CH-Schluss: Auf breiter Front fester

Boerse

Zürich – Die Schweizer Börse hat am Montag im Verlauf die Gewinne ausgebaut und auf breiter Front fester geschlossen. Die Hoffnung, dass sich angesichts der Lockerungen der Pandemiemassnahmen die wirtschaftliche Lage zusehends verbessert, hat laut Händlern die Sorge um die Entwicklung in China etwas in den Hintergrund verdrängt. Die neuen Unruhen in Hongkong und der schwelende Streit zwischen den USA und China beschäftigten die Anleger aber nach wie vor. Wegen Feiertagen in den USA und Grossbritannien verlief das Geschäft weitgehend in ruhigen Bahnen.

Rückenwind erhielten die Anleger von konjunktureller Seite: Der vielbeachtete deutsche Ifo-Stimmungsindex stieg etwas mehr als erwartet. Allgemein würden die Wirtschaftsindikatoren aber nach wie vor ein düsteres Bild mit nur vereinzelten Lichtblicken zeigen, so ein Kommentar der ZKB. Immerhin lasse sich aber abschätzen, dass der Monat April wohl den Tiefpunkt der Krise markiere und die Daten ab Mai wieder besser werden sollten. Die Ifor-Zahlen seien ein Hoffnungsschimmer, hiess es bei der Commerzbak. „Die Lockerung der Corona-Beschränkungen hat in der deutschen Wirtschaft für ein Aufatmen gesorgt. „Die Investoren an den Aktienmärkten seien offenbar bereit, über das konjunkturelle Wellental hinwegzusehen und schenkten den schwachen Wirtschaftsdaten nur noch wenig Beachtung, sagte ein Händler. Vielmehr liessen sie sich von den enormen monetären und fiskalischen Impulsen leiten und handelten frei nach dem Motto „Don’t Fight the Fed“.

Der SMI schloss 1,40 Prozent höher bei 9’824,54 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien vertreten sind, legte um 1,70 Prozent auf 1’447,99 Punkte zu und der breite SPI um 1,31 Prozent auf 12’241,89 Punkte. Auf 27 Gewinner kamen unter den Blue Chips nur drei Verlierer.

Europaweit gesucht waren Titel aus dem medizinischen Bereich: Der Arzneimittelproduzent Vifor gewann mit Unterstützung positiver Kommentare in der Wochenendpresse 3,8 Prozent. Der Hörgerätehersteller Sonova rückte 4,1 Prozent vor. Der Titel des Pharmauftragsfertiger Lonza (+3,8% auf 500,80 Fr.) schloss gar erstmals über 500 Franken.

Stark nachgefragt wurden auch Aktien konjunkturabhängiger Firmen wie die des Personalvermittlers Adecco (+3,9%), des Softwarehersteller Temenos (+3,0%), des Computerzubehörkonzerns Logitech (+2,58%), der Sanitärtechnikfirma Geberit (+2,3%), des Zementriesen LafargeHolcim (+2,9%) oder des Automationsspezialisten ABB (+2,3%).

Von der freundlichen Stimmung profitierten aber auch die Finanzwerte Julius Bär (+3,6%), Zurich (+2,5%), Swiss Life (+2,1%), Swiss Re (+1,9%) und CS (+2,1%). Der Verwaltungsratspräsident des Lebensversicherungskonzerns Swiss Life, Rolf Dörig, hat in einem Interview am Wochenende zügige Reformen bei der Altersvorsorge angemahnt.

Richemont gewannen 2,6 Prozent. Im Gegensatz zum Gesamtmarkt haben sich die Aktien des Luxusgüterkonzerns noch nicht wirklich vom Corona-Schock erholen können. Bis die Branche gemessen am Geschäftsvolumen an das Vorkrisenniveau anknüpfen könne, würden Jahre verstreichen, befürchteten Analysten. Rivale Swatch (+1,2%) waren ebenfalls höher.

Kühne+Nagel (+1,5%) wurden von zurückhaltenden Aussagen des Mehrheitsaktionärs Klaus-Michael Kühne in einem Interview mit der deutschen Presse etwas gebremst. „Wir werden kleiner aus der Krise herauskommen, als wir es vorher waren“, sagte Kühne gegenüber der „Welt“.

Die Marktschwergewichte Novartis (+1,1%), Roche (+0,6%) und Nestlé (+0,8%) entwickelten sich weniger stark als der Gesamtmarkt.

Mit knappen Verlusten waren die eher defensiven Swisscom (-0,04%) und Givaudan (-0,1%) sowie die auf alternative Anlagen fokussierte Partners Group (-0,1%) wenig gefragt.

Aryzta (+13%) zogen am Tag vor dem Trading-Update kräftig an. Die Käufer hofften auf eine positive Überraschung.

Meier Tobler verloren 9,6 Prozent auf 11,25 Fr. Am Montag startete das Bezugsangebot des Hauptaktionärs Meier Capital. Demnach können Aktionäre je Titel eine weitere Aktie zu 8,90 Franken kaufen. (awp/mc/pg)

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