CH-Schluss: SMI erneut mit Plus – Kräftiger Wochenaufschlag

Boerse

Zürich – Die Schweizer Börse hat auch den letzten Handelstag der Woche mit Aufschlägen beendet und im Wochenvergleich resultierte ein kräftiges Plus. Nach einem noch verhaltenen Start des Leitindex SMI, bei dem Händler von Gewinnmitnahmen sprachen, drehten die Kurse am Nachmittag getrieben von guten US-Arbeitsmarktdaten ins Plus. Auch die Aussicht auf ein am Ende doch klares Ergebnis der US-Präsidentenwahl stützte die Kurse.

Zwar ist das Rennen um das Weisse Haus noch immer offen, zuletzt schwang das Pendel aber zugunsten von Joe Biden aus, der im wichtigen Bundesstaat Pennsylvania in Führung ging. Der aktuelle Präsident Donald Trump will sich derweil mit einer Klagewelle gegen die drohende Wahlniederlage stemmen. Damit könnte auch weiterhin für Unsicherheit gesorgt sein.

Der SMI schloss 0,16 Prozent höher auf 10’322,57 Punkten. Damit beträgt das Wochenplus deutliche 7,7 Prozent. Der SLI, der die 30 wichtigsten Aktien umfasst, gewann im Tagesverlauf 0,33 Prozent auf 1’598,59 Zähler und der umfassende SPI 0,07 Prozent auf 12’834,60 Punkte. Von den 30 SLI-Werten schlossen 14 im Plus, 14 im Minus und zwei (Julius Bär, Partners Group) unverändert.

An der Spitze der SMI/SLI-Kursliste standen mit einem deutlichen Plus von 8,9 Prozent unangefochten die Aktien von Richemont. Der Luxusgüterkonzern hat im ersten Halbjahr zwar die Coronakrise voll zu spüren bekommen und deutlich weniger Schmuck und Uhren verkauft. Aber die Erwartungen der Analysten wurden, vor allem wegen eines starken China-Geschäfts, dennoch klar übertroffen.

Im Sog von Richemont konnten auch die Aktien von Swatch um 0,8 Prozent zulegen. Hier hatte es zudem positive Äusserungen von Unternehmenschef Nick Hayek gegeben. Am Swiss Media Forum äusserte er sich sehr zuversichtlich zum Geschäftsgang. In Asien sei die Konsumnachfrage sehr gut und er stellte für 2020 schwarze Zahlen in Aussicht. Im Halbjahr hatte Swatch noch einen Verlust von 308 Millionen Franken eingefahren. Zu den grössten Gewinnern zählten zudem noch Clariant (+2,5%), Temenos (+0,9%), ABB und Kühne+Nagel (je +0,8%).

Nach zunächst deutlichen Abgaben drehten AMS (+0,4%) im späten Handel ins Plus. Der Spezialchiphersteller AMS hat im dritten Quartal nach der Übernahme von Osram wegen Sonderkosten rote Zahlen geschrieben. Zudem sahen Analysten in dem Zahlenset nur wenig Neues und auch der Ausblick berge keine kurstreibenden Überraschungen, heisst es.

Zu den grösseren Verlierern zählen ausserdem Swisscom (-1,1%), Straumann (-0,9%) und Lonza (-0,8%). Mit Gewinnmitnahmen hatte auch die Marktschwergewichte Nestlé (-0,6%) zu kämpfen, während sich die Abgaben bei Novartis (-0,2%) und Roche (-0,1%) in Grenzen hielten. Ein Novartis-Medikament hat nicht die erhoffte Wirkung bei der Behandlung von Covid-19 erzielt.

Die Aktien der Versicherer Swiss Life (+0,1%) und Zurich (-0,5%) hatten zeitweise von einem unerwartet guten Ergebnis des deutschen Konkurrenten Allianz stärkeren Auftrieb erhalten. Die Grossbanken CS (+0,4%) und UBS (+0,1%) schlossen uneinheitlich, zählten auf Wochensicht aber zu den stärksten Gewinnern.

Am breiten Markt sorgte die Ankündigung der Banque Profil de Gestion zur Übernahme der One Swiss Bank für ein Kursfeuerwerk. Am Ende stieg die Notierung um rund 38 Prozent auf 2,20 Franken. Zudem übernimmt die One Swiss Bank das Geschäft der Privatbank Falcon.

Relief Therapeutics zogen um weitere 11 Prozent an. Das Unternehmen hatte bereits am Donnerstag leicht positive Neuigkeiten zum potenziellen Medikament Aviptadil veröffentlicht, das bei der Behandlung von an Covid-19 erkrankten Patienten eingesetzt werden soll. Daraufhin hatte der Kurs um 31 Prozent zugelegt.

Ebenfalls im Plus schlossen Aluflexpack (+9,6%), nachdem das auf Alu-Verpackungen spezialisierte Unternehmen eine kräftiges Wachstum nach neun Monaten ausgewiesen hatte.

Implenia (-5,8%) setzten den Kursrückgang fort. Der in der vergangenen Woche verkündete Restrukturierungsplan scheint die Anleger weiterhin nicht zu überzeugen. Auch Hochdorf (-5,7%), Medartis (5,3%) oder Mikron (-4,5%) zählten zu den grössten Verlierern. (awp/mc/pg)

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