CH-Schluss: Deutlich fester – US-Arbeitsmarkt stützt

CH-Schluss: Deutlich fester – US-Arbeitsmarkt stützt

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag deutlich fester geschlossen. Letztlich haben die erst mit einigen Unsicherheiten aufgenommenen Arbeitsmarktdaten aus den USA dem hiesigen Aktienmarkt positive Impulse verliehen. Die wichtigsten Indizes waren zuvor bereits mit leichten Gewinnen in den Handel gestartet und hatten danach beinahe kontinuierlich zugelegt. Die grössten Gewinne erzielten vor allem konjunktursensitive Werte. Massgeblich nach oben getrieben hat den Leitindex SMI aber die Nachfrage nach den defensiven Index-Schwergewichten Nestlé, Novartis und Roche.

In den USA sank die Arbeitslosenquote im Januar weiter auf 6,6% und damit auf den tiefsten Stand seit mehr als fünf Jahren. Allerdings lag die Zahl der neu geschaffenen Stellen ausserhalb der Landwirtschaft unter den Erwartungen. Nach den witterungsbedingt enttäuschenden Zahlen im Dezember setze der Arbeitsmarkt seine Belebung in gemässigtem Tempo fort, hiess es unter Marktbeobachtern. Die US-Notenbank Fed dürfte so laut einer Analyse der VP Bank vorerst nicht auf die schwachen Arbeitsmarktdaten reagieren. Die neue Fed-Chefin Janet Yellen dürfte nach ihrem Amtsantritt eine hohe Hemmschwelle haben, den geldpolitischen Kurs zu ändern. «Um das Signal der Kontinuität auszustrahlen, könnte Yellen auf eine weitere Drosselung der Wertpapierkäufe pochen», so der Kommentar.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 1,22% höher auf Tageshoch bei 8’318,60 Punkten. Innerhalb Wochenfrist legte der SMI um 1,6% zu. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann um 0,94% auf 1’270,95 Stellen und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,14% auf 7’941,18 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 26 im Plus und 3 im Minus sowie Schindler PS unverändert.

Bei den SMI-Titeln fehlte es fast gänzlich an News: Einzig das Biopharmaunternehmen Actelion hatte die Zulassung für sein PAH-Medikament Opsumit in Australien bekannt gegeben. Obwohl die Arznei bereits in den USA und den EU zugelassen ist und die neue Registrierung entsprechend wenig überraschend kam, legten die Aktien des Baselbieter Unternehmens um 1,6% zu. Actelion ist nach wie vor klarer Spitzenreiter bei den Blue Chips in diesem Jahr und notiert derzeit um fast 20% höher als Ende des vergangenen Jahres.

Zuoberst unter den Top-30-Werten standen aber Dufry (+2,2%), nachdem die Aktie in den vergangenen Wochen schlecht abgeschnitten hatte. Die Papiere des Duty-Free-Detailhändlers waren vor allem wegen der Turbulenzen in den Schwellenländern, wo Dufry stark vertreten ist, unter die Räder geraten. Darüber hinaus hätten die jüngst zahlreichen Insiderkäufe gestützt, hiess es im Handel.

Grössere Avancen gab es auch für die konjunktursensitiven Zementwerte Holcim (+2,0%), die damit den Aufwärtstrend fortsetzten. Deutlich gesucht waren auch die etwas zurückgebliebenen Aktien von Syngenta (+1,8%). Die Titel des Basler Agrochemiekonzerns wurden vom US-Broker Bernstein auf «Market-Perform» erhöht. Zur Begründung verwiesen die Analysten denn auch insbesondere auf die zuletzt unterdurchschnittliche Kursentwicklung.

Zudem erzielten grössere Gewinne Sika (+1,5%) und Adecco (+1,4%) und damit weitere zyklische Aktien; Kühne+Nagel (-0,1%) machten hier eine Ausnahme. Schubkraft verlieh dem SMI aber die Nachfrage nach den Index-Schwergewichten Roche (+2,1%), Nestlé (+1,7%) und Novartis (+1,1%).

Zu den wenigen Verlierern gehörten auch die Bankentitel Julius Bär (-2,4%) und Credit Suisse (-0,9%), die beide diese Woche Zahlen veröffentlicht hatten und damit auf wenig Gegenliebe bei den Investoren gestossen waren. UBS (+0,2%) hielten sich dagegen besser.

Im breiten Markt standen die Aktien der Ems-Chemie (+3,8%) im Vordergrund. Das Unternehmen von Magdalena Martullo-Blocher hatte mit seinen Jahreszahlen einmal mehr die Schätzungen der Analysten-Gilde übertroffen.

Daneben standen vor allem mittlere und kleinere Banken nach Zahlen im Fokus, wobei Vontobel (-2,3%) aus Börsensicht die wichtigste war. Die Zürcher Privatbank hatte einen leichten Rückgang des Gewinns hinnehmen müssen, wobei Analysten von einem gemischten Ergebnis sprachen. Die Papiere der Liechtensteiner LLB schlossen um 3,3% höher, während die PS der Graubündner Kantonalbank (+0,7%) verhaltener zulegten.

Deutliche Verluste mussten hingegen ohne News Highlight (-6,1%), Infranor (-5,1%) und Datacolor (-3,0%) sowie Kudelski (-2,9%) nach einer Herabstufung durch Helvea hinnehmen. (awp/mc/pg)

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