CH-Schluss: Mehrheitlich fester – Konjunkturhoffnungen stützen

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag dank Konjunkturhoffnungen mehrheitlich fester geschlossen. Händler beschrieben die Stimmung als immer besser werdend. Die Verabschiedung des Biden-Rettungspakets, die Lockerungen von Corona-Restriktionen in vielen Bundesstaaten und das Ausbleiben von Wetterkapriolen stimmten die Anleger zunehmend optimistisch bezüglich der kommenden Konjunkturzahlen. Entsprechend waren Aktien in den USA weiterhin gefragt, was sich auch in Europa in steigenden Kursen niederschlug.

Die Kehrseite der Medaille sei aber natürlich der steigende Aufwärtsdruck bei den Preisen. Und daher blickten die Anleger auch ein wenig nervös auf die am Mittwochabend anstehende Veröffentlichung der geldpolitischen Beschlüsse der US-Notenbank Fed. Händler hofften, dass das Fed dann dem jüngsten Renditeanstieg mit klaren Aussagen entgegentreten werde. «Sollten die Fed-Aussagen enttäuschen, könnte dies dann auch gut zu einem Rücksetzer führen», sagte ein Beobachter.

Der SMI schloss nach einem Tageshoch auf 10’968,54 Punkten um 0,71 Prozent höher auf 10’944,48 Zählern. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, zog um 0,68 Prozent auf 1769,21 Punkte an und der umfassende SPI um 0,73 Prozent auf 13’772,86 Punkte. Bei den 30 Top-Werten legten 20 zu und neun gaben nach. Swatch waren unverändert.

An der Spitze der Blue Chips standen Partners Group (+2,8%). Die auf Private Equity spezialisierte Gesellschaft hat einmal besser gearbeitet als die Analysten erwartet hatten, auch wenn die Werte coronabedingt unter den Vorjahreswerten ausfielen. Zudem wird die Dividende stärker als erwartet erhöht. Die Anteile des Vermögensverwalters Julius Bär gewannen dahinter 2,2 Prozent.

Es folgten die Aktien der Technologiefirmen Logitech (+2,2%), Temenos (+1,4%) und AMS (+1,3%). Auch der Zykliker Kühne + Nagel (+2,1%) reihte sich zusammen mit den defensiven Werten Sonova (+1,9%), Lonza (+1,5%) und Novartis (+1,4%) in der oberen Tabellenhälfte ein. Die Titel des Hörgeräte-Herstellers aus Stäfa profitierten von Anschlusskäufen, nachdem sich der Broker Stifel am Vortag positiv zur Firma geäussert hatte. Die beiden weiteren Schwergewichte Nestlé (+0,8%) und Roche (je +0,7%) erwiesen sich ebenfalls als Stützen des Marktes.

Während auch die Aktien der Grossbank UBS (+0,9%) gefragt waren, rutschten die Papiere der Konkurrentin Credit Suisse (-0,3%) nach anfänglich festerer Tendenz ins Minus. Die zweitgrösste Schweizer Bank hat anlässlich einer Investorenkonferenz über einen guten Start ins neue Jahr 2021 berichtet. Besonders profitiert habe die Investment Bank, hiess es. Doch machte sich im späteren Verlauf die Geschichte um Greensill wieder negativ bemerkbar. Für den 140 Millionen-Dollar Kredit an die insolvente Gesellschaft hat die Grossbank laut eigenen Angaben eine Rückzahlung von 50 Millionen erhalten.

Uneinheitlich waren die Zykliker: Während ABB und Geberit (je +0,9%) und Sika (+0,7%) zulegten, büssten Schindler (-0,7%), LafargeHolcim (-0,6%) und Adecco (-0,6%) Terrain ein. Bei Adecco verwiesen Händler auf eine Studie von HSBC, worin der zuständige Analyst zwar das Kursziel etwas erhöht, die Einstufung aber auf «Hold» zurückgenommen hat. Tiefer schlossen noch Clariant, SGS (-je -0,5%) und Richemont (-0,1%).

Im breiten Markt dominierten die Ergebnisse die Kurse. Dabei rückten Sensirion (+5,2%), Tecan (+4,0%), Klingelnberg (+1,9%) und BKW (+2,3%) nach guten Zahlen vor, während Komax (-4,2%), Conzzeta (-1,4%) und Crealogix (-2,0%) nachgaben.

Weiter im Aufwind waren Aryzta (+6,5%). Die Aktien des Backwarenkonzerns sind zuletzt richtig durchgestartet und haben im Vergleich zu Anfang März rund 30 Prozent zugelegt. Treiber der letzten Tage waren etwa der Verkauf des Nordamerikageschäfte, aber auch neue Aktionäre.

Die Aktien von Tornos sprangen bei überdurchschnittlichen Umsätzen gar um ein Fünftel nach oben. Händler rätselten darüber, was bei dem Maschinenbauer den Kurssprung ausgelöst haben könnte. (awp/mc/ps)

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