CH-Schluss: SMI sinkt 0,12% auf 8’706 Punkte

CH-Schluss: SMI sinkt 0,12% auf 8’706 Punkte

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den ersten Handelstag der Woche mit einem leichten Minus beendet. Nach einem positiven Start sorgten schlechtere US-Unternehmenszahlen für eine Stimmungseintrübung an der Wall Street, die insbesondere die Finanztitel im Leitindex SMI belastete. Aber auch in anderen Sektoren schwächeln die Kurse auf breiter Front. Weiterhin unterstützt die Hoffnung auf geöffnete Geldschleusen der Notenbanken die Aktienmärkte, während Konjunktursorgen – insbesondere mit Blick auf China – dafür sorgen, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen, heiss es.

Die anhaltende Hoffnung auf weiteres billiges Geld der internationalen Notenbanken sorge für Zuversicht, meinte ein Händler. Bezüglich der EZB-Ratssitzung am Donnerstag gehen Ökonomen nach dem unterdurchschnittlichen Wachstum und der schwachen Inflationsentwicklung davon aus, dass der Druck auf Notenbank-Chef Mario Draghi zugenommen hat, die Geldpolitik weiter zu lockern. Zu Reden geben am Berichtstag einmal mehr verhaltene Konjunkturdaten aus China. Im dritten Quartal war das Reich der Mitte zwar so schwach wie seit sechs Jahren nicht mehr gewachsen. China stehe allerdings auf dem Sprung vom Schwellen- zum Industrieland, was nun mal mit niedrigeren Wachstumsraten einhergehe, relativierte der Händler.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,12% tiefer auf 8’705,66 Punkte. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,19% auf 1’290,40 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,10% auf 8’890,89 Punkte. Von den 30 Blue Chips schlossen elf im Plus, 18 im Minus und Swiss Life unverändert.

Bei Credit Suisse (+0,5%) haben sich im Tagesverlauf die Aufschläge deutlich abgeschwächt. Mit zeitweise +2,2% gehörten die Titel lange zu den Top-Werten, bevor US-Rivale Morgan Stanley einen starken Gewinnrückgang im Investmentbanking auswies. Auch die am Mittwoch anstehende Zahlenvorlage und die strategische Neuausrichtung werfen ihre Schatten voraus. Laut verschiedenen Medienberichten vom Wochenende wird darüber spekuliert, dass die CS eine Kapitalerhöhung durchführen, die Marktregionen ausserhalb der Schweiz stärken und ein neues Sparprogramm lancieren will. Die Titel der Mitbewerberin UBS (-0,7%) schlossen klar im Minus, ebenso wie Julius Bär (-1,3%).

Bei den Versicherern wurden Zurich (-0,9%) von einem Kommentar aus dem Hause Barclays belastet. Die Einstufung wurde auf „Equal Weight“ gesenkt, da eine geringere Visibilität das Potenzial der Aktie vorerst begrenzen dürfte, wie es hiess.

Die grössten Verluste verbuchten Transocean (-4,0%) und Aryzta (-1,6%). Während letztere unverändert die mit Abstand schwächste Entwicklung unter den Blue Chips seit Jahresbeginn zeigen, hatten sich die Titel des Offshore-Erdölbohrers Transocean mit dem zuletzt steigendem Ölpreis deutlich erholt. Die chinesische Konjunkturschwäche hat aber nun auch wieder den Ölpreis klar belastet. Auch ABB (-1,5%), Adecco oder Clariant (je -0,9%) schlossen klar im Minus.

Actelion (+0,6%) legten in Vorfeld er Zahlenvorlage einen wahren Schlussspurt hin, nachdem sie zuvor klar im Angebot lagen. Die Titel hatten bereits in der Vorwoche um über 5% avanciert.

Die Schwergewichte Roche (+0,4%) und Novartis (+0,1%) zeigten sich am Ende erneut leicht fester. Die defensiven und dividendenstarken Papiere wie Roche und Novartis seien angesichts der verschobenen Zinswende in den USA und den zuletzt wieder aufgekommenen globalen Konjunktursorgen gesucht, hiess es. Nestlé (-0,3%) hielten sich zunächst gut, rutschen zum Handelsschluss aber ins Minus. Der Konzern hatte am Freitag mit der Zahlenvorlage enttäuscht und Kursverluste verbucht.

Grössere Aufschläge verbuchten die Titel der im Gesundheitssektor tätigen Galenica-Gruppe (+1,8%), Givaudan (+0,8%), Syngenta (+0,7%) sowie jene des Luxusgüterherstellers Richemont (+0,6%), während sich die Aktien der Konkurrentin Swatch (-1,0%) nach einem starken Start bei den Verlierern schlossen.

Am breiten Markt legten Ems-Chemie nach der Umsatzmeldung für die ersten neun Monate um 2,6% zu. Bei der Zürcher Kantonalbank stufte man die Umsatzentwicklung trotz des verlangsamten Wachstums der Automobilindustrie und der wirtschaftlichen Abschwächung in Asien als „robust“ ein.

Positiv fielen ohne konkrete News zudem New Venturetec (+5,9%), Ypsomed (+4,8%) und b(+4,6%) auf, während u.a. Leclanché (-9,7%) unter die Räder kamen und auch Airesis (-6,8%) und die Titel des Autozulieferers Autoneum (-4,9%) deutlicher nachgaben. (awp/mc/upd/ps)

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