CH-Eröffnung: Gescheiterte Nahost-Verhandlungen belasten

CH-Eröffnung: Gescheiterte Nahost-Verhandlungen belasten
(Adobe Stock)

Zürich – Am Schweizer Aktienmarkt herrscht nach dem Wochenende Ernüchterung. Wegen der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten geht es wieder klar nach unten. Denn der Iran und die USA haben ihre Friedensverhandlungen vorerst ergebnislos abgebrochen.

Die erhoffte Entspannung blieb damit aus. Im Gegenteil: US-Präsident Donald Trump kündigte nach den Gesprächen in Islamabad eine Seeblockade der Strasse von Hormus an. Dies, obwohl die Öffnung der wichtigen Handelsroute immer seine Herzensangelegenheit war.

Trump will mit der Blockade verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öl-Einnahmen abschneiden. Die Blockade soll um 16 Uhr mitteleuropäischer Zeit beginnen.

Öl rauf, Aktien runter
Bei den Ölpreisen kam es in der Folge wieder zu einem Anstieg. Ein Barrel Brent zur Lieferung im Juni kostete zuletzt 101,65 US-Dollar. Vor dem Start der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad am Samstag hatte der Preis pro Barrel noch bei 95,20 Dollar gelegen. Die Ölpreise bleiben derzeit der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt.

Der Schweizer Leitindex SMI verliert gegen 9.15 Uhr 0,57 Prozent auf 13’108,75 Punkte. Dabei dominieren die Verlierer das Tableau klar. Der SMIM für die mittleren Werte fällt um 0,81 Prozent auf 2990,28 und der breite SPI um 0,58 Prozent auf 18’381,67 Punkte.

Zu Einzelwerten gibt es wenig Nachrichten, die Abgaben ziehen sich mehr oder weniger durch alle Sektoren. Dabei kommen vor allem konjunktursensible Papiere wie Holcim (-1,2%), Richemont (-1,8%), Logitech (-1,7%) oder ABB (-1,4%) unter die Räder.

Nur optisch noch tiefer sind die Papiere von Julius Bär (-4,8%) und Sandoz (-2,3%), die beide Ex-Dividende gehandelt werden. Schindler ziehen nach positiven Analystenkommentaren um 0,9 Prozent an.

Die defensiven Schwergewichte halten dagegen und verleihen dem SMI eine gewisse Stabilität: Novartis (-0,1%) und Roche (-0,3%) verlieren nur unterdurchschnittlich an Wert. Nestlé büssen ebenfalls nur 0,2 Prozent ein.

‚Heikle‘ Berichtssaison
UBS sinken um 0,7 Prozent. Am Nachmittag startet in den USA die Berichtssaison der Branchenkollegen, den Startschuss liefert der Branchenprimus Goldman Sachs. Markstrategen sprechen von einer «heiklen» Berichtssaison, die nun anbricht. Viele Unternehmen müssten vor dem Hintergrund hoher Bewertungen nicht nur starke Zahlen liefern, sondern vor allem glaubwürdige Ausblicke für die unsicheren kommenden Quartale.

Unerwartet einen Zwischenbericht vorgelegt hat die Partners Group, deren Aktien gegen den Trend um 0,4 Prozent steigen. Der Privatmarktspezialist hatte klar positive Vermögenszuflüsse vermeldet und seine Jahresprognosen bestätigt.

Das hat auch der Industriekonzern Sulzer getan, dessen Papiere gleichwohl um 2,5 Prozent sinken. Die Winterthurer haben im ersten Quartal klar weniger Neubestellungen an Land gezogen.

Polypeptide verteuern sich um 6,5 Prozent. Laut Bloomberg hat der Peptidhersteller das Interesse mehrerer Private Equity-Gesellschaften auf sich gezogen. Bachem gewinnen im Schlepptau 0,5 Prozent. (awp/mc/pg)

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