CH-Schluss: SMI auf Höchststand seit Beginn der Pandemie

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Dienstag erneut höher beendet und damit an den Aufwärtstrend des Vortages angeknüpft. Der SMI als wichtigster hiesiger Aktienindex hat dabei den Schlusskurs des Vorjahres wieder übertroffen und ist vor dem letzten Handelstag auf Kurs für eine leicht positive Jahresperformance. Wie bereits am Vortag wurde der hiesige Markt von den SMI-Schwergewichten getrieben, die in Bezug auf die Kursentwicklung 2020 alle noch etwas im Hintertreffen liegen. Allzu viel los war laut Händlern allerdings nicht. Wie üblich mangle es zwischen Weihnachten und Neujahr an kursbewegenden News. Viele Marktteilnehmer seien in den Ferien und die Umsätze daher sehr dünn.

Die insgesamt weiterhin gute Stimmung an den Aktienmärkten wird laut Händlern von der Zuversicht der Marktteilnehmer für 2021 angetrieben. Der Beginn der Massenimpfungen, der Abschluss des Brexit-Handelsvertrags sowie weitere massive Konjunkturpakete zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie nährten die Zuversicht der Anleger. «Da die Zentralbanken zudem weiterhin eine ultralockere Geldpolitik betreiben und die Zinsen tief halten wollen, gibt es gar keine andere Wahl als Aktien zu kaufen», sagte einer. Es gibt allerdings auch einige warnende Stimmen: gerade wenn nur noch Argumente für steigende Kurse im Raum seien, sei die Gefahr für einen unerwarteten Rückschlag nicht unerheblich, heisst es in diesen Kreisen.

Der Swiss Market Index (SMI) beendete den zweitletzten Handelstag 2020 um 0,74 Prozent höher auf 10’682,04 Punkten und damit nahe dem Tageshoch. Letztmals höher geschlossen hatte er am 24. Februar – also kurz bevor der kurze Crash an den Aktienmärkten wegen Corona so richtig begann. Im Hoch war der SMI damals gar bis auf 11’270 Punkte gestiegen – um im Tief Mitte März dann bis auf 7650 Zähler zu sinken. Auf dem aktuellen Stand ergibt sich eine Jahresperformance von 0,6 Prozent; wenn die Dividenden dazu gerechnet werden sind es gar gut 4 Prozent.

Der SLI, der die 30 wichtigsten Aktien umfasst, gewann am Dienstag 0,53 Prozent auf 1’682,80 und der umfassende SPI 0,80 Prozent auf 13’317,54 Punkte. Unter den 30 Blue Chips gab es 21 Gewinner und neun Verlierer.

Tragende Säule des Aufwärtstrends waren wie am Vortag die Aktien des SMI-Schwergewichtes Novartis (+2,0%). Zusammen mit den Avancen am Montag (+2,9%) haben die Papiere des Basler Pharmakonzerns innerhalb von zwei Tagen nun fast 5 Prozent an Wert gewonnen. Fundamentale Gründe für den Anstieg gab es laut Händlern eigentlich keine. Die Papiere seien dieses Jahr bisher einfach nicht besonders gefragt gewesen mit einem Minus von noch immer noch rund zehn Prozent und seien wohl von Schnäppchenjägern nun gesucht gewesen.

Dies gilt auch für die Papiere von Nestlé (+1,0% auf 104,60 Fr.), die ebenfalls den zweiten Tag in Folge klar höher notierten. Die Aktie habe davon profitiert, dass sie bei vielen Investoren zu den Anlagefavoriten 2021 gehöre, hiess es im Markt zudem. Als die Aktie zudem in der ersten Dezemberhälfte auf unter 100 Franken gesunken sei, hätten das viele Anleger als Kaufsignal gesehen.

Mit Roche GS (+0,87%) war auch das dritte SMI-Schwergewicht gesucht. Die drei Titel waren damit für den ganzen Gewinn im SMI verantwortlich, d.h. die anderen 17 Titel zusammen traten heute mehr oder weniger auf der Stelle.

Unter den 30 Blue Chips waren mit Logitech (+1,6%), Partners Group (+1,4%) und Straumann (+1,3%) noch drei Aktien stärker gesucht, die ebenfalls in vielen Favoriten-Listen 2021 erscheinen und die dieses Jahr bereits klar zugelegt haben. Etwas weniger gefragt waren derweil die konjunktursensitiven ABB (-0,6%) und Clariant (-0,4%) sowie die Finanztitel CS (-0,5%), Zurich und Swiss Life (je -0,4%).

Am breiten Markt stachen Dätwyler (+1,8%) hervor. Der Industriezulieferer hat seine Partnerschaft mit dem Kaffeekapsel-Hersteller Nespresso bis 2030 verlängert. Der neue Vertrag sieht ein kontinuierliches Volumen- und Umsatzwachstum vor.

Die Aktien von Asmallworld gewannen derweil weitere 30 Prozent und weisen damit eine Jahresperformance von über 50 Prozent auf. Händler rätseln weiter über den Kursanstieg und weisen auf den derzeit dünnen Markt hin, in dem bereits kleinere Aufträge eine grössere Wirkung hätten. (awp/mc/pg)

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