CH-Schluss: Deutlich fester

CH-Schluss: Deutlich fester

Zürich – Die Hoffnungen auf eine Lösung im US-Budgetstreit haben den Schweizer Aktienmarkt am Dienstag den ganzen Tag über im Plus gehalten. Der Leitindex SMI überschritt dabei im Handelsverlauf wieder die Marke von 8’000 Punkten, musste diese am Nachmittag allerdings wieder preisgeben. Als Dämpfer wirkten auch negative Konjunkturdaten aus den USA: So verlangsamte sich das Industriewachstum im US-Staat New York im Oktober unerwartet deutlich. Ein Grund dafür könnte laut Beobachtern der US-Haushaltsstreit sein.

Auch wenn es im US-Haushaltsstreit noch keinen Durchbruch gab, zeigten sich die Investoren weiterhin zuversichtlich, dass die Parteien noch zu einem Kompromiss finden würden. Allerdings könnten die neue Forderung nach Konzessionen von republikanischen Senatoren zu neuen Komplikationen führen, warnte ein Marktbeobachter anlässlich der jüngsten Entwicklungen. Am Schweizer Markt waren Kühne+Nagel und Schindler nach Quartalsabschlüssen im Fokus – beide Titel wurden von den Anlegern abgestraft.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,70% höher auf 7’984,35 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte 0,65% auf 1’221,83 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,64% auf 7’590,66 Punkte zu. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 24 im Plus und sechs im Minus.

Die deutlichsten Gewinne unter den Bluechips verzeichneten Actelion (+3,9%). Das Pharmaunternehmen wird am Donnerstag seine Quartalszahlen vorlegen. Allerdings positionierten sich die Anleger wohl vielmehr im Hinblick auf die Zulassungsentscheidung der US-Gesundheitsbehörde für das Medikament Opsumit, dem designierten Nachfolger für das Actelion-Hauptmedikament Tracleer. Der für das Wochenende angekündigte Entscheid wird am Freitag oder Montag erwartet.

Von den Hoffnungen auf eine Lösung der Budgetkrise profitierten einige Zykliker wie auch Finanzwerte. So waren die Versicherer Swiss Life (+1,8%) und Bâloise (+1,7%) gesucht und auch Zurich (+1,1%) legten überdurchschnittlich zu. Die Zurich-Aktien sind von JPMorgan auf «Neutral» von bisher «Underweight» heraufgestuft worden. Die Papiere hätten sich im laufenden Jahr im Vergleich zu den Branchennachbarn klar unterdurchschnittlich entwickelt, meinen die Analysten. Swiss Re (+0,9%) stiegen etwas über dem Marktdurchschnitt.

Bei den zyklischen Titeln fielen Givaudan und Dufry (je +1,8%) wie auch Adecco und Transocean (je +1,6%) mit deutlichen Avancen auf. Clariant (+1,1%) profitierten zudem von Fortschritten in der Umsetzung der Portfolio-Bereinigung mit dem Verkauf der Geschäftseinheit Detergents & Intermediates. Die Bankentitel entwickelten sich ebenfalls besser als der Gesamtmarkt: So schlossen UBS 1,6% und CS 1,5% im Plus, Julius Bär legten gar 2,0% zu.

Unter den Index-Schwergewichten schlossen Nestlé (+0,8%) klar unter dem Tageshoch. Der Nahrungsmittelkonzern wird am Donnerstag seine Drittquartalszahlen vorlegen ebenso wie der Pharmakonzern Roche (Genussscheine +1,3%). Novartis (-0,2%) drehten im Handelsverlauf ins Minus.

Deutliche Verluste erlitten Kühne+Nagel (-4,1%). Das vorbörslich vorgelegte Zwischenergebnis verfehlte die Markterwartungen. Die gedämpften Wachstumsprognosen für das Luft- und Seefrachtgeschäft hätten sich mit den Zahlen bestätigt, hiess es von Seiten der Analysten. Sollte der Welthandel im kommenden Jahr wieder anziehen, werde Kühne+Nagel dafür aber überdurchschnittlich profitieren, meint allerdings die ZKB.

Noch stärker nach unten ging für die PS von Schindler (-5,9%). Der Lifthersteller verband seine am Morgen vorgelegten Neunmonatszahlen mit einer weiteren Gewinnwarnung für das Gewamtjahr. Die Marktkommentatoren zeigten sich vom Gewinnrückgang und der Prognosesenkung enttäuscht. Der Wachstumskurs koste wohl mehr als erwartet, hiess es.

Im breiten Markt konnten Bossard (+3,0%) deutlich zulegen. Das Unternehmen hat mit seinem Zwischenabschluss die Erwartungen der Analysten vor allem dank einer besseren Entwicklung in Europa und Asien etwas besser abgeschnitten als erwartet. Die Aktien des Industrie-Konzerns Georg Fischer (unv.) litten unter einer Herabstufung auf das Rating «Sell» durch die US-Bank Goldman Sachs. (awp/mc/upd/ps)

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