CH-Schluss: Nach US-Arbeitsmarktdaten klar im Minus

CH-Schluss: Nach US-Arbeitsmarktdaten klar im Minus

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Freitag mit deutlichen Verlusten beendet. Bis zum Nachmittag war der SMI nur knapp im Minus bzw. phasenweise sogar leicht im Plus gelegen, doch dann mit der Eröffnung der US-Börsen um 15.30 Uhr hiesiger Zeit fiel das wichtigste Schweizer Börsenbarometer deutlich(er) zurück. Neben schwächeren Konjunkturdaten aus Europa und politischen Unsicherheiten vor den Wahlen in Frankreich und Griechenland waren laut Händlern vor allem die US-Arbeitsmarktdaten für den Kursrückgang verantwortlich.

In den USA waren im vergangenen Monat weniger Jobs geschaffen worden als erwartet, ausserdem stagnierten entgegen den Erwartungen die Stundenlöhne. Gleichzeitig war allerdings die Arbeitslosenquote im April überraschend gesunken. Anfänglich wurden die Zahlen denn auch relativ neutral interpretiert, mit einer gewissen Verzögerung zeigten sich dann aber viele Marktbeobachter über die nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt und das Sinken der Kaufkraft der Amerikaner besorgt. Gleichzeitig seien am Markt aber auch wieder erste Hoffnungen aufgekommen, dass die US-Notenbank Fed nun doch noch besondere Massnahmen zur geldpolitischen Lockerung ergreifen könnte, hiess es.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,67% tiefer bei 6’056,79 Punkten (Tagestief 6’045). Im Wochenvergleich ergibt das ein Minus von knapp 1%, nachdem bereits in der Woche davor ein Minus von gegen 2% resultiert hatte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsste am Freitag gar 1,08% auf 917,73 Punkte ein und der breite SPI um 0,82% auf 5’655,48 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen lediglich 4 im Plus, 25 beendeten den Tag im negativen Bereich, einer war unverändert.

Am stärksten unter Druck standen aufgrund der zum Teil schwachen Wirtschaftsdaten konjunktursensitive Titel, wobei das Verliererfeld von Transocean (-5,6%) angeführt wurde. Die Titel des Ölbohrkonzerns litten auch unter dem sinkenden Ölpreis, zudem waren die Papiere am Vortag nach Quartalszahlen 2,5% gestiegen. Daneben büssten aber auch die Titel der Uhren- bzw. Luxusgüterkonzerne Swatch (-3,4%) und Richemont (-2,9%) deutlich an Terrain ein.

Aber auch die Papiere des Personalvermittlers Adecco (-3,1%) mussten aufgrund der für die Titel wichtigen US-Arbeitsmarktdaten etwas unten durch. Der Konzern wird am kommenden Dienstag sein Erstquartalsergebnis präsentieren. Daneben schlossen weitere Titel aus der Industriebranche wie Schindler (-2,4%) oder SGS (-2,3%) schwach ab.

Weit oben im Verliererfeld waren auch Swiss Life (-2,7%) zu finden: Der Lebensversicherer wird nächste Woche Angaben zu den ersten Monaten des laufenden Jahres veröffentlichen. Aber auch andere Finanztitel wie Julius Bär (-2,3%), Baloise (-1,8%) oder CS (-1,4%) büssten klar an Terrain ein.

Auf der Gewinnerseite standen Swiss Re nach den Quartalszahlen mit +1,5% zuoberst, anfänglich waren es bis zu +3%. Der Rückversicherer hat im ersten Quartal wieder einen Gewinn erzielt, nachdem im Vorjahr noch ein Minus die Erfolgsrechnung belastet hatte. Die Erwartungen des Marktes wurden u.a. dank tieferer Schadenlast und realisierten Gewinnen aus Kapitalanlagen deutlich übertroffen. Das Management rechnet mit weiter steigenden Preisen für Rückversicherungsdeckung und damit mit weiterhin profitablem Wachstum.

Dahinter folgten mit Swisscom (+0,9%) und Novartis (+0,2%) zwei defensive Aktien. Der Telekomdienstleister hatte am Mittwoch Quartalszahlen publiziert, was den Aktien seither deutlich Schub gab. Auch andere defensive Papiere wie Roche (-0,2%) und Nestlé (-0,3%) hielten sich überdurchschnittlich. Zurich Insurance (-0,4%) gehörten ebenfalls zu den besten Werten, hier folgen die Quartalszahlen nächste Woche.

Im breiten Markt fielen unter anderem Panalpina mit einem Kursgewinn von 7,2% auf. Die Titel des Logistikdienstleisters reagierten damit trotz verhaltener Analystenkommentare mit deutlichen Aufschlägen auf die publizierten Quartalszahlen. Ein Faktor dürfte dabei sein, dass sich das Unternehmen gegen die Busse der EU-Wettbewerbshüter wehren wolle, hiess es im Markt.

Daneben haben noch einige andere Unternehmen ihre Quartalszahlen präsentiert, so etwa die Industrieunternehmen Schmolz+Bickenbach (-3,4%) und Starrag (+0,8%) sowie der Energiekonzern Alpiq (+0,1%). (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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