CH-Schluss: Kaum verändert – US-Geldpolitik im Blick

CH-Schluss: Kaum verändert – US-Geldpolitik im Blick

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Montag kaum verändert abgeschlossen. Noch in der ersten Tageshälfte hatte der Leitindex SMI mit der Unterstützung von Nestlé und Novartis zugelegt, ehe die Kursgewinne in der Folge Stück für Stück abbröckelten und am Ende nur noch ein kleines Plus übrig blieb. Vor der Antrittsrede der neuen Fed-Präsidentin Janet Yellen am (morgigen) Dienstag hätten die Anleger Vorsicht walten lassen, hiess es am Markt. Derweil hat in der Schweiz die Annahme der «Masseneinwanderungsinitiative» den Immobilien- und Bausektor unter Druck gesetzt.

An den europäischen Börsen ist zu Wochenbeginn die zunächst freundliche Stimmung einer gewissen Skepsis betreffend der künftigen Entwicklung in der US-Geldpolitik gewichen. Die am Freitag enttäuschend ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten hätten die Hoffnung geschürt, dass die Fed die milliardenschweren Bondkäufe vorerst nicht weiter zurückfahren wird, hiess es. Im Verlauf des Handels habe sich dann aber die Meinung durchgesetzt, Yellen werde im Normalisierungsprozess keine Pause einlegen und die Wertpapierkäufe weiter drosseln. Sie wird am Dienstag dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses und am Donnerstag dem Bankenausschuss im Senat Rede und Antwort stehen.

Zu Börsenschluss stand der Swiss Market Index (SMI) mit +0,08% leicht höher bei 8’324,85 Punkten. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,07% auf 1’271,78 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,05% auf 7’944,86 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stand die Hälfte im Minus, Transocean und Swisscom schlossen unverändert und die restlichen Aktien im Plus.

Syngenta (+2,5%) gingen unter den Blue Chips mit den grössten Kursgewinnen aus dem Handel. Medienberichten zufolge dürfte der Agrarchemiekonzern seinen gesamten Vorrat der genmodifizierten Mais-Saatgutvariante «Agrisure Viptera» für die Anbausaison 2014 loswerden. Gegen die genannte Mais-Saatgutvariante erwuchs Ende Januar Widerstand zweier gewichtiger US-Interessensorganisationen, welche die Basler aufforderten, den Verkauf der Maissorte einzustellen. Dieses Problem scheint nun ausgeräumt zu sein.

Im SMI/SLI gehörten auch die Luxusgüteraktien von Richemont (+0,8%) und Swatch (+0,5%), die im laufenden Jahr erst in der vergangenen Woche auf Touren gekommen sind, zu den Siegern. Klar fester gingen auch die Rückversicherer-Aktien von Swiss Re (+1,1%) oder jene des Aromen- und Riechstoffspezialisten Givaudan (+0,7%) aus dem Handel.

Die schwergewichtigen Nestlé-Aktien (-0,1%) drehten dagegen während des Nachmittags ins Minus, nachdem zunächst Berichte aus der Wochenendpresse, der Nahrungsmittel-Hersteller wolle die 30%-Beteiligung am französischen Kosmetik-Hersteller L’Oréal verringern, Auftrieb verliehen haben. Der Konzern wird am Donnerstag seine Jahreszahlen vorlegen.

Auch die Papiere des Pharmaschwergewichtes Novartis (-0,3%) wechselten das Vorzeichen, während die Roche-Genussscheine (+0,3%) sich am Ende noch ins Plus vorarbeiteten. Roche teilte mit, dass die American Depositary Receipt (ADR) gesplittet und so für den Handel attraktiver gemacht werden sollen.

Die grössten Verluste im SMI/SLI verbuchten Geberit (-1,8%). Im Handel wurden die Abgaben beim Sanitärtechniker als Folge der gestrigen Abstimmung zur «Masseneinwanderungsinitiative» gesehen. Mit der Aussicht auf eine geringere Einwanderung würden sich auch die Perspektiven für den Bausektor eintrüben, so der Tenor an der Börse. Die Papiere des Immobilienunternehmens SPS gaben um 1,1% nach.

Unter Druck standen zudem die zyklischen Lonza (-1,1%) sowie Adecco (-1,5%). Für letztere könnte nach Annahme der Initiative in der grenzübergreifenden Vermittlung von Arbeitskräften Geschäft verloren gehen, hiess es.

Im breiten Markt litten etwa Implenia (-4,5%), Mobimo (-1,7%) oder Allreal (-1,7%) unter dem Abstimmungsresultat. Mobimo und Allreal wurden von der ZKB abgestuft.

Die Papiere des Pharmaunternehmens Addex (-27%) büssten mit dem Scheitern eines Lizenzpartners mit einem Produktkandidaten gegen schwere Depressionen und Angststörungen stark an Wert ein. Auffallend fest notierten Evolva (+6,7%), nachdem das Unternehmen mitteilte, eine Kooperation mit L’Oréal einzugehen. Ziel der Zusammenarbeit ist die gemeinsame Entwicklung biosynthetischer Produktionswege für einen nicht genannten Inhaltsstoff mit einem breiten Anwendungsbereich in der Kosmetikindustrie. (awp/mc/upd/ps)

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