CH-Schluss: SMI rückt 0,3% auf 9’267 Punkte vor

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenauftakt vor allem dank der schwergewichtigen Nestlé besser abgeschnitten als andere wichtige Börsen in Europa. Der SMI markierte am Montagnachmittag gar ein neues Jahreshoch bei 9’295 Punkten. In der Vorwoche hatte der Schweizer Leitindex bereits 2,7 Prozent zugelegt. Momentan würden die Börsen über schwache Wirtschaftsdaten oder Gewinnwarnungen etwa aus den USA hinwegsehen, kommentierte ein Marktbeobachter das Geschehen. Jede Meldung über vermeintliche Fortschritte hin zu einer Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China werde mit steigenden Kursen quittiert.

Zudem würden die Kurse von der Hoffnung getrieben, dass das Fed seine lockere Haltung in der Geldpolitik beibehalten und die EZB mit der geldpolitischen Wende ihrerseits noch sehr lange warten wird. Wie lange der Aufwärtstrend anhält, sei jedoch ungewiss, und enttäuschende Konjunkturzahlen könnten den Risikoappetit der Anleger bald wieder dämpfen, lauten pessimistischere Stimmen. Auch mit Blick auf die Bewertungen hiess es: „Wir sind so hoch wie seit einem Jahr nicht mehr. Da ist etwas Vorsicht angezeigt.“ Aus den USA kamen derweil wegen eines Feiertages keine weiteren Impulse.

Der Swiss Market Index (SMI) stieg um 0,27 Prozent auf 9’267,46 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legte um 0,29 Prozent auf 1’431,57 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,39 Prozent auf 10’847,32 Punkte. Von den 30 grössten Werten schlossen 18 im Plus, neun im Minus und drei unverändert.

Unternehmensneuigkeiten gab es am Montag kaum. Die defensiven Schwergewichte trugen massgeblich zum SMI-Anstieg bei – allen voran Nestlé (+1,0%). Nach der Zahlenvorlage der vergangenen Woche hatten sich die Aktien des Lebensmittelriesens bereits am Donnerstag und Freitag stark gezeigt. Roche (+0,3%) und Novartis (unv.) fielen im Vergleich zurück.

Neben Nestlé leisteten Credit Suisse (+1,8% auf 11,96 Fr.) am Montag ebenfalls ihren Beitrag am Gesamtmarkt. Die Grossbankenwerte waren nach der Zahlenvorlage am Donnerstag 3,4 Prozent eingebrochen, holten aber bereits am Freitag wieder etwas auf. Kepler Cheuvreux bestätigte am Montag die Kaufempfehlung für CS, senkte allerdings das Kursziel auf 16,50 Franken von zuvor 19,00 Franken.

Die Grossbank habe ein solides Ergebnis für das vierte Quartal abgeliefert, kommentiert der Kepler-Analyst. Dennoch sei die Marktreaktion negativ ausgefallen, insbesondere wohl wegen des vorsichtigen Ausblicks und einer tiefer erwarteten Kapitalquote. Der Experte hält die Sorgen aber für übertrieben.

UBS (-0,4%) gaben derweil etwas ab.

Die prozentual grössten Gewinne verbuchten AMS (+3,5%). Händler verwiesen auf einen positiven Kommentar im Anlegermagazin Barron’s: Der Chiphersteller sei dabei, in weitere Segmente wie etwa Medizin- und Automobiltechnik zu diversifizieren. Dies sollte mehr Umsatz und höhere Margen ermöglichen.

Die grössten Verlierer waren hingegen Lonza (-0,9%), Swiss Life (-0,8%) und Julius Bär (-0,5%).

Am breiten Markt legten unterdessen Sunrise (+3,0% auf 80,10 Fr.) kräftig zu, nachdem Berenberg das Rating auf „Buy“ erhöht hatte. Der zuständige Analyst geht davon aus, dass das Telekomunternehmen UPC von Liberty Global günstiger bekommen könnte als für die spekulierten 6 bis 7 Milliarden Franken. Das Synergien-Potenzial aus einem potenziellen Deal bezifferte er auf 17 Franken je Sunrise-Aktie.

Nennenswerte Abschläge verbuchten auf der Gegenseite die Aktien des Autozulieferers Schaffner (-1,6%). Händler verwiesen auf die negative Entwicklung bei zahlreichen europäischen Automobil -und -Zuliefereraktien. Diese leiden unter der Furcht vor US-Zöllen. (awp/mc/ps)

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