CH-Schluss: Fester nach positiven US-Arbeitsmarktdaten

CH-Schluss: Fester nach positiven US-Arbeitsmarktdaten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag zum Wochenschluss zugelegt und damit einen Teil der klaren Vortagesverluste wieder aufgeholt. Die Wende in die positiven Zahlen schafften die Schweizer Indizes allerdings erst am Nachmittag nach der Veröffentlichung der deutlich über den Erwartungen ausgefallenen Arbeitsmarktdaten aus den USA.

Nach den starken Abgaben vom Donnerstag sei eine gewisse Erholung zu erwarten gewesen, meinte ein Händler. Nun stünden in der kommenden Woche bereits erste Angaben zum Geschäftsverlauf im dritten Quartal an. Sollten diese positiv ausfallen, werde das die Märkte stützen. In der Schweiz werden am kommenden Freitag Givaudan und Ems-Chemie die Drittquartals-Saison einläuten.

Der Swiss Market Index (SMI) ging am Freitag mit einem Plus von 0,33% auf 8’683,53 Punkten aus dem Handel. Für die Gesamtwoche resultiert für den Leitindex mit -1,0% allerdings zum zweiten Mal in Folge ein Rückgang. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann am Freitag 0,45% auf 1’283,01 und der breite Swiss Performance Index (SPI) schloss 0,40% fester auf 8’554,87 Zählern. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 24 im Plus und 5 im Minus, eine (Clariant) schloss unverändert.

Die deutlichsten Gewinne unter den Bluechips zeigten Actelion (+3,1%), die im laufenden Jahr mit einer Performance von fast 44% bisher zu den grossen Gewinnern an der Schweizer Börse gehören. Gesucht waren auch die als defensiv geltenden Swisscom (+1,8%) sowie Aryzta (+1,6%).

Weitere starke Gewinne verbuchten im SMI/SLI aber auch zahlreiche zyklische Titel, darunter Lonza (+2,8%), Sika (+1,6%) oder Adecco (+1,5%) – die Aktien des Personalvermittlers erhielten auch mit der Veröffentlichund der guten US-Arbeitsmarktdaten noch einen kleinen Schub nach oben.

Nur leicht fester zeigten sich die Luxusgüteraktien Richemont (+0,4%), während Swatch fast unverändert schlossen. Die Analysten von Exane BNP Paribas haben in einer Studie zum Luxusgütersektor mit Verweis auf die Probleme der Branche und auf die Unruhen in Russland und im Nahen Osten ihre Kursziele für die Titel etwas gesenkt, sie bleiben aber bei der Einschätzung „Outperform“.

Die defensiven Schwergewichte bremsten die Indizes mit einer verhaltenen Entwicklung am Vormittag noch deutlich ab, erst am Nachmittag drehten sie ebenfalls in den positiven Bereich. Am stärksten präsentierten sich zum Börsenschluss Roche (+0,5%) während Novartis (+0,3%) und Nestlé (+0,2%) eher knapp im Plus schlossen. Novartis darf nach einer Wettbewerbsprüfung durch die EU-Kommission sein Geschäft mit Tierarzneimitteln an Eli Lilly verkaufen

Abgaben mussten dagegen die Aktien der UBS (-0,9%) hinnehmen. Gemäss einem Bericht der Tageszeitung „Le Temps“ droht der Grossbank in Frankreich im Falle einer Verurteilung wegen Geldwäscherei und Steuerbetrug eine Busse von bis zu 5 Mrd EUR. Die UBS selbst bezeichnet solche Berechnungen in einer Stellungnahme als „völlig konstruiert und spekulativ“. Die Titel der Konkurrentin CS (+1,1%) legen dagegen deutlich zu und die Aktien der Vermögensverwalterin Julius Bär (+0,7%) schlossen nach den Vortagesverlusten wieder im Plus.

Zu den Verlierern gehörten dagegen auch Holcim (-0,8%), Galenica (-0,5%) oder Syngenta (-0,4%). Das Aktienresearch von Merrill Lynch hat seine Einstufung „Neutral“ für den Titel des Agrokonzerns bei etwas tieferem Kursziel bestätigt; die Markterwartungen an Syngenta seien insgesamt noch immer etwas zu hoch, kommentierte der zuständige Analyst.

Im breiten Markt fielen Cosmo mit einem Kursplus von 7,0% auf, obschon das Unternehmen am Morgen offiziell mitteilte, dass der geplante Zusammenschluss zwischen der Tochtergesellschaft Cosmo Tech mit der US-Gesellschaft Salix geplatzt ist. Salix leistet an Cosmo dafür allerdings eine Zahlung von 25 Mio USD. Am Donnerstagnachmittag hatten die Cosmo-Aktien noch deutliche Kursverluste erlitten.

Fester gingen auch U-Blox (+3,7%) aus dem Handel. Der CEO der Herstellerin von GPS- und WiFi-Modulen rechnet auch 2014 mit deutlichem Wachstum, wie er gegenüber AWP erklärte. Der Medizinaltechnikkonzern Ypsomed (Aktie +1,3%) teilte mit, zusammen mit der japanischen Terumo Corporation Injektionssysteme zu entwickeln. Laut Schätzungen von Analysten könnte sich das Volumen der Zusammenarbeit auf 5 bis 10 Mio CHF belaufen.

Neuigkeiten gab es auch von Dufry (Aktie +1,4%): Der Reisedetailhändler hat seine Konzessionen an den beiden internationalen Flughäfen in Kambodscha bis 2020 verlängert und sich dabei eine mehr als doppelt so grosse Verkaufsfläche gesichert. (awp/mc/pg)

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