CH-Schluss: Verluste auf breiter Front – SMI markiert Jahrestief

Boerse
(Adobe Stock)

Zürich – Am Schweizer Aktienmarkt hat die trübe Stimmung zum Wochenbeginn angehalten. Nach einem schwächeren Verlauf rutschte der Leitindex SMI zunehmend ab und markierte kurzzeitig ein neues Jahrestief. Er konnte sich im späten Handel zwar wieder ein wenig davon lösen, schloss aber dennoch klar im Minus. Grund dafür waren erneut die Zins- und Konjunktursorgen, die von den US-Teuerungsdaten vom vergangenen Freitag verstärkt worden waren.

Dazu kam die Anordnung von Massen-Covidtests in China, was die Sorgen vor einem neuerlichen Lockdown im Reich der Mitte aufs Neue anheizte. Am Markt war daher vom «Tag zwei des grossen Ausverkaufs nach dem Inflationsschock» die Rede. Die Börsen müssten die Hoffnungen begraben, dass sich die Kurse nach dem Rutsch der vergangenen Monate wieder kräftig erholen könnten und sich mit dem Pfad einer längeren geldpolitischen Straffung anfreunden, kommentierte der Broker CMC Markets.

Die Inflation drohe ausser Kontrolle zu geraten und die Zentralbanken könnten daher weltweit geneigt sein, noch stärker auf die Bremse zu treten, wird befürchtet. Damit sie die Inflation wieder unter Kontrolle brächten, scheuten sich auch vor einer Rezession nicht mehr zurück. Mit Blick auf die Sitzung der amerikanischen Notenbank vom kommenden Mittwoch stünden die Chancen auf einen Zinsschritt um mehr als 0,5 Prozent mittlerweile bei über 50 Prozent. Auch ein Zinsschritt der SNB, die am Donnerstag ihre geldpolitische Lagebeurteilung veröffentlicht, wird nicht mehr ganz ausgeschlossen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss nach einem neuen Jahrestief bei 10’855,25 Zählern noch um 1,70 Prozent tiefer auf 10’896,25 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, büsste um 2,37 Prozent auf 1680,62 und der breite SPI um 1,79 Prozent auf 13’991,38 Zähler ein. Bis auf Nestlé und Kühne+Nagel schlossen alle Top-Werte im Minus.

Grösste Verlierer unter den Blue Chips waren die Technologie- und Wachstumswerte wie Temenos (-10%), AMS Osram (-9,7%), Straumann (-5,4%) und VAT (-5,0%), die inzwischen um mehr als 40 Prozent unter dem Stand vom Jahresanfang notieren. Bei Temenos drückten Verkäufe im Zusammenhang mit zumindest vorerst geplatzten Übernahmespekulationen zusätzlich auf den Kurs, hiess es. Auch Logitech (-4,4%), Sonova (-4,0%) und Lonza (-4,2%) fielen deutlich zurück, was gut zur erneut sehr schwachen Nasdaq passte.

Deutliche Abschläge verzeichneten zudem die Finanztitel Julius Bär (-6,4%), Partners Group (-5,0%) und UBS (-3,4%).

Die Aktien der Credit Suisse (-3,5% auf 5,98 Fr.) sanken erstmals unter die Schwelle von 6 Franken und setzten bei 5,96 ein neues Rekordtief. CS büssten bereits in der Vorwoche über 6 Prozent ein, hin und her geschüttelt zwischen einer weiteren Gewinnwarnung und Übernahmegerüchten.

Aber auch die zyklischen Adecco, ABB, Richemont, Swatch, Sika und Geberit verloren zwischen 5,5 bis 2,5 Prozent. Bei den Versicherern standen Swiss Life (-2,9%) unter Druck. Swiss Re (-1,6%) und Zurich (-1,2%) hielten sich etwas weniger schlecht.

Felsen in der Brandung waren Nestlé (+0,6%). Der Nahrungsmittelkonzern habe von «Safe Haven»-Käufen profitiert, hiess es am Markt. Etwas höher schlossen zudem Kühne+Nagel (+0,1%). Besser als der Gesamtmarkt hielten sich zudem Swisscom (-0,8%), Holcim (-1,1%), Novartis (-1,4%) sowie Roche (-1,5%).

Im breiten Markt zogen CPH gegen den Trend nach einer positiven Gewinnwarnung um 2,3 Prozent an. Vor allem der Bereich Papier werde nach dem negativen Resultat des Vorjahres wieder einen positiven Betriebsgewinn ausweisen können, teilte das Unternehmen mit.

Aber insgesamt dominierten auch hier die Verlierer. Überdurchschnittlich fielen etwa Zur Rose (-8,7%) zurück oder der Finanztitel Swissquote (-7,9%). Industrie-Aktien wie Adval Tech, Comet oder Klingelnberg büssten zwischen 5 und 7 Prozent ein. (awp/mc/pg)

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