CH-Verlauf: Kaum verändert – Zahlen bringen Bewegung

CH-Verlauf: Kaum verändert – Zahlen bringen Bewegung
(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt tritt zur Wochenmitte mehr oder weniger an Ort und Stelle. Er stemmt sich damit aber gegen schwache Vorgaben. Die Verluste trafen in Asien wie am Vortag bereits im US-Handel vor allem Halbleiterwerte.

Denn steigende Anleihenzinsen verteuern die Finanzierung der milliardenschweren Investitionen in KI-Infrastruktur. Auch die problematische Lage in Nahost hält laut Händlern den Risikoappetit der Anleger gering. Entsprechend stützten auch zur Wochenmitte die defensiven Papiere den hiesigen Index.

Zumal die geopolitischen Belastungen nicht kleiner geworden sind. Zuletzt hat Donald Trump auch an der Zoll-Front nachgelegt: Kurz vor dem Inkrafttreten neuer Zölle auf eine Reihe von kanadischen Produkten hat er seine Pläne zwar auf Eis gelegt. Seine Bedingung allerdings: Verhandlungen über eine Öl-Pipeline. Zuletzt stieg der Preis für ein Barrel Brent weiter über 90 US-Dollar.

Impulse kommen von der laufenden Berichtssaison. Datenhighlight des Tages dürfte das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung sein, das aber erst nach Handelsschluss in Europa veröffentlicht wird.

Geberit hebt ab

Der SMI steht um 10.55 Uhr 0,13 Prozent höher bei 14’339,74 Punkten. Der Mid-Cap-Index SMIM gibt 0,39 Prozent auf 3137,03 Punkte nach, während der breite SPI 0,05 Prozent auf 20’172,45 Zähler gewinnt.

Mit Abstand an die Spitze der Blue Chips haben sich Geberit (+7,2%) gesetzt. Der Sanitärtechniker hat zum Halbjahr die Erwartungen übertroffen und von einer zuletzt positiven Entwicklung in der Hauptregion Europa berichtet. Analysten sprechen von einem starken zweiten Jahresviertel.

Gesucht sind am Berichtstag auch Werte wie Kühne+Nagel (+1,1%) oder die lange geschmähten Amrize (+0,5%). Gleichzeitig geht der Favoritenwechsel weiter und die Anleger stellen ihre Depots defensiver auf. Davon profitieren auch am Berichtstag vor allem Roche (+0,5%). Nestlé und Novartis hinken mit je 0,1 Prozent Plus hinterher.

Im breiten Markt werden erneut gut gelaufene Titel wie Comet (-1,0%), AMS (-2,1%) oder Komax (-1,3%). Die Schwäche der Halbleiterwerte wirkt sich hingegen nicht auf VAT aus, die um 0,9 Prozent anziehen. Denn Jefferies hat das Rating für die Ostschweizer auf «Hold» von «Underperform» erhöht und auch das Kursziel deutlich heraufgesetzt. Auch ABB (+0,5%) werden wieder gekauft.

Finanzwerte stehen am Mittwoch ebenfalls nicht in der Gunst der Anleger. Die drei grossen Versicherer im SMI – Swiss Life, Swiss Re und Zurich – verzeichnen Abschläge zwischen 0,2 und 0,7 Prozent. Auch UBS (+0,1%) kommen nicht vom Fleck.

Berichtssaison sorgt für Bewegung

Jüngst kommt an der Börse nicht gut an, wenn der CEO das Unternehmen verlässt. So aktuell bei Straumann, die Aktie verliert gleich 6,3 Prozent. Dabei waren die Zahlen des Dentalimplantateherstellers über den Erwartungen der Analysten ausgefallen. Der scheidende Guillaume Daniellot habe bei Investoren ein hohes Ansehen genossen, betonen Analysten. Kein schönes Willkommensgeschenk für den ab Dezember verantwortlichen Christopher Norbye.

Gut aufgenommen werden die Halbjahreszahlen von Implenia (+5,8%), Sensirion (+6,3%) oder LLB (+4,0%). Implenia publizierte Zahlen deutlich über den Erwartungen – Sensirion lieferte noch eine Erhöhung der Prognose mit.

Der Energiekonzern musste BKW musste hingegen seine Jahresziele senken, was die Börse mit einem Minus von 0,8 Prozent quittiert. Mit den Emmi-Papieren geht es um 2,1 Prozent abwärts. Zwar überzeugte der Milchverarbeiter mit einem starken Volumenwachstum und hob die Umsatzprognose leicht an. Am Markt überwiegen aber die Sorgen über die schwächere Dynamik im zweiten Halbjahr und das schwierige US-Geschäft.

Der Kompressorenhersteller Burckhardt Compression (Aktie: -1,8%) hat mit einer Restrukturierung und einem Stellenabbau auf eine tiefe Auslastung reagiert. Dabei hatte das Unternehmen gerade erst im vergangenen November erste Stellenstreichungen angekündigt. (awp/mc/pg)

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