CH-Schluss: SMI schliesst über Tagestief schwächer

Boerse

New York – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag im Verlauf zunehmend abgerutscht und hat schwächer geschlossen. Ein Grossteil des Kursrückgangs war laut Händlern den Abgaben bei den als defensiv geltenden Schwergewichten und dem Luxusgütertitel Richemont geschuldet. Die negative Anlegerstimmung führten sie vor allem auf die Furcht vor einer zweiten Welle der Corona-Pandemie und einem damit verbundenen nochmaligen Lockdown, dem Herunterfahren der Wirtschaft, zurück. Dazu gesellten sich noch die latenten geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China sowie China und Indien.

Die Marktlage für Aktien bleibe damit weiterhin unsicher, hiess es im Handel. Für den Moment sehe es so aus, als ob die Optimisten und potenziellen Aktienkäufer an die Seitenlinien zurückgezogen hätten. Der Markt müsse wohl weiter unten auf tieferem Niveau neuen Schwung holen, bevor er genug Kraft für eine Fortsetzung der Erholung finde, sagte ein Händler. In diesem Umfeld sei es schwer zu sagen, ob es sich bei den aktuellen Verlusten lediglich um eine Konsolidierung, eine Pause oder aber Vorboten einer tieferen Marktkorrektur handle, fasste ein anderer Börsianer zusammen.

Der SMI schloss um 1,12 Prozent tiefer mit 10’151,13 Punkten und damit nur wenig über dem Tagestief von 10’144,86 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, sank 0,94 Prozent auf 1’510,53 und der breite SPI 0,93 Prozent auf 12’571,88 Zähler. 25 Verlierern im SLI standen fünf Gewinner gegenüber.

Die rote Laterne erhielt Richemont (-2,6%). Der Titel des Uhren- und Schmuckherstellers gab die Gewinne vom vergangenen Freitag wieder her. In dessen Sog büssten auch die Papiere von Mitbewerber Swatch (-2,6%) an Terrain ein.

Zu den Verlierern zählten einmal mehr die volatilen AMS-Aktien (-1,9%). Sie litten darunter, dass der iPhone-Hersteller Apple wegen der wieder steigenden Corona-Infektionszahlen in einigen Ländern seine Geschäfte schliessen will. Für die Branche habe dies eine negative Signalwirkung, heiss es. Zudem will AMS im Zusammenhang mit der Osram-Übernahme Notes über eine Milliarde Euro auflegen.

Den grössten Druck auf den Markt übten die Papiere der schwergewichtigen Pharmakonzerne Novartis (-1,8%) und Roche (-1,1%) sowie der Lebensmittelriese Nestlé (-0,9%) aus. Novartis stellt die klinische Studie mit dem Malariamittel Hydroxychloroquine zur Behandlung von Covid-19 ein. Die FDA hatte die Notfall-Genehmigung für den Einsatz des Malariamittels bereits vor einer Woche zurückgezogen.

Aber auch andere eher defensive Werte wie die Medizintechniker Alcon (-2,0%) und Sonova (-2,0%) standen auf den Verkaufslisten der Anleger. Starke Abschläge verzeichneten zudem die Aktien von Temenos (-2,1%). Kursrelevante Nachrichten konnten Händler dazu nicht ausmachen.

Ebenfalls aus den Depots gekippt wurden zyklische Papiere und Finanzwerte: Sika (-1,8%) und Adecco (-1,2%) waren genauso betroffen wie die Versicherer Swiss Re (-1,4%) und Swiss Life (-1,3%).

Uneinheitlich zeigten sich die Banken: Während Credit Suisse 0,6 Prozent schwächer waren, legten UBS 0,4 Prozent zu. In einer Studie von KeplerCheuvreux erhielt UBS das Prädikat ‹Klassenbester›. Die Titel der CS wurden in der Studie dagegen abgestuft. Julius Bär schwächten sich um 0,4 Prozent ab.

Klarer Favorit bei den Bluechips waren die Aktien der Partners Group (+1,7%). Rückenwind erhielten die Papiere des auf alternative Anlagen spezialisierten Vermögensverwalters von einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs.

Zu den raren Gewinnern zählten ausserdem noch Kühne+Nagel (+1,5%), Logitech (+1,4%) und ABB (+0,2%).

Im breiten Markt stachen Meyer Burger mit einem weiteren Kurssprung von 23 Prozent heraus. Schon am vergangenen Freitag hatte das Unternehmen im Zuge seiner Neuaufstellung 18 Prozent zugelegt.

Am anderen Ende der Tafel fielen hingegen Valora um 2,9 Prozent zurück. CEO Michael Mueller will mit den SBB für Läden und Gastroangebote an Bahnhöfen die Mieten nachverhandeln. (awp/mc/pg)

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