CH-Schluss: SMI schliesst schwächer – Auf Konsolidierungskurs

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch nach einem zunächst festen Trend die Gewinne im Verlauf wieder abgegeben und etwas leichter geschlossen. Die Anschlusskäufe seien zunehmend abgeebbt, sagten Händler und sprachen von einer Konsolidierung. Das Gezerre zwischen professionellen Hedgefonds und in sozialen Netzwerken organisierten Privatanlegern werde immer weniger als Bedrohung für die Märkte wahrgenommen, erklärte ein Händler. Vergangene Woche noch hätten viele Anleger deswegen mit einer anhaltenden und grösseren Korrektur gerechnet. Nach zwei Tagen mit steigenden Kursen hätten manche aber trotzdem bereits Gewinne eingestrichen.

Grundsätzlich sei die Stimmung aber überraschend gut. Denn die meisten US-Unternehmen überraschten mit guten Gewinnen, hiess es zur Begründung. Und auch die am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturdaten bestätigten die positiven Aussichten für die US-Wirtschaft. Zudem machten auch die Nachrichten über die Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Corona-Impfstoffe den Anlegern wieder mehr Mut. Ausserdem sprächen in den USA die Regierung und die Republikaner über das Hilfspaket, was die Stimmung ebenfalls verbessere.

Der SMI schloss nach einem Tageshoch im Frühhandel auf 10’888 Punkten um 0,26 Prozent tiefer auf 10’775,68 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, sank um 0,22 Prozent auf 1’714,95 und der breite SPI um 0,18 Prozent auf 13’452,09 Zähler. Von den 30 SLI-Werte gingen 19 auf tieferen und 10 auf höheren Kursen aus dem Markt. CS schlossen unverändert.

Zu den stärksten Gewinnern bei den Blue Chips zählten die Aktien von Zurich (+1,6%). Weniger gefragt waren Swiss Life (-0,1%) und Swiss Re (+0,1%). Helvetia stiegen um ein Prozent. Die Bank Vontobel hatte sich positiv über den Sektor geäussert und das Kursziel für einige Branchenvertreter erhöht. Gesucht waren ausserdem die Anteile der Grossbank UBS (+0,5%), während die Anteile von Rivale CS unverändert schlossen.

Weit vorne zu finden waren aber auch Alcon (+0,8%). Die Titel des Augenheilkonzerns hatten nach der Abspaltung von Novartis im Frühling 2019 lange Zeit Mühe, i, auf Touren zu kommen. Im laufenden Jahr liegen sie (Stand Dienstagabend) aber mit einem Plus von fast 14 Prozent klar an der Spitze der SMI-Titel.

Höher bewertet wurden auch die Aktien von ABB (+0,7%). Der Automationsspezialist wird am Donnerstag den Jahresabschluss veröffentlichen. Auch der Pharmariese Roche (-0,7%) und der Telekommunikationskonzern Swisscom (+0,3%) werden am Donnerstag ihre Ergebnisse bekanntgeben.

Erneut unter den Gewinnern bei den Bluechips waren Logitech (+0,3%) zu finden. Der Titel hatte bereits am Vortag 3,8 Prozent zugelegt. Der Hersteller von Computer-Zubehör geht in die Werbe-Offensive und will mit einer neuen Kampagne unter anderem am diesjährigen „Super Bowl“ und bei den „Grammy-Awards“ vertreten sein.

Bei den SMI-Schwergewichten waren neben Roche auch Novartis (-0,5%) schwächer. Auch Nestlé (-0,3%) schlossen nach anfänglichen Gewinnen tiefer.

Am Schluss der Tabelle waren diverse eher zyklische Werte wie Temenos (-2,9%), Clariant (-1,5%), Sika (-1,3%), Adecco (-0,8%) oder Swatch (-1,1%) zu finden. Zum Teil ist von Gewinnmitnahmen die Rede. Bei Adecco verwiesen Händler zudem auf eher schwächere Zahlen eines Konkurrenten.

Im breiten Markt waren Rieter (+10% auf 109,80 Fr.) nach einer Hochstufung mit Kursziel 145 Franken stark im Aufwind. Es sei an der Zeit, eine optimistische Sicht einzunehmen, meint der zuständige Analyst des Brokers Stifel in einem Kommentar. Conzzeta (+1,5%) und Energiedienst (+8,0%) profitierten von der Zahlenbekanntgabe.

Bei Comet (+2,1%), U-blox (+4,2%) und Bucher (+2,6%) verwiesen Händler vor allem auf positive Analystenkommentare. Bei Zur Rose (+2,5%) sorgte ein neu gemeldeter Aktionär, die US-Fondsfirma FMR, für Anschlusskäufe, hiess es im Handel. (awp/mc/pg)

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