CH-Schluss: Fester – Zinsentscheidungen ohne Überraschung

CH-Schluss: Fester – Zinsentscheidungen ohne Überraschung

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit Aufschlägen aus dem Handel gegangen und lag zum Ende der Sitzung nur wenige Punkte unter dem Tageshoch. Nach einem Abrutschen am Morgen sorgten um den Mittag die Zinsentscheidungen der EZB und der Bank of England für Auftrieb. Wie erwartet blieben die Leitzinsen unverändert, aber die Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi wurden positiv quittiert. Er rechne nicht mit einer ausufernden Inflation, eher noch mit einer Abschwächung 2013, sagte er an der Medienkonferenz. Das Wachstum in der Eurozone werde weiter schwach bleiben. Draghi sieht Fortschritte bei der Wettbewerbsposition der Krisenländer und bekannte sich erneut zum Euro.

Auch die wöchentlichen US-Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe fielen im Rahmen aus und hatten kaum Einfluss an den Märkten. Der deutliche Rückgang bei den Auftragseingängen der US-Industrie liess die Märkt ebenfalls unbeeindruckt. Der Mix aus negativen und positiven Faktoren spreche derzeit für eine eher abwartenden Haltung, hiess es. Für Unruhe sorgten die steigenden Spannungen zwischen Syrien und der Türkei.

Der Swiss Market Index (SMI) ging mit einem Plus von 0,41% bei 6’631,35 Punkten aus dem Handel. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,36% auf 989,93 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,34% auf 6’124,60 Punkte.

Adecco (+2,2%) beendeten den Donnerstagshandel als stärkster Wert. Die Valoren von Swiss Re (+2,1%) erhielten Support von einer Kurszielerhöhung und einer Bestätigung der Empfehlung «Buy» durch die Bank Vontobel. Auch Baloise (+1,3%), SGS (+1,2%) und Sonova (+1,0%) legten zu. Finanzwerte wie UBS (+0,8%) und CS (+0,6%) zogen am Nachmittag an. Die Credit Suisse verkauft ihr Tochterunternehmen Clariden Leu Europe an die Schweizer Falcon Private Bank. Julius Bär musste hingegen mit -1,4% spürbare Verluste hinnehmen.

Gestützt wurde der Gesamtmarkt auch von Nestlé (+0,4%), welche damit die Aufwärtsbewegung der vergangenen bald drei Wochen nach der gestrigen Pause fortsetzten. Im August und bis Mitte September waren Nestlé gegen den starken Markttrend noch zurückgegangen. Schwergewicht Roche stieg um 0,8%, Novartis um 0,3%.

Bei den konjunktursensitiven Titeln war das Bild nicht homogen. So schlossen Holcim (+0,7%), Geberit (+0,6%), ABB (+0,3%) und Kühne+Nagel (+0,1%) mit Pluszeichen, während die Titel des Maschinenbauers Sulzer um 0,6% abgaben. Ebenfalls auf der Verliererliste fanden sich Actelion (-1,6%), Syngenta (-1,3%) und SPS (-0,9%). Swatch notierten 1,2% niedriger, Wettbewerber Richemont gewann hingegen 0,6% hinzu.

Nach einer Gewinnwarnung verloren Nobel Biocare um deutliche 4,3%. Zeitweise betrug das Minus bis zu 8,9%. Der Titel gehört zwar seit vergangenem Monat nicht mehr zu den Bluechips (SMI/SLI), wird aber noch immer stark beachtet. Wegen der anhaltend schwachen Entwicklung im wichtigen Markt Japan, hat das Unternehmen die Prognosen für das Gesamtjahr gesenkt. Auch Wettbewerber Straumann (-3,3%) wurde mit nach unten gezogen.

Im breiten Markt legten Orascom um 4,1% zu. Das Unternehmen hat am Morgen die Wiederkotierung der ägyptischen Tochtergesellschaft Orascom Hotels & Development (OHD) an der ägyptischen Börse (EGX) bekanntgegeben.

Swisslog (unv.) meldete den Abgang des langjährigen CEO Remo Brunschwiler, der einen neuen Chefposten annehmen wird.

Im Aktionariat der Lebensmittelgruppe Orior (unv.) kam es zu grösseren Veränderungen. EGS Beteiligungen, die Gesellschaft der Ernst Göhner Stiftung, hat 10,5% der Orior-Aktien erworben. Weitere 4,2% halten neu Anleger und Fonds im Umfeld der AMG Analysen und Anlagen AG. Verkäuferin ist die Beteiligungsgesellschaft Capvis, welche die Firma vor ein paar Jahren an die Börse gebracht hatte.

Weiter zeigen sich Norinvest (+19,3%), VD Assurance (+3,2%) oder Panalpina (+2,5%) überdurchschnittlich stark. Precious Woods (-15,7%), Gottex (-6,8%) oder New Venturetec (-6,5%) gaben deutlich ab. (awp/mc/pg)

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