CH-Eröffnung: SMI ohne klare Richtung
Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag wenig verändert in den Handel gestartet. Der Leitindex SMI bewegt sich weiterhin knapp unterhalb der Marke von 14’000 Punkten. Deutlich mehr Bewegung gibt es bei Einzelwerten. Während Lindt & Sprüngli nach einer Prognosesenkung einbrechen, springen Julius Bär nach dem Abschluss eines Finma-Verfahrens kräftig nach oben.
Die unübersichtliche Lage im Nahen Osten bleibt derweil ein Belastungsfaktor. Mangels klarer Deeskalationssignale notiert der Brent-Ölpreis bei über 107 Dollar je Fass, zugleich verharren die US-Renditen auf hohem Niveau. «Der Anstieg der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen scheint aber keine reine Inflationsgeschichte zu sein», heisst es bei Swissquote. Auch robuste Wachstumserwartungen und ein restriktiverer Fed-Ausblick spielten eine Rolle.
Hierzulande signalisiert das KOF-Konjunkturbarometer für September weiterhin günstige Konjunkturaussichten. Besonders positiv entwickelten sich Industrie, Dienstleistungen und Bau. In den USA stehen am Nachmittag Daten zum Konsumentenvertrauen und zum Arbeitsmarkt auf dem Programm. Am Markt ist von einem «makroökonomischen Stresstest» die Rede.
Der SMI gewinnt gegen 9.10 Uhr 0,06 Prozent auf 13’951,66 Punkte. Der Mid-Cap-Index SMIM verliert dagegen 0,37 Prozent auf 3’095,43 Punkte, während der breite SPI mit 19’761,59 Punkten praktisch unverändert notiert.
Auch die wichtigsten europäischen Börsen bewegen sich nur wenig. Dax und CAC 40 liegen knapp im Plus. Die Vorgaben aus Übersee waren dagegen mehrheitlich negativ.
Von den 20 SMI-Werten notieren zwölf im Minus. Am deutlichsten geben Lonza (-0,6%) nach. Auch Roche (-0,5%) können sich nicht von den Vortagesverlusten erholen.
Auf der Gewinnerseite stehen dagegen mehrere konjunktursensitive Werte. Logitech (+1,8%), Richemont (+1,5%) und ABB (+1,4%) legen klar zu.
Lindt & Sprüngli brechen ein – Julius Bär springen
Einen Kurssturz erleben Lindt & Sprüngli (-8,0%). Der Schokoladenhersteller hat seine Prognose für das Umsatzwachstum im laufenden Jahr deutlich gesenkt. Bei Vontobel wird darauf verwiesen, dass Lindt die Guidance damit bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr anpassen musste, was das Vertrauen in die Prognosefähigkeit des Unternehmens untergrabe. Auch Barry Callebaut (-2,5%) geraten in Sippenhaft.
In die entgegengesetzte Richtung geht es bei Julius Bär (+6,9%). Die Bank kann von regulatorischer Seite einen Schlussstrich unter die Signa-Affäre ziehen. Laut Analysten fällt mit dem Abschluss des Finma-Verfahrens «eine grosse Last» von den Aktien.
Viele Impulse
Accelleron (-4,1%) geben klar nach, nachdem Barclays die Abdeckung der Titel mit «Underweight» aufgenommen hat. Ebenfalls unter Druck stehen Straumann (-2,4%). Hier belasten vorsichtige Analystenkommentare im Vorfeld der Zahlen zum dritten Quartal.
Auf der anderen Seite legen DocMorris (+3,2%) weiter zu. Die Titel profitieren wie schon am Vortag von der Prognoseerhöhung des Konkurrenten Redcare Pharmacy. Gesucht sind zudem Technologiewerte wie VAT, AMS Osram, Inficon und Comet, die von den anhaltenden Hoffnungen rund um das KI-Geschäft gestützt werden.
Unauffällig zeigen sich Stadler (+0,1%) nach dem angekündigten CEO-Wechsel. Philipp Brunner übernimmt die Konzernleitung von Markus Bernsteiner. Der Wechsel sei «von langer Hand» geplant gewesen, teilte das Unternehmen mit. (awp/mc/ps)