CH-Schluss: SMI legt 1,9% auf 8’617 Punkte zu

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag deutlich im Plus geschlossen. Gute Konjunkturdaten verhalfen dem Leitindex SMI zum Wochenschluss zu einer klaren Gegenbewegung. Der Handelsstreit, der den Markt diese Woche stark belastet hatte, geriet neben einigen positiven Neuigkeiten etwas in den Hintergrund – auch wenn die Angst vor einer weiteren Eskalation bestehen blieb.

Am Morgen sorgte die in der Nacht erzielte Einigung auf ein letztes Kreditpaket für Griechenland für einen freundlichen Handelsstart. Später brachte dann der Einkaufsmanagerindex für den Euroraum zusätzlichen Schwung: Die Stimmung der Unternehmen hat sich im Juni nach einer Flaute wieder deutlich aufgehellt. und auch dass der Einkaufsmanagerindex aus den USA weiterhin deutlich über Wachstumsschwelle liegt, wurde gut aufgenommen.

Der Swiss Market Index (SMI) ging am Freitag bei einem Plus von 1,85 Prozent auf dem Tageshoch von 8’616,56 Punkten aus dem Handel. Damit hat er die 8’600-Punkte-Marke zurückerobert. Auf Wochensicht ergab sich noch ein knappes Minus von 0,3 Prozent. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewann 1,78 Prozent auf 1’432,35 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,69 Prozent auf 10’335,43 Stellen. Alle 30 Bluechips schlossen im Plus.

Die wieder etwas beruhigtere Stimmung zeigt sich auch beim Volatilitätsindex VSMI: Dieser zeigte mit einem Minus von 4,6 Prozent einen Rückgang der Tagesschwankungen an.

Allen voran gewannen am Freitag die Aryzta-Aktien (+6,6%) ohne bestimmte Unternehmensnews. Die Titel hatten zuletzt stark Federn lassen müssen – seit Jahresbeginn haben sie knapp 60 Prozent an Wert verloren.

Stark gefragt waren auch die Finanzwerte. Die Grossbankentitel UBS (+2,5%) und CS (+2,9%) profitierten von guten Noten der US-Notenbank Fed. Ihre US-Töchter haben den ersten Teil des jährlichen Fed-Stresstests bestanden – sowie die anderen geprüften 33 Grossbanken auch. Die Veröffentlichung des zweiten Teils steht nächste Woche an. Dieser gilt als grössere Hürde.

Für die Credit Suisse hat ferner die Ratingagentur Fitch den Ausblick für die Bonität von stabil auf positiv erhöht. Das Rating lautet weiterhin «A-«. Bei der UBS («A+»; Ausblick stabil) gab es keine Veränderung.

Einen grossen Teil seiner Gewinne hat der SMI aber auch seinen Indexschwergewichten zu verdanken. Nestlé (+2,0%), Novartis (+1,6%) und Roche (+2,0%) sorgten für einen guten Teil des Zuwachses.

Die Swisscom (+2,9%) konnte derweil einen Erfolg verbuchen. Der Blaue Riese muss seinen Konkurrenten keinen günstigen Zugang über Entbündelung zu ihrem Glasfasernetz verschaffen – die Kommunikationskommission (Comcom) hat eine entsprechende Beschwerde von Sunrise (+3,7%) abgewiesen. Allerdings empfiehlt die Comcom dem Parlament eine entsprechende Regulierung.

Auf den Einkaufszetteln standen auch Aktien wie Adecco (+2,5%), Clariant (+2,4%) oder Vifor (+2,7%). Die Luxusgütertitel Swatch (+2,6%) und Richemont (+1,3%) konnten mit Verspätung doch noch von den Daten zu den Uhrenexporten profitieren. Der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und dem wichtigsten Absatzmarkt für die beiden Uhren- und Luxusgüterhersteller China sorgte zuletzt für Kopfzerbrechen.

Am wenigsten von der guten Stimmung profitieren konnten zyklische Titel wie Kühne+Nagel (+0,4%) und LafargeHolcim (0,2%). Investoren dürften hier wegen des internationalen Handelsstreits im Hinterkopf zögerlicher zugegriffen haben.

US-Präsident Donald Trump erinnerte auch zum Wochenausklang nochmals an das Thema: Auf Twitter drohte er den europäischen Autoherstellern erneut mit einem Sonderzoll. Das belastete im breiten Markt die Aktien der Autozulieferer Autoneum (-0,4%) und Feintool (-0,2%).

Auf der Gewinnerseite standen dagegen die Aktien des Drehmaschinenherstellers Tornos (+5,2%) und des Medizinaltechnikanbieters Ypsomed (+5,0%). Santhera-Titel gaben ihre zunächst deutlichen Gewinne wieder etwas ab und schlossen mit einem Plus von 1,2 Prozent. Das Medikament Raxone des Pharmaunternehmens bleibt in einem Vorzugsprogramm der britische Arzneimittelbehörde MHRA. (awp/mc/pg)

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