CH-Schluss: SMI büsst 0,98% auf 8’686,17 Punkte ein

CH-Schluss: SMI büsst 0,98% auf 8’686,17 Punkte ein

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Der Leitindex SMI hat am Montag nach guten Vorgaben von den US-Börsen zunächst mit Aufschlägen eröffnet. Bis zur Mittagszeit waren die Gewinne allerdings bereits wieder abgebröckelt. In der zweiten Handelshälfte sorgten neben den nachgebenden Schwergewichten auch schwächere US-Aktienmärkte für weiteren Abgabedruck und liessen die Kurse praktisch bis zum Handelsende purzeln.

In der womöglich wegweisenden Handelswoche mit dem Zinsentscheid der US-Notenbank am Donnerstag sei die Nervosität der Marktteilnehmer förmlich mit Händen zu greifen gewesen, sagte ein Händler. Obschon die Währungshüter seit Monaten andeuteten, dass sie die Zinsen gerne und zum ersten Mal seit fast einer Dekade anheben würden, sei es noch völlig unklar, ob es tatsächlich dazu kommt. Das Überraschungspotenzial sei also gross, hiess es. Anleger würden daher eher in der Defensive bleiben. In die zweite Reihe traten vor diesem Hintergrund starke Daten zur Industrieproduktion aus der Eurozone, obwohl negative Konjunkturnachrichten aus China vom Wochenende damit teilweise «ausgebügelt» worden waren.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,98% auf 8’686,17 Punkte. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab ebenfalls 0,98% auf 1’286,69 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,91% auf 8’859,56 Zähler nach. Von den 30 Blue Chips schlossen bis auf Transocean und Clariant alle im Minus.

An der Nachrichtenfront blieb es zu Wochenbeginn sehr ruhig. Grössere Verluste wurden praktisch in jeden Segment verzeichnet. Die eher zyklischen Sonova (-2,0%) standen am Handelsende an letzter Stelle der SMI/SLI-Liste. Aber auch die defensiven Givaudan (-1,7%) oder die Life-Sciences-Werte Lonza (-1,6%) kamen ebenso wie die Grossbankenwerte UBS (-1,9%) und CS (-1,6%) unter die Räder. In der Vorwoche hatten sich die Bankentitel allerdings überdurchschnittlich gut entwickelt. Julius Bär (-0,6%) büssten moderater ein. Hier dürfte eine Kaufempfehlung aus dem Hause UBS ein tieferes Abgleiten verhindert haben.

CS waren ein Thema am Markt nach Berichten in der Wochenendpresse, denen zufolge der neue CS-CEO Tidjane Thiam einen tiefgreifenden Umbau der zweitgrössten Schweizer Bank plant. So werde sich die CS aus dem Private Banking in den USA verabschieden, und das Investmentbanking soll massiv verkleinert werden.

Unter den klassischen Zyklikern büssten Adecco (-1,4%) am deutlichsten ein, aber auch SGS und LafargeHolcim gaben über 1% nach.

Für erheblichen Abgabedruck sorgten die Pharmaschwergewichte Novartis (-1,4%) und Roche (-1,1%); in der zweiten Handelshälfte rutschten dann auch Nestlé (-0,4%) ins Minus.

Nennenswerte Gewinne verzeichneten einzig Transocean (+3,2%), die bereits in der Vorwoche die stärkste Entwicklung unter den SMI-Titeln zeigten. Seit Jahresbeginn haben die Titel allerdings die schwächste Performance der 20 SMI-Werte.

Besser als der Gesamtmarkt schnitten auch Swiss Re (-0,2%) am Tag des jährlichen Treffens der Rückversicherungsbranche in Monte Carlo ab. Dort erklärte der Konzern, trotz des anhaltenden Zinstiefs zumindest in einigen Bereichen mit nicht weiter fallenden Rückversicherungsprämien zu rechnen. So dürften sich die Preise für die Rückversicherungen von Grundeigentum sowie von Autos und Nutzfahrzeugen stabilisieren. Zurich Insurance verloren derweil 0,4%.

Am breiten Markt hat der Elektroinstallateur Burkhalter Halbjahreszahlen vorgelegt und die Erwartungen der Analysten knapp erfüllt. Die Burkhalter-Papiere legten bei verhältnismässig hohen Volumen bis Handelsschluss 1,7% zu.

Einen guten Lauf hatten auch Santhera (+3,8%) und Temenos (+3,0%). Seit der Erhöhung der Guidance vom vergangenen Freitag stösst die Temenos-Aktie in neue Allzeithochs vor. Die Gesellschaft gehöre zu den Profiteuren der am Anfang stehenden FinTech-Industrie, hiess es. Auf der Gegenseite verbuchten u.a. Comet (-6,1%) grössere Verluste.

Der vor zwei Wochen angekündigte Neuzugang des Westschweizer Medizinaltechnik-Unternehmen Symetis an die Schweizer Börse rückt offenbar näher. Das Unternehmen hat für den (morgigen) Dienstag zu einer IPO-Pressekonferenz eingeladen. Bis dato war von einem Börsengang «im Laufe des Jahres» die Rede. (awp/mc/upd/ps)

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