CH-Schluss: SMI steigt um 0,48% auf 9146,30 Punkte

CH-Schluss: SMI steigt um 0,48% auf 9146,30 Punkte

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Donnerstagshandel erneut mit einem Plus abgeschlossen. Zunächst hatte sich die bereits am Vortag begonnene deutliche Erholung fortgesetzt und im Tageshoch am Nachmittag betrug das Plus 0,9%. Treiber waren erneut Hoffnungen auf eine Lösung im Griechenland-Schuldenstreit. Knapp eine Stunde vor Handelsschluss sorgten dann aber Aussagen eines IWF-Sprechers für einen spürbaren Dämpfer und die Gewinne schmolzen auf rund die Hälfte zusammen. Es gebe weiter erhebliche Differenzen mit Griechenland und man habe keine Fortschritte bei deren Abbau gemacht, hiess es.

Gestützt wurde das Börsensentiment – auch wenn die Nervosität weiterhin hoch bleibt – überdies von günstigen Konjunkturdaten aus China, wo die Industrieproduktion im Mai wieder etwas an Fahrt gewonnen hat. Die US-Börsen wurden von positiven Daten vom Detailhandelsumsatz gestützt, während die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe einen leichten Anstieg zeigten. Die Einfuhrpreise haben aufgrund der höheren Ölpreise deutlich zugelegt.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss +0,48% auf 9’146,30 Punkten (Tageshoch 9’188). Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte 0,23% auf 1’371,98 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,41% auf 9’286,93 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 17 im Plus, 11 im Minus sowie Holcim und Swiss Life unverändert.

Grösste Gewinner unter den Blue Chips waren Zurich (+1,6%). Der Versicherer hat am Morgen einen Wechsel auf der Position des Chief Risk Officers angekündigt. Demnach wird Axel Lehmann, CRO und Regional Chairman of Europe, Middle East and Africa, das Unternehmen per Ende Jahr verlassen. Er wird durch Cecilia Reyes ersetzt. Die ZKB wertet die Nachricht als insgesamt kursneutral.

CS schlossen mit einem Plus von 1,6%. Der scheidende CS-Chef Brady Dougan hat sich in einem Interview zur Kapitaldecke der Bank geäussert. Er verweist dabei auf den Umstand, dass die CS sowohl die Kapitaldecke stärken als auch gleichzeitig eine Dividende auszahlen kann. Gleichzeitig warnte er aber auch vor Verwerfungen und Blasenbildungen an den Märkten. Am meisten Sorgen bereitet ihm das ungewöhnliche Marktumfeld, in dem negative Zinsen schon beinahe als normal angesehen würden. Dougan geht für den Beginn der Zinswende von grossen Bewegungen an den Märkten aus.

Unter den Finanzwerten waren Julius Bär (+0,9%) und Bâloise (+0,6%) gesucht, wohingegen UBS (-0,4%) zu den Verlierern gehörten. Bâloise erhalten von einer Aufstufung durch Goldman Sachs auf „Neutral“ von „Sell“ etwas Unterstützung. Das amerikanische Institut begründet dies insbesondere mit der im Sektorvergleich schwachen Entwicklung der Aktie in den vergangenen Monaten. Das Papier sei nun fair bewertet, hiess es.

Gestützt wurde der Gesamtmarkt einmal mehr von den Pharmatiteln, bei denen die Genussscheine von Roche (+0,9%) etwas stärker zulegten als Novartis (+0,7%). Novartis-VR-Präsident Jörg Reinhardt hatte sich in einem Interview mit einer deutschen Wirtschaftszeitung unter anderem zu den Akquisitionsplänen des Unternehmen geäussert. In Marktkreisen wurde überdies auf mögliche neue Kooperationen von Novartis als stützender Faktor hingewiesen. Laut Medienberichten prüft das Unternehmen zudem die Komplett-Übernahme und das Delisting der indischen Tochter.

Auch Aryzta (+0,8%) schlossen nach schwachem Beginn in der Gewinnzone, womit der Titel die am Vortag eingeleitete technische Erholung – nach markanten Verlusten an den Tagen davor – fortsetzte.

Die Verliererliste wurde von Transocean (-4,6%, 17,08 CHF) angeführt. Die Papiere wurden von Barclays mit Underweight und dem Kursziel von 14 USD in die Bewertung aufgenommen. Auch SGS (-1,1%), Swatch, ABB (je -0,6%) oder Syngenta (-0,5%) gaben ab.

Am breiten Markt verzeichneten Kuoni einen deutlichen Abschlag von 8,0%, dies nach Angaben zum Geschäftsverlauf nach fünf Monaten. Der Buchungsstand in den weitergeführten Geschäften präsentiert sich knapp vor Jahresmitte uneinheitlich und die zum Verkauf stehenden Reiseaktivitäten verzeichnen einen klaren Rückgang. Der Konzern hat überdies anlässlich des Capital Markets Day vor stark negativen Auswirkungen des Frankens auf das Ergebnis gewarnt.

Die PS der Thurgauer KB büssten 2,7% auf 74,85 CHF ein. Die Bank hat wie bereits angekündigt die Platzierung einer weiteren Tranche von bis zu 1,35 Mio neuen Partizipationsscheinen in Angriff genommen, welche vom Mehrheitsaktionär, dem Kanton Thurgau, veräussert werden. Die Preisspanne je PS beträgt 71 bis 77 CHF.

AMS zogen nach dem Kurssturz vom Vortag zeitweise um bis zu 5,1% an. Am Handelsschluss sank der Kurs jedoch um 0,6%. Hochrangige AMS-Manager haben am gestrigen Mittwoch Optionen für den Erwerb von Aktien ausgeübt. Es fanden drei Transaktionen mit einem Gesamtwert von gut 1,5 Mio CHF statt. (awp/mc/pg)

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