CH-Schluss: Fester – Zykliker sind die Gewinner

CH-Schluss: Fester – Zykliker sind die Gewinner

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Dienstag mit festeren Notierungen beendet. So verzeichnete das Leitbarometer SMI den fünften Anstieg innert sechs Handelstagen und liegt inzwischen um rund 8,4% über dem Jahrestief von Anfang Juni bei 5’712 Punkten. Am Markt trieb die Hoffnung auf eine Leitzinssenkung seitens der Europäischen Zentralbank die Kurse an, hiess es.

Positiv wirkte auch die Ankündigung Irlands, am Donnerstag dreimonatige Anleihen im Volumen von 500 Mio EUR zu begeben. Damit werde das Land erstmals seit September 2010 wieder am Kapitalmarkt aktiv. Gestützt wurde das Sentiment zudem von positiven News von Seiten der US-Industrie. Diese hatte im Mai deutlich mehr Aufträge an Land gezogen als erwartet.

Das wichtigste Schweizer Börsenbarometer SMI schloss auf Tageshoch und ging 1,39% höher auf dem Stand von 6’194,08 Punkten aus dem Handel. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann 1,59% auf 922,45 und der breite Swiss Performance Index (SPI) stieg 1,39% auf 5’749,80 Zähler.

Nachgefragt wurden am Berichtstag vor allem Zykliker, denen teilweise die steigende Risikobereitschaft der Anleger zu Gute kam. So gehörten Lonza (+4,8%), Sonova (+3,6%) und Adecco (+2,9%) zu den grossen Gewinnern bei den Bluechips. Der Zementhersteller Holcim (Aktien +2,3%) meldete positive Umsatzstatistiken für den Monat Juni für die indischen Tochtergesellschaften ACC und Ambjua Cement. Syngenta-Papiere verteuerten sich um 2,6%, nachdem der Agro-Chemiekonzern mitteilte, in den USA die Zulassung für zwei Saatgutmischungen für Mais erhalten zu haben. Die Produkte sollen zur Saison 2013 auf den Markt kommen.

Für die Papiere von Kühne+Nagel (+1,8% auf 101,40 CHF) senkten Helvea (auf 109 von 113 CHF) und Vontobel (auf 110 von 120 CHF) das Kursziel. Eine Kursreduktion gab es auch für die Titel der beiden Hersteller von Dentalimplantaten: So senkte die UBS das Kursziel für Nobel Biocare-Titel (+2,3% auf 9,86 CHF) auf 10,50 CHF von 10,80 CHF und für die Straumann-Aktie (+1,3% auf 136,90 CHF) gilt neu eine Zielmarke von 143 CHF nach zuvor 155 CHF.

Versicherungen und Banken profitierten gemäss einem Händlerkommentar von der entspannteren Lage bei den spanischen und italienischen Staatsanleihen. Die prozentual stärksten Aufschläge in diesem Segment verzeichneten Swiss Life (+3,3%), da der Versicherer verglichen mit Branchennachbarn stärker in solche Papiere investiert. Swiss Re (+1,7%) verteuerten sich ebenfalls und dürften zudem vom Verkauf der auf Fondsinvestitionen spezialisierten Swiss Re Private Equity Partners an Blackrock profitiert haben.

Die Grossbank Credit Suisse (+2,3%) hat einen 7%-Anteil an der schottischen Aberdeen Asset Management für rund 200 Mio GBP verkauft und erhofft sich dadurch einen positiven Ergebnisbeitrag im dritten Quartal. UBS legten um 0,5% zu.

In der Gunst der Anleger standen zudem die schwerkapitalisierten Nestlé (+1,8%) und Novartis (+0,8%). Roche-Genussscheine (+0,7%) reagierten offenbar nicht auf ein Schadenersatzurteil aus den USA, dass den Konzern zur Zahlung von 18 Mio USD verpflichtet. Der Konzern will den Prozess um das Mittel Accutane weiterziehen.

Die Verliererliste ist kurz. Swisscom (-0,2%) setzten den Abwärtskurs fort. Wettbewerber Sunrise hatte am Montag ein Konkurrenzangebot zu den Daten-Flat-Abonnements des Telekomunternehmens vorgelegt. Ansonsten schlossen noch Logitech (-0,3%) im roten Bereich.

Am breiten Markt schafft Newron Pharmaceuticals (+4,4%) die Voraussetzungen für die geplante Übernahme der schwedischen NeuroNova per Aktientausch. An der ordentlichen und ausserordentlichen Generalversammlung vom 25. Juli soll eine höhere Kapitalerhöhung mit einem Volumen von maximal 0,78 Mio CHF beschlossen werden. Damit würde der GV-Beschluss vom Juni über eine Ausweitung des Kapitals um 0,4 Mio CHF revidiert.

Emmi verloren dagegen 1,9%. Der Milchverarbeiter will mittelfristig die Hälfte des Umsatzes im Ausland erzielen. Darum investiert Emmi in Spanien und Frankreich in zwei Unternehmen und baut bestehende Beteiligungen aus. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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