CH-Schluss: SMI von Roche ausgebremst

Boerse

Zürich – Die Aussicht auf weiterhin weit offene Geldschleusen in den USA hat die Anleger am Donnerstag nach Schweizer Aktien greifen lassen, wobei der Leitindex SMI vom Dividendenabgang bei Roche ausgebremst wurde. Trotz der höheren Inflationsprognose hatten die US-Notenbanker ihre Zinserwartungen nicht verändert und rechnen bis 2023 weiter mit Leitzinsen an der Nullmarke. «Das Fed versucht alles, um die Märkte zu beruhigen und das Inflationsgespenst zu vertreiben», sagte ein Händler. Und zumindest am Berichtstag schien die Strategie aufzugehen. Allerdings könnte die Freude über die extrem lockere Geldpolitik schon bald wieder zu verpuffen, so der Händler.

Denn die Renditen am Anleihemarkt ziehen weiter an und machen es Aktionären damit schwerer. Alternativen zur Aktienanlage könnten bei einer Fortsetzung des Trends attraktiver werden. Zudem lasten höheren Renditen tendenziell besonders auf den hoch bewerteten Aktien der Technologiebranche. Keinen stärkeren Einfluss hatten veröffentlichte Wirtschaftsdaten; sie fielen gemischt aus. In den USA ist die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe trotz einer kräftigen Konjunkturerholung gestiegen – und das klarer als erwartet. Zugleich aber erreichte das Geschäftsklima in der wichtigen US-Wirtschaftsregion Philadelphia im März den höchsten Stand seit fast 50 Jahren.

Der SMI schloss um 0,47 Prozent höher bei 10’973,76 Punkten. Der SMIC, in dem Dividendenzahlungen mitberücksichtigt werden, stieg um 0,98 Prozent auf 24’294,90 Zähler. Der breite, ebenfalls dividendenbereinigte SPI gewann 0,94 Prozent auf 13’871,20 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten und in die Gewichtung der schwersten Titel gekappt ist, legte 0,86 Prozent auf 1’779,26 Stellen zu. Bei den 30 Top-Werten gab es nur fünf Verlierer.

In der Schweiz machte sich vor allem der Dividendenabgang beim Marktschwergewicht Roche beim SMI belastend bemerkbar. Roche schüttete 9,10 Franken je Genussschein aus. Mit einem Minus von 1,5 Prozent oder 4,55 Franken verlor der Kurs aber nur die halbe Dividende.

Gesucht waren auch Technologietitel wie Logitech (+2,4%), die den Vortagesabschlag zum Teil wieder aufholten. Zuvorderst an der Spitze standen aber die Banken UBS (+4,0%) und Credit Suisse (+2,5%). Finanzwerte profitierten damit einmal mehr von den gestiegenen US-Anleiherenditen, hiess es.

Bei CS kam zudem dazu, dass die Bank nach den Turbulenzen im Zusammenhang mit Greensill in Zukunft das Asset Management unter der Leitung des ex-UBS-Managers Ulrich Körner als separate Division führen will. Nach den jüngsten Wirren sei dies wie ein Befreiungsschlag, sagte ein Händler. Die organisatorische Trennung zog ausserdem Spekulationen nach sich, wonach die Bank den Geschäftszweig abspalten könnte.

Gefragt waren zudem die Anteile des Luxusgüterherstellers Richemont (+2,6%). Die Uhrenexporte waren im Februar nach China um 161 Prozent und nach Hongkong um rund zehn Prozent gestiegen. Dabei waren einmal mehr hochpreisige Zeitmesser sehr gefragt. Ausserdem hat Goldman Sachs das Kursziel für Richemont erhöht und die Kaufempfehlung bestätigt. Die Titel von Rivale Swatch (+0,4%) landeten dagegen nur knapp im positiven Bereich.

Bei den zyklischen Firmen fielen Kühne+Nagel (+3,5%) auf, die ihren Aufwärtstrend fortsetzen.

Dagegen büssten Clariant (-1,3%), SGS (-0,6%) und Givaudan (-1,0%) Terrain ein. Clariant litten unter der Ratingsenkung von SocGen auf «Hold» von Buy», hiess es.

Bei den Werten aus dem breiten Markt fielen Swissquote (+6,5%) und Comet (+2,7%) positiv auf. Sie hätten mit ihren Abschlüssen 2020 die Anleger positiv überrascht, hiess es.

Die Papiere von Tornos gewannen nach Tagen starker Kursgewinne erneut um 8,5 Prozent. Der Titel hat seit Jahresanfang um fast zwei Drittel zugelegt.

Dagegen sackten Zur Rose um 12,6 Prozent ab. Die Versandapotheke hatte 2020 deutlich schlechter als von Analysten erwartet abgeschnitten. (awp/mc/ps)

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