CH-Schluss: Leicht fester – Transocean top, Novartis stützen

CH-Schluss: Leicht fester – Transocean top, Novartis stützen

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag unter Tageshoch leicht fester geschlossen. Gestützt von positiven Vorgaben aus Übersee startete der Leitindex SMI bereits in der Gewinnzone, verlor aber zwischenzeitlich etwas an Schwung. Die nach einem erneuten Anlauf genommene Marke von 8’300 Punkten konnte in der Folge nicht gehalten werden. Am Berichtstag fehlte es weitgehend an neuen Impulsen. So hielten sich die Anleger an der Wall Street am (heutigen) «Veterans Day» auch eher zurück, sagten Händler.

Zu diskutieren gaben am Berichtstag weiterhin die in der Summe positiv aufgenommenen US-Arbeitsmarktdaten vom vergangenen Freitag. Da in den vergangenen drei Monaten durchschnittlich mehr als 200’000 neue Jobs pro Monat geschaffen wurden, bewegt sich die Kennzahl auf Höhe des von der US-Notenbank angestrebten Niveaus. Vor diesem Hintergrund sei nun (wieder) über einen eher früheren Beginn des «Tapering» spekuliert worden, hiess es im Handel. Auf Einzeltitelebene lagen hierzulande Transocean nach der Einigung mit Grossaktionär Carl Icahn sowie Novartis nach dem Verkauf der Bluttransfusions-Diagnostik-Sparte im Fokus. Letztere stützen den SMI massgeblich.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,48% höher auf 8’280,20 Punkten (Tageshoch: 8’301). Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,73% auf 1’266,09 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,54% auf 7’881,11 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 25 im Plus, vier im Minus und Swiss Life unverändert.

Transocean (+5,4%) legten unter den SMI-/SLI-Titeln am meisten zu. Der Grund für die Kursaufschläge war die Einigung von US-Investor Carl Icahn mit der Unternehmensführung von Transocean bei der Ausschüttungspolitik. So wird der Generalversammlung im Jahr 2014 eine Dividende von 3 USD je Aktie vorschlagen nach 2,24 USD für 2012. Dies seien gute Nachrichten für die Aktionäre, hiess es bei der Bank Vontobel. Transocean wehrte sich gegen eine höhere Ausschüttung, da das Management dadurch sein Rating durch Agenturen gefährdet sah.

Schub gaben auch die Index-Schwergewichte Novartis (+0,9%). Der Basler Pharmakonzern gab den Verkauf seiner Bluttransfusions-Diagnostik-Einheit an das spanische Biopharmaunternehmen Grifols bekannt. Die Spanier zahlen dafür 1,68 Mrd USD, was die Bank Vontobel als fair erachtet. Die Papiere der Konkurrentin Roche (+0,2%) lagen deutlich zurück. Nestlé (-0,3%) als weitere Index-Schwergewichte wurden hingegen etwas verkauft.

Im Finanzsegment fielen die Grossbankwerte UBS (1,1%) auf, während Credit Suisse (+0,2%) hinter her hinkten. CS-Verwaltungsrats-Präsident Urs Rohner gab in der Wochenendpresse zu verstehen, dass eine Erhöhung der Kapitalanforderungen für Grossbanken nicht sachgerecht sei und allfällige Anpassungen im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren behandelt werden müssten. Die CS wurde zusammen mit UBS von der Schweizerischen Nationalbank Ende 2012 als systemrelevant eingestuft, womit beiden Instituten strengere Auflagen ins Haus stehen. Am Berichtstag erweiterte die SNB den Kreis der systemrelevanten Banken um die nichtkotierte Zürcher Kantonalbank. Sie ist die viertgrösste Schweizer Bank – nach UBS, CS und Raiffeisen. Julius Bär schlossen um 0,5% höher.

Weiter zogen Swiss Re (1,2% auf 83,70 CHF) deutlich an. Nach dem in der vergangenen Woche erfolgten Durchbruch der 80 CHF-Marke wurden die Papiere des Rückversicherers weiter gekauft. In der Wochenendpresse liess Swiss Re-Finanzchef George Quinn durchblicken, dass allfällig überschüssige Eigenmittel wohl in Form einer Sonderdividende an die Aktionäre ausgeschüttet würden.

Unter den Versicherern waren Zurich und Bâloise (je +0,8%) ebenfalls gesucht. Swiss Life (unv.) publizieren am (morgigen) Dienstag Zahlen.

Grössere Gewinne verbuchten auch die eher defensiven Givaudan (+2,0%) und Lonza (+1,5%) sowie zyklischen Dufry (+1,7%) und die Pharmawerte Actelion (+1,6%).

Demgegenüber schlossen neben Nestlé noch Geberit (-0,6%), SGS (-0,4%) und Swisscom (-0,2%) im Minus.

Am breiten Markt legten Orascom DH (+9,4%) weiter kräftig zu. Seit Ende Oktober stiegen die Titel um über 50% und bewegen sich derzeit auf dem 52-Wochenhoch. Grössere Gewinne gab es auch für Evolva (+6,5%) sowie Schmolz + Bickenbach und Ypsomed (je +6,5%). Auf der Gegenseite verloren u.a. BPG (-8,6%), New Value (-7,5%) und Loeb (-5,0%) deutlich. (awp/mc/ps)

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