CH-Schluss: SMI schliesst 3,09% höher bei 8812,58 Punkten

CH-Schluss: SMI schliesst 3,09% höher bei 8812,58 Punkten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag auf breiter Front mit markant höheren Kursen geschlossen. Nach der ersten Erholung vom Dienstag und dem neuerlichen Einbruch vom Mittwoch ging das Auf und Ab der Aktien damit weiter. Dabei legten die hiesigen Dividendenpapiere nach einem bereits freundlichen Start insbesondere gegen Handelsende nochmals deutlich zu und schlossen nur knapp unter dem Tageshoch. Eine Stütze waren dabei die US-Aktien, welche getragen von der Entspannung an den globalen Finanzmärkten und auch mit Rückenwind guter Konjunkturdaten ebenfalls einen starken Start in den Handel hinlegten.

Weiterhin sind sich die Marktexperten indes uneinig in der Frage, ob nach einer bald vierjährigen Hausse nun eine Trendwende und damit eine neue Baissephase eingeleitet worden ist, oder ob die markanten Abgaben der vergangenen Tage und insbesondere vom Freitag und Montag lediglich eine zwischenzeitliche Korrektur auf hohem Niveau bilden. Am Berichtstag stand jedenfalls die Stimmung auf Erholung, denn auch die chinesischen Aktien haben am Donnerstag nach einer mehrtägigen Talfahrt erstmals wieder zugelegt. Dies brachte auch etwas Beruhigung an die anderen Börsenplätze, wie es in Handelskreisen hiess.

Der SMI schloss mit einem Plus von 3,09% bei 8’812,58 Punkten. Der in der Gewichtung gekappte SLI zog um 2,72% auf 1’303,65 Punkte an und der breitere Swiss Performance Index (SPI) um 2,90% auf 8’972,88 Punkte. Von den 30 SMI-Werten schlossen alle im Plus. Mit einem Stand von rund 26 Punkten ist auch der Volatilitätsindex VSMI von seinem Hoch bei über 30 Punkten wieder etwas zurückgekommen.

Grösster Gewinner waren Syngenta (+4,9%), die sich damit vom massiven Einbruch von über 18% vom Vortag teilweise erholten. Am Mittwoch hatte die Meldung, wonach der US-Konkurrent Monsanto sein Interesse an Syngenta zumindest vorläufig verloren hat, zu einem Absturz der Syngenta-Aktie um über 18% geführt. Analysten waren am Donnerstag intensiv damit beschäftigt, die neue Ausgangslage in ihre Modelle einzurechnen, was sich in zahlreichen Kurszielreduktionen und Umstufungen äusserte. Allerdings zeichneten die professionellen Beobachter damit lediglich die Geschehnisse des Vortages nach.

Gleich dahinter folgten Transocean mit einem ebenfalls sehr starken Plus von 4,8%. Der Titel war allerdings am Tag davor im Anschluss an die Ankündigung, dass die Dividenden für das zweite und dritte Quartal gestrichen und Kapitalmassnahmen eingeleitet werden sollen, um rund 8% ebenfalls stark abgefallen.

Gut gesucht waren weiter konjunktursensitive Aktien wie ABB (+3,5%), LafargeHolcim (+3,6%) oder Richemont (+3,4%) sowie die Pharmaschwergewichte Novartis (+4,1%) und Roche (+3,9%), welche am Vortag noch zu den grossen Verlierern gehört hatten. Im Bereich von 3% oder knapp darüber waren die Avancen bei Credit Suisse, Geberit und Aryzta.

Auf der anderen Seite waren Givaudan mit einem Plus von 0,6% der schwächste Wert im SMI/SLI, leicht gebremst von der Präsentation neuer Mittelfristziele. Diese unterscheiden sich zwar nicht gross von den früheren und wurden in Marktkreisen als Zeichen der Kontinuität verstanden. Die Guidance für das organische Wachstum in den kommenden fünf Jahren wurde allerdings leicht nach unten revidiert, was bei Investoren insgesamt eine leise Enttäuschung hervorrief.

Bâloise landeten mit einem Plus von immerhin noch 2,1% nach der Präsentation der Halbjahreszahlen im hinteren Drittel der Bluechips-Tabelle. Der Gewinn lag zwar etwas über dem AWP-Konsens, die Analysten zeigten sich jedoch von der Performance der Lebensversicherung enttäuscht. Insgesamt sei das Ergebnis solide gewesen, wobei die Geschäftsentwicklung vom guten Resultat im Nichtlebengeschäft profitiert habe, hiess es unter anderem.

Im breiten Markt zogen nach Zahlen die Aktien des Finanzbrokers CFT (+5,4%), des Solarstromspezialisten Edisun Power (+3,9%) und des Immobilienunternehmens SPS (+3,2%) klar an. Valora (+1,8%) und Intershop (+0,5%) blieben derweil etwas zurück. Verluste verzeichneten – ebenfalls nach den Semesterergebnissen – Accu (-0,4%), Repower PS (-1,2%) und LLB (-1,4%), unverändert blieben Warteck und SFPI. (awp/mc/pg)

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