CH-Schluss: SMI gewinnt 0,8% auf 9478 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag und damit zum Ende des ersten Quartals noch einmal zugelegt. Dabei hat der SMI gegen Handelsende mit Unterstützung der US-Börsen seine Höchststände vom Mittag gar noch ausgebaut und letztlich auch ein mehr als solides Wochenplus erreicht. Auf den ganzen Monat März betrachtet hat der hiesige Leitindex im Anschluss an den raketenhaften Start im Januar und Februar allerdings in eine Seitwärtsbewegung übergeschwenkt.

Gestützt wurde die Stimmung von den Hoffnungen hinsichtlich einer Beilegung des Handelsdisputs zwischen den USA und China. Die risikofreudigere Haltung der Investoren kam insbesondere zyklischen oder Finanzwerten zugute, wogegen die defensiven gemieden wurden. Sollte der angesprochene Streit beigelegt werden, könnte sich dies auch positiv auf die Weltwirtschaft auswirken, hiess es in Marktkreisen. Detaillierte Angaben zum Stand der Gespräche machten beide Seiten zunächst nicht. Die Teams würden aber keine Anstrengungen scheuen, um ein Abkommen zu erreichen, hiess es von chinesischer Seite.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,76 Prozent höher bei 9’477,84 Punkten. Auf Wochensicht ergab sich ein Plus von 1,7 Prozent. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewann 1,11 Prozent auf 1’450,76 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,71 Prozent auf 11’241,19 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen bis auf zwei alle höher.

Ein Thema war natürlich auch der Brexit, denn heute war der ursprüngliche Stichtag für den Ausstieg der Briten aus der EU. Das britische Parlament hat den mit Brüssel ausgehandelten Vertrag am Freitag ein drittes Mal abgelehnt. Nun droht dem Land entweder ein Austritt ohne Abkommen am 12. April oder eine lange Verschiebung des Brexits mit einer Teilnahme an der Europawahl Ende Mai. Die Aktienkurse zeigten sich allerdings durch die neueste Entwicklung kaum beunruhigt. An die Entscheidungsschwäche des Parlaments in London habe man sich schon gewöhnt, hiess es dazu. Bewegung in die Aktien käme deswegen erst wieder wenn konkrete Fakten geschaffen würden.

Gefragt waren etwa konjunktursensitive Aktien wie Schindler (+2,6%), Logitech (+2,8%) oder Adecco (+2,4%). Überdurchschnittlich gesucht waren aber auch Finanzwerte wie Partners Group (+2,8%), Julius Bär (+2,4%) und die Aktien der Grossbanken CS (+1,9%) und UBS (+1,5%).

Die Luxusgütertitel erhielten von den China-Hoffnungen Rückenwind, so zogen Swatch um 2,2 Prozent an und Richemont um 1,9 Prozent. Diese Aktien erfreuten sich laut einem Händler europaweit steigender Kurse. Das Ende des Zollstreits und die Hoffnung auf ein gutes erstes Quartal hätten das Interesse der Investoren geweckt, sagte dieser. Mittelfristig dürfte es der Branche zudem helfen, dass sich in China und Indien die Mittelschichten vergrössern. «Der Sektor steht bei einigen Analysten hoch im Kurs.»

Als Tagessieger gingen schliesslich aber Temenos mit einem Plus von 2,8 Prozent hervor.

Entsprechend der Risikofreude der Investoren standen am Tabellenende defensive Aktien wie Nestlé (-0,3%) und Givaudan (-0,2%). Novartis und Swisscom (je +0,4%) hielten sich etwas besser.

Am breiten Markt kletterten die Aktien von Cosmo nach dem Jahresergebnis um 5,9 Prozent in die Höhe. Das Pharmaunternehmen hat 2018 den Verlust deutlich reduziert.

Die Aktien des Vakuumventilherstellers VAT haben nach der Ankündigung der Verlängerung der Kurzarbeit im Werk im sankt-gallischen Haag nach schwachem Start letztlich 0,6 Prozent an Wert gewonnen.

Zu Gewinnmitnahmen kam es laut Händlern bei den Aktien der Jungfraubahn (-1,1%). Das Tourismusunternehmen hat einen Rekordabschluss hingelegt, was der Aktie seit Jahresanfang zu einem Plus von 14 Prozent verholfen hat. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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