CH-Schluss: Gewinne – Nestlé sorgt für SMI-Plus

CH-Schluss: Gewinne – Nestlé sorgt für SMI-Plus

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt beendet den Donnerstagshandel mit Zugewinnen, die jedoch vor allem auf das deutliche Plus des SMI-Schwergewichts Nestlé zurückzuführen waren. Nach einem freundlichen Start bewegte sich der Leitindex zumeist über der psychologisch wichtigen Marke von 8’000 Punkten bis zum Mittag weiter nach oben, bevor am Nachmittag wieder ein leichter Abschwung einsetzte. Aber auch das vorläufige Ende des US-Haushaltsstreits sorgte für ein wenig Rückenwind.

Einerseits zeigten sich die Investoren darob grundsätzlich erleichtert, andererseits wurde dies in etwa auch so erwartet, weshalb die Reaktionen nicht euphorisch ausfielen. Überdies werde die Streiterei bald weitergehen, da die gefundene Lösung lediglich temporärer Natur sei und erst einmal nur einen Aufschub bedeute, hiess es. S&P schätzt den bisher angerichteten Schaden für die US-Volkswirtschaft auf 24 Mrd USD. Positive Nachrichten kamen aus der Eurozone. So stieg der Überschuss in der Leistungsbilanz und Spanien konnte sich zu einer geringerem Zinssatz frisches Geld leihen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,63% höher bei 8’032,40 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,42% auf 1’225,92 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) gewann 0,57% auf 7’629,98 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 18 im Plus, zehn im Minus und zwei (UBS, CS) unverändert.

Der mit Abstand beste Wert war Nestlé nach Quartalszahlen mit einem deutlichen Plus von 3,1%. Das Schwergewicht steuerte rund 52 Punkte zum SMI hinzu, der um 51 Zähler höher schloss. Obgleich das vom Westschweizer Nahrungsmittelhersteller für das Dreivierteljahr 2013 veröffentlichte Ergebnis die Markterwartungen nur knapp erreichte, zeigen sich Analysten mit Seitenblick auf den Geschäftsgang bei den Branchenkonkurrenten Danone und Unilever mehrheitlich zufrieden. Das Ergebnis sei beruhigend gut und der Ausblick für das Wachstum überraschend positiv ausgefallen, hiess es dazu.

Die Aktien des Agrarchemiekonzerns Syngenta (+1,8%) waren mit deutlich tieferen Notierungen in den Handel gestartet, haben sich danach aber rassig in die Gewinnzone vorgearbeitet. Ausgelöst wurden die ersten Abgaben von einer eher unerwarteten Senkung der Gewinnprognosen für das laufende Jahr. Im Lichte der schwachen Performance der Papiere in den letzten Monaten hätten danach aber Anschlusskäufe eingesetzt, sagten Händler. Weitere Gewinner waren Swisscom (+1,4%), Dufry (+1,7%) oder Clariant (+1,4%).

Gegenläufig fiel das Chartbild bei Roche (-0,5%) aus, welche nach einem fulminanten Startaufschwung im Handelsverlauf ins negative Terrain drehten. Der Pharmakonzern hatte mit den vorbörslich vorgelegten Umsatzzahlen für die ersten drei Quartale die Erwartungen erfüllt. Die Verkäufe lagen über den Konsens-Erwartungen und werden in Marktkreisen als «stark» oder zumindest «solid» bezeichnet. Die Ganzjahres-Prognose wurde vom Management erwartungsgemäss bestätigt.

Actelion (-4,2%) als vierter im Bunde der Bluechips mit Quartalszahlen fielen dagegen deutlich zurück und bilden die rote Laterne. Die Zahlen sind etwa im Rahmen der Analystenprognosen ausgefallen, am Vortag hatten die Actelion-Titel allerdings noch ein Mehrjahreshöchst erreicht, weshalb es nun zu Gewinnmitnahmen komme, hiess es. Die meisten Analysten betonten, dass die bevorstehenden Medikamenten-Zulassungsentscheide deutlich wichtiger seien als die Zahlenvorlage.

Hinter Actelion gaben insbesondere zyklischen Werte ab, darunter ABB (-0,9%), Adecco (-0,7%), Sika oder SGS (je -0,6%) etwas deutlicher.

Im breiten Markt kamen Sulzer (-4,4%) stark unter Druck. Der Bestellungseingang nach neun Monaten lag leicht hinter den Erwartungen zurück, ausserdem zeigte sich das Unternehmen mit Blick auf den Umsatz etwas vorsichtiger als noch bei der Präsentation der Halbjahreszahlen. Weiter gab Sulzer Details zum laufenden Restrukturierungsprogramm bekannt, das intensiviert werden soll und deshalb auch zu höheren Kosten führt.

Markant tiefer schlossen auch Pelikan (-17,1%) und Intersport (-8,0%), während auf der anderen Seite OTI Energy (+14,7%) oder Norinvest (+13,6%) mit deutlichen Gewinnen auffallen. (awp/mc/upd/ps)

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