CH-Schluss: SMI kann Gewinne nicht ganz halten

Boerse

Zürich – Der Schweizer Leitindex SMI hat seinen ersten Handelstag im neuen Jahr nach einem fulminanten Start nur leicht im Plus beendet. Noch im frühen Handel zogen die Aktien auf breiter Front an. Am Nachmittag jedoch belasteten Gewinnmitnahmen an der tonangebenden Wall Street die europäischen Aktienmärkte. Auch die Schweizer Börse konnte sich diesem internationalen Trend nicht ganz entziehen. Am US-Aktienmarkt machten die Anleger Kasse, weil wichtige Indizes zum Handelsbeginn Bestmarken erreicht hatten.

Thematisch stand zum Jahresbeginn erneut das Thema Corona im Fokus der Investoren. Einerseits versprühten die Aussicht auf umfangreiche Konjunkturprogramme oder die Impfaktionen, die in immer mehr Ländern anrollen, erneut Optimismus unter den Börsianern. Unterstützt wurde dieser von unerwartet guten Konjunkturzahlen. So waren die Einkaufsmanagerindizes in Europa und in der Schweiz gestiegen. Andererseits sorgte jedoch die Angst vor neuen Massnahmen gegen die Pandemie auch für Zurückhaltung. „Die Massnahmen gegen das Virus gehen eher in Richtung stärkerer Restriktionen als hin zu Lockerungen“, schrieb etwa die St. Galler Kantonalbank.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss schliesslich nach einem Tageshoch bei 10’812 Zählern am Vormittag noch mit einem Plus von 0,33 Prozent bei 10’738,39 Punkten. Der SLI, der die 30 wichtigsten Aktien umfasst, stieg um 0,56 Prozent auf 1’691,57 und der umfassende SPI um 0,22 Prozent auf 13’357,50 Punkte. Von den 30 SLI-Werten beendeten schliesslich zwei Drittel den Handel im grünen Bereich.

An der Spitze des SLI standen schliesslich Technologiewerte wie AMS (+3,4%) und Logitech (+1,7%). Zum Höhenflug von AMS wurde in den Handelsräumen hiesiger Banken auf ermutigende Aussagen von Wedbush Securities zum Weihnachtsgeschäft bei Apple verwiesen. Das US-Kultunternehmen gilt als grösster Abnehmer von Sensoren der Österreicher.

Auch zyklische Papiere wie Sika (+2,9%), ABB (+1,5%) oder Schindler (+1,7%) legten zu. Sie profitierten von einer Stärke bei europäischen Investitionsgüteraktien.

Richemont (+1,4%) schlossen im Plus, nachdem Merrill Lynch die bisherige Kaufempfehlung bekräftigte. Branchennachbar Swatch (-0,04%) erging es derweil weniger gut.

Bergauf ging es dafür auch mit Bankaktien, die 2020 wenig brilliert hatten. So gewannen Julius Bär (+0,9%) und UBS (+1,2%) klar hinzu. CS hingegen schlossen unverändert. Die Bank hatte im Rahmen ihres Aktienrückkaufprogramms 28,45 Millionen Aktien für knapp 325 Millionen Franken erworben. Auch 2021 will sie Papiere für bis zu 1,5 Milliarden zurückkaufen.

Am Ende der Kurstafel standen zum Beispiel Alcon (-0,8%) und Lonza (-0,5%). Händler sprachen hier von Gewinnmitnahmen, nachdem der Pharmazulieferer und Corona-Impfstoffproduzent 2020 der beste Titel im SMI war mit einem Plus von über 60 Prozent.

Mit einem Minus von 1,1, respektive 0,6 Prozent waren auch Swiss Re und Novartis am unteren Ende der Tabelle zu finden. Rivale Roche gewann derweil 0,2 Prozent. JPMorgan hatte sich in einer Pharma-Branchenstudie kritisch geäussert und das Kursziel für Roche auf 345 von 400 Franken und das Rating auf „Neutral“ von „Overweight“ gesenkt. Bernstein reduzierte das Kursziel für den „Bon“ auf 360 von 370 Franken.

Bei den Nebenwerten fielen Meyer Burger (+8,6%) positiv auf. Die Solartechnikfirma erhält für den geplanten Aufbau der Produktion von Solarzellen und -modulen in Ostdeutschland staatliche Subventionen von bis zu 22,5 Millionen Euro.

Gesucht waren ausserdem Ypsomed (+2,4%). Die Medizintechnikfirma hat sich mit dem ehemaligen Vertriebspartner Insulet geeinigt und erhält insgesamt 41,25 Millionen Dollar. Die Aktionäre sollen für das Gesamtjahr 2020/21 eine um einen Franken erhöhte Ausschüttung erhalten.

Relief Therapeutics schnellten um satte 15 Prozent nach oben und setzen damit ihren sehr volatilen Kursverlauf fort.

Auf der anderen Seite büssten Vifor Pharma belastet von der JPMorgan-Studie rund vier Prozent ein. (awp/mc/ps)

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