahinter folgten einige konjunktursensitive Werte wie etwa LafargeHolcim (+2,5%), Adecco (+2,1%) oder Richemont (+2,0%). Zu letzteren bestätigte Goldman Sachs ihre Kaufempfehlung mit Verweis auf das gute Abschneiden des Konkurrenten LVMH. Der französische Weltmarktführer für Luxusgüter hatte am Vortag sehr gute Quartalsergebnisse veröffentlicht.

Bei den besten Blue Chips waren aber auch Finanztitel wie Julius Bär (+2,4%) und UBS (+2,0%) zu finden. Die Privatbank wird am Montag ein Trading-Update für die letzten Monate präsentieren, die grösste Schweizer Bank dann am Dienstag ihr Drittquartalsergebnis. Die Aktien der CS (+1,1%), die dann gegen Ende Monat mit ihrem Ergebnis folgt, blieben etwas zurück.

Auch die beiden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche (je +1,3%) präsentierten sich freundlich, wobei letztere damit nur einen kleinen Teil ihrer Vortagesverluste von 3,5 Prozent nach Zahlen wettmachen konnten. Novartis hat eine Zulassungsempfehlung der EU-Behörden für seinen Cholesterinsenker Leqvio erhalten. Roche hat derweil die Schweizer Zulassung für eine Tecentriq-Kombinationstherapie gegen Hautkrebs kommuniziert.

Sehr schwach bei den Blue Chips präsentierten sich derweil die Papiere von Temenos (-4,1%). Der Softwarehersteller hat am Vorabend ein unter den Erwartungen ausgefallenes Quartalsergebnis veröffentlicht und die Prognose gesenkt. Bereits am Vortag war die Aktie um 4,9 Prozent gefallen. Knapp ins Minus fielen zum Schluss auch Swisscom (-0,2%) und AMS (-0,1%).

Am breiten Mark gehörte mit Molecular Partners (+7,1%) ein weiterer möglicher Corona-Profiteur zu den grössten Gewinnern. Aber auch einige Industrietitel wie Feintool, Ascom oder Belimo waren weit oben zu finden. VAT (-3,4%) büssten dagegen nach Zahlen deutlich an Terrain ein. (awp/mc/pg)

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