CH-Schluss: SMI verliert 0,39% auf 9302,12 Punkte

CH-Schluss: SMI verliert 0,39% auf 9302,12 Punkte

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Freitag im Minus beendet. Im frühen Handel hatten sich die Indizes u.a. dank guter Konjunkturdaten aus Deutschland noch freundlich gezeigt, doch im Laufe des Morgens gaben die Kurse ab und rutschten immer deutlicher in die Minuszone. Dabei unterschritt der wichtigste Schweizer Index SMI phasenweise auch die Marke von 9300 Punkten relativ klar.

Händler begründeten die Abgaben im Laufe des Tages in erster Linie mit den anhaltenden Unsicherheiten um die weitere Zukunft Griechenlands im Euroraum. Die laufenden Verhandlungen würden sich immer weiter in die Länge ziehen, hiess es, so dass die Anleger lieber ihre Gewinne ins Trockene fahren würden. Auch von den US-Märkten blieben am Nachmittag die Impulse aus. Der Leitindex Dow Jones Industrial kam im frühen Handel nicht vom Fleck bzw. verharrte nach enttäuschenden Daten zum Auftragseingang von Investitionsgütern im März auf Vortagesniveau.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor zum Schluss 0,39% auf 9’302,12 Punkte und beendete den Tag damit knapp 30 Punkte über dem Tagestief, aber 90 Punkte unter dem Tageshoch. Auf Wochensicht ergab sich ein Plus von 0,6%. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsste derweil am Freitag 0,29% auf 1’379,56 Punkte ein und der marktbreite Swiss Performance Index (SPI) 0,32% auf 9’402,78 Stellen. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 15 im Minus, 14 im Plus und einer (Geberit) unverändert.

Weit hinten im Tableau reihten sich den ganzen Tag die Versicherer Zurich (-2,3%), Swiss Re (-2,0%), Swiss Life (-1,9%) und Bâloise (-1,8%) ein. Dies, nachdem die Titel bereits am Vortag unter Druck gestanden hatten. Der Sektor sei von einer Herabstufung auf „Underweight“ von Morgan Stanley belastet worden, hiess es im Handel. Die US-Bank äusserte wegen der anhaltend tiefen Zinsen ihre Besorgnis über die künftigen Renditen und deren Auswirkungen auf die Kapitalisierung der Branche.

Weitere deutliche Verluste mussten auch Credit Suisse (-1,7%) verkraften. Die Aktien der zweitgrössten Schweizer Bank waren bereits im Nachgang zu den am Dienstag präsentierten Quartalszahlen unter Druck geraten und büssten diese Woche insgesamt 4,9% ein. Besser hielten sich dagegen die Titel des Konkurrenten UBS mit einem Plus von 0,3% am Freitag bzw. von 1,2% in der gesamten Woche.

Händlern sprachen denn auch von Umschichtungen. Die Gefahr bzw. Befürchtungen, dass es bei der CS entgegen der Beteuerungen doch zu einer Kapitalerhöhung kommen werde schrecke viele Anleger ab, hiess es. Die CS hielt am Berichtstag ausserdem ihre Generalversammlung ab, die aber ohne Überraschungen blieb.

Zu Gewinnmitnahmen kam es ausserdem bei den grossen Pharmawerten Roche und Novartis (je -0,8%), die beide diese Woche Quartalszahlen präsentiert hatten. Dabei hatten vor allem die Roche-GS sehr freundlichen auf die Zahlen reagiert. Die Titel des Brachennachbarn Actelion (+2,3%) standen dagegen weiter in der Gunst der Anleger und waren erneut Tagessieger bei den Blue Chips. Das Plus auf Wochensicht von 8,6% wurde in Handelskreisen mit den im Laufe der Woche präsentierten und besser als erwartet ausgefallen Quartalszahlen begründet.

Die grössten Gewinne unter den Top-30-Werten neben Actelion gingen an Galenica (+1,4%), Richemont (+1,3%) und Aryzta (+1,2%), ohne dass dafür allerdings News vorhanden gewesen wären.

Am breiten Markt schossen nach Quartalszahlen Gottex um fast 13% nach oben. Der Hedgefund-Anbieter hat im Berichtszeitraum weitere Beratungsmandate gewonnen und die ertragsgenerierenden Vermögen gesteigert. Basilea (+3,1%) legten im Vorfeld eines Fachkongresses, auf dem neue Daten zu Medikamenten präsentiert werden sollen, deutlich zu und CFT (+1,3%) gewannen nach Quartalszahlen.

Auffällig zeigten sich auch die Bankenwerte EFG (-3,2%) nach einem überraschenden Wechsel an der Unternehmensspitze: Der langjährige CEO John Williamson gibt die Führung des Unternehmens ab, seine Nachfolge übernimmt der ehemalige Bank Sarasin-Chef Joachim Strähle. Unabhängig davon hat die Bank Vontobel die Titel auf „Hold“ zurückgestuft. Die Papiere der SNB büssten am Tag der Generalversammlung 3,1% ein. Mehrere Kleinaktionäre hatten gegen die Zusatzausschüttung von 1 Mrd CHF an Bund und Kantone protestiert. Zudem forderten sie nach dem erstmaligen Dividendenausfall im Vorjahr einen Ausgleich. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.