CH-Schluss: Verluste zum Wochenende – US-Jobdaten «zu gut»

CH-Schluss: Verluste zum Wochenende – US-Jobdaten «zu gut»

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag mit Verlusten aus der Sitzung gegangen. Nach freundlichem Start ist der SMI bis vor der Publikation der starken Arbeitsmarktdaten aus den USA auf das Vortagesniveau zurückgefallen, um dann bei deutlich höherer Volatilität bis zum Handelsende weiter an Terrain preiszugeben. Insgesamt ergab sich über die Woche aber trotz dreier negativer Tage erneut ein Gewinn.

Die mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten fielen klar besser aus als erwartet. Beachtet wurde vor allem die Zahl neu geschaffener Stellen ausserhalb der Landwirtschaft, welche um 30’000 über den Prognosen gelegen ist. Zudem wurden die Zahlen für die Vormonate deutlich nach oben revidiert. Die an sich gute Nachricht nährt die Befürchtungen der Investoren, dass die amerikanische Notenbank Fed die geldpolitischen Zügel eher früher als später wird anziehen müssen. Dies drückte letztlich auf die Kurse.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,63% tiefer bei 7’781,98 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich dennoch ein Plus von 1,3%. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,61% auf 1’175,71 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,61% auf 7’348,32 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 22 im Minus und 8 im Plus.

Grösste Verlierer waren zum Ende Holcim (-2,4%), welche über den ganzen Tag hinweg kontinuierlich nach unten tendierten und mittlerweile erneut unter dem Schlussstand des Vorjahres notieren.

Dahinter gaben konjunktursensitive Papiere wie Richemont (-1,2%) oder Clariant (-0,8%) etwas überdurchschnittlich ab, oder auch defensive wie Swisscom (-1,7%) und Roche (-0,8%). Roche weisen allerdings noch immer eine positive Jahresperformance von rund 30% auf. Ähnlich entwickelten sich weitere Schwergewichte wie ABB (-0,9%) und Nestlé (-0,6%).

Novartis (-0,4%) büssten etwas moderater ein. Der Pharmakonzern wartete mit positiven News zu seinem Augenmedikament Lucentis auf: Diesem wurde von der EU-Kommission eine Indikationserweiterung zugesprochen. Neu darf Lucentis zur Behandlung von choroidalen Neovaskularisationen (CNV) und pathologischer Myopie eingesetzt werden. Die ZKB sprach von einem zusätzlichen Umsatzpotential von mindestens 1 Mrd USD.

Die Banken standen mit der Umsetzung des Steuerabkommens mit Grossbritannien im Fokus. CS (+0,3%) zogen dabei etwas an, wogegen UBS (-0,9%) zurückgebunden wurden. Das Steuerabkommen wird zum Verlustgeschäft für die hiesigen Banken. Weil weniger britische Bankkunden als erwartet ihre Vermögen in der Schweiz durch eine einmalige Abgeltungssteuer regularisieren, erhalten die Schweizer Institute die Vorauszahlung von 500 Mio CHF wohl nicht oder nur zu einem geringen Teil zurück. Rund 200 Mio CHF der Garantiezahlung entfallen auf die Grossbanken Credit Suisse und UBS.

Die Credit Suisse geht von einer Ergebnisbelastung von höchstens 90 Mio CHF aus. Der Betrag wird im zweiten Quartal 2013 verbucht. Die UBS konnte den Schaden noch nicht beziffern, während Julius Bär (Aktie -1,1%) «keine materielle Auswirkung» auf die Gewinnzahlen voraussagte.

Die grössten Gewinne verbuchten Adecco und Geberit (je +1,1%), gefolgt von Lonza (+1,0%).

Im breiten Markt fielen Charles Vögele (-2,5%) weiter zurück. Zu Handelsbeginn verzeichnete der Titel noch eine leichte Gegenbewegung auf die markanten Verluste der Vortage, dann ging es jedoch wieder Richtung Süden.

Orascom (+1,7%) konnten die massiven Gewinne vom Vortag (+13%) gut bestätigen. Die politische Entwicklung in Ägypten hat der Aktie zuletzt Auftrieb verliehen.

Ascom verzeichneten ein klares Plus von 5,1%. Der Titel erhielt Unterstützung vom Eingang verschiedener Aufträge aus Europa und den USA. (awp/mc/pg)

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