CH-Schluss: SMI mit leichtem Plus

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Dienstag etwas höher aus dem Handelstag verabschiedet. Seine anfänglich deutlicheren Gewinne konnte der Leitindex SMI aber nicht halten. Im Handel hiess es, den Investoren sei die Puste etwas ausgegangen. Generell wurden die Kursgewinne als Gegenbewegung zu den jüngsten Abschlägen gesehen.

Die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China blieben das beherrschende Thema, hiess es von Händlerseite. Wie ein Börsianer erklärte, sei es nicht zuletzt der expansiven Politik der Zentralbanken zu verdanken, dass die Märkte nicht noch deutlicher korrigierten. Die Frage sei, wie lange die Verhandlungen zwischen den beiden Wirtschaftsmächten noch anhielten. Denn je länger der Konflikt dauere, desto stärker könnte sich dies auch auf die Unternehmensgewinne auswirken. Und ihre Erholung in der zweiten Jahreshälfte sei derzeit der Hoffnungsanker, an dem viele Börsianer noch festhielten.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,44 Prozent fester bei 9’404,08 Punkten. Im Hoch war er kurz nach Handelsstart noch bis auf 9’429 Zähler angestiegen. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) zog um 0,66 Prozent an auf 1’461,10 Zähler, während der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,49 Prozent auf 11’386,68 Punkte hinzugewann.

Von den 30 Top-Werten standen 26 Gewinnern zwei Verlierer und die unveränderten Roche- und Nestlé-Aktien gegenüber.

Bei den Aktien sei es zu einer Rotation gekommen, erklärten Marktteilnehmer. So hätten sich Anleger vor allem die Verlierer des Vortages ins Depot geholt. Über weite Strecken haben sich dabei Vifor (+4,4%) und AMS (+4,1%) ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den ersten Platz geliefert. Am Ende ging der Sieg an Vifor. Beide hatten am Vortag zu den grössten Verlieren gehört, wobei AMS mit -8 Prozent besonders deutlich unter die Räder gekommen waren.

Zudem haben beide Aktien von Analystenseite Rückenwind erhalten. Bei AMS war es Baader, die die Titel auf „Add“ hochgestuft haben. Vifor-Aktien wurden von Kepler Cheuvreux auf „Hold“ angehoben. Hier erklärte die zuständige Analystin, dass sie einige der jüngsten Unsicherheitsfaktoren als aufgeklärt erachte.

Neben AMS zogen mit Temenos (+4,0%) und Logitech (+2,1%) noch weitere Technologiewerte an. Aber auch Zykliker wie LafargeHolcim (+3,2%), Adecco (+1,9%) oder Schindler (+1,1%) legten überdurchschnittlich zu. Der Zementhersteller LafargeHolcim veröffentlicht am Mittwoch Zahlen für das erste Quartal. Im Markt wurde im Vorfeld eine gewisse Hoffnung ausgemacht.

Dass der hiesige Markt nicht recht von der Stelle kam, dürfte zum Teil mit den Kursverläufen der drei Schwergewichte zu erklären sein. Während Novartis mit +0,9 Prozent stützten, waren Nestlé und Roche (beide unverändert) eher Bremsklötze. Roche kommt mit der geplanten Übernahme des Genspezialisten Spark Therapeutics nicht wirklich voran und hatte am Morgen die Frist für den Deal erneut verlängert.

Der grösste Verlierer waren am die Alcon-Aktien mit -2,0 Prozent. Laut Händlern nahmen Investoren vor den am Mittwochabend nach US-Börsenschluss anstehenden Quartalszahlen Gewinne mit.

Am breiten Markt dominierten im späten Handel vor allem Vertreter aus der Biotechbranche die Gewinnerliste. So schlossen Polyphor mit einem Plus von 25 Prozent. Sie holten damit aber nur einen kleinen Teil der Verluste der vergangenen zwei Handelstage auf. Die Biotechfirma hatte am Freitag enttäuschende Studienergebnisse über das Hauptprodukt vorgelegt. Mit etwas Abstand folgen Obseva (+10%), Addex (+3,0%) und Idorsia (+2,6%).

Nach einer Kaufempfehlung durch Goldman Sachs beendeten auch die Aktien von Flughafen Zürich den Handelstag mit einem überdurchschnittlichen Aufschlag von 1,8 Prozent.

Die Aktien von Dufry schlossen nur optisch um 1,9 Prozent oder 1,76 Franken tiefer. Die Aktie wurde ex-Dividende von vier Franken gehandelt. Der Reisedetailhandelskonzern hat im ersten Quartal bei einem höheren Umsatz einen hohen Verlust von 109,5 Millionen eingefahren. (awp/mc/ps)

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