CH-Schluss: SMI schliesst minim im Plus

CH-Schluss: SMI schliesst minim im Plus

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag minim im Plus geschlossen, nachdem über das Wochenende bekannt wurde, dass die Regierung Spaniens Hilfe der EU für die Banken in Anspruch nehmen wird. Der Leitindex SMI vermochte die deutlichen Avancen vom Vormittag nicht zu halten und beendete den Handelstag fast unverändert und damit deutlich entfernt vom Tageshöchst bei 5’956 Zählern.

Grund für diese Entwicklung war an diesem impulsarmen Handelstag die Skepsis der Anleger über Nachhaltigkeit der Markterholung nach den Hilfsmassnahmen für Spanien. Auch die Stimmung an den US-Börsen beeinträchtigte das Sentiment der Investoren: Der Dow Jones Index verlor noch vor Börsenschluss auf dem europäischen Festland kontinuierlich an Boden und lag bis zum Berichtszeitpunkt in der Verlustzone.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,04% höher bei 5’871,35 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,01% auf 879,07 und der breite SPI gewann 0,05% auf 5’473,79 Zähler.

Bei den Finanzwerten begrüssten zunächst die Anleger, dass das von den spanischen Banken ausgehende Risiko nun von stärkeren Schultern getragen wird. Gegen Handelsschluss notierten die Banktitel aber uneinheitlich. Credit Suisse verloren 0,2%, Julius Bär gewannen 0,3% und UBS büssten 1,4% ein. Letztere kommt Medienberichten zufolge der missglückte Facebook-Börsengang teuer zu stehen. Er könnte die Grossbank bis zu 350 Mio USD gekostet haben.

Die massiven technischen Probleme der Nasdaq seien der UBS zum Verhängnis geworden, hiess es. Weil Händler zum Teil stundenlang nicht wussten, ob ihre Aufträge ausgeführt wurden, habe die Bank eine Order für den Kauf einer Million Facebook-Aktien mehrfach wiederholt. Am Ende sei die UBS auf deutlich mehr Papieren gesessen, als sie haben wollte.

Die Versicherer beendeten die Sitzung im grünen Bereich: Swiss Re avancierten mit 0,6%, Zurich Insurance mit 0,8%, Swiss Life mit 0,1% und Bâloise mit 0,3%. Die beiden Luxusgüteraktien verloren indes ihre Kursgewinne aus dem Vormittagsgeschäft wieder. Swatch schlossen mit einem Minus von 0,3%. Richemont notierten unverändert.

Auch Transocean (+1,1%) zogen zunächst deutlich an, büssten aber die meisten Kursgewinne teilweise wieder ein. Andere Zykliker notierten im Minus: Clariant (-0,6%), Adecco (-0,5%) und Geberit (-1,0%). Ohne Nachrichten kletterten derweil die Titel des Lifesciencekonzerns Lonza um 2,8% in die Höhe und führten das Tableau an.

Syngenta (Aktie: +0,8%) verkaufte den Bereich Bodensubstrate des Geschäftsbereichs «Lawn and Garden» an die nordamerikanische Sun Gro Horticulture. Vergangenes Jahr erzielten die Basler mit der Torfsparte einen Umsatz von 88 Mio USD. Die Transaktion sei aufgrund ihrer geringen Grösse kaum kurswirksam, sagten Analysten.

Die SMI-Schwergewichte notierten uneinheitlich: Nestlé tendierten mit 0,1% fester. Novartis (-0,1%) büssten leicht an Terrain ein. Der Pharmakonzern legte positive Studienresultate für das bereits zugelassene Medikament Gilenya vor. Diese hätten den nachhaltigen Wirkungsnutzen und das konsistentes Sicherheitsprofil des Präparats bei der Behandlung von Multipler Sklerose gezeigt. Nestlé wurden von Société Générale auf «Hold» von zuvor «Buy» gesenkt.

Roche notierten unverändert. Das Unternehmen erhielt von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für das Brustkrebs-Medikament Pertuzumab (Perjeta). Die Nachricht kam Branchenkennern zufolge wenig überraschend, habe doch die FDA dem Medikament bereits im Februar ein beschleunigtes Prüfverfahren zugestanden.

Synthes (-0,4%) lagen bereits am Vormittag im roten Bereich. Seit der Übernahmeofferte durch Johnson&Johnson bewegten sich Synthes aber kaum mehr – sie behaupten sich in Krisenzeiten und stagnieren in Aufschwungphasen. Vor deren Dekotierung werden die Titel des Medizinaltechnikers am Mittwoch letztmals an der Schweizer Börse gehandelt.

Am breiten Markt waren Aktien von Mindset (+28,0%), Swissmetal (+15,6%) und ADB (+8,3%)gesucht. Die grössten Abgaben waren bei Pelikan (-19,4%), Precious Woods (-11,2%) oder Mondobiotech (-10,5%) zu sehen. (awp/mc/ps)

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